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Gezeugt durch Samenspende – Wie erzähl ich‘s meinem Kind?

 

Die meisten Kinder fragen irgendwann, wie sie auf die Welt gekommen sind. Bei Kindern, die mithilfe einer Samenspende gezeugt wurden, kann die Antwort darauf schwerfallen. Es hat nun einmal anders begonnen. Daher haben wir einige Tipps für Sie zusammengetragen, die es Ihnen erleichtern sollen, Ihrem Spenderkind von seiner Herkunft zu erzählen.

Bleiben Sie bei der Wahrheit

Viele Jahre lang wurde heftig darüber diskutiert, ob Eltern ihren Kindern sagen sollten, dass sie aus einer Samenspende entstanden sind. In der Anfangszeit der Samenspende rieten einige Experten dazu, dem Kind nicht davon zu erzählen. Seitdem wurde viel zu Schwangerschaften mit Spendersamen und zur seelischen Entwicklung von Spenderkindern geforscht. Heute wissen wir, dass man dem Kind die Wahrheit sagen sollte. Hierfür sprechen mehrere Gründe:


  • Ehrlichkeit und Respekt sind eine gute Grundlage für jede Art von Beziehung – auch für die Beziehung zwischen Eltern und Kind. Wenn Sie bei der Wahrheit bleiben, ist es für Sie auch besser zu erklären und für das Kind einfacher zu verstehen, warum es sich, möglicherweise deutlich, von seinen Eltern unterscheidet.

  • Mit DNA-Tests, sozialen Medien usw. kann die eigene familiäre Vorgeschichte unter die Lupe genommen werden. Noch nie war es so einfach, etwas über seine eigene genetische Abstammung zu erfahren. Erzählen Sie Ihrem Kind daher lieber von seiner Herkunft, da es die Wahrheit sonst wahrscheinlich selbst herausfindet. Es ist besser, wenn das Kind die Wahrheit direkt von den eigenen Eltern hört, anstatt sie später von einem Fremden zu erfahren.

  • Wenn Sie Ihrem Kind die Wahrheit sagen, geben Sie ihm beim Aufwachsen die Chance, das „Spenderkindsein“ in seine eigene Erzählung und sein Selbstverständnis einzubauen. Dies ist für die Herausbildung der Identität des Kindes von größter Bedeutung.

  • Im Falle von Erkrankungen und ähnlichen Fällen kann dem Arzt eine komplette medizinische Vorgeschichte der genetischen Eltern des Kindes vorgelegt bzw. ein Fehlen von erblichen Belastungen bestätigt werden.

 

Wann ist der richtige Zeitpunkt?

Der englische gemeinnützige Verein Donor Conception Network empfiehlt, mit dem Kind noch vor dem fünften Lebensjahr über das Thema zu sprechen. Dies stelle sicher, dass es bereits mit diesem Wissen über seine Herkunft aufwachsen kann. Manche Familien sprechen noch früher, im Kleinkindalter darüber, andere schauen sich mit ihren zweijährigen Kindern Bücher zu ihrer Familiengeschichte an. Nach Susan Golombok, Professorin für Familienwissenschaft, ist es allerdings besonders wichtig, dass Ihr Kind noch vor dem Grundschulalter die Wahrheit erfährt. Die Studien von Susan Golombok zeigen, dass Kinder, die von der Samenspende vor dem Grundschulalter erfahren, ein besseres Verhältnis zu ihren Eltern haben.


Ihrem Kind zu erzählen, dass es mithilfe eines Spenders gezeugt wurde, ist ein Prozess. Und es gibt keine richtige oder falsche Methode. Mit wie vielen Details Sie die Erzählung versehen, hängt vom Alter des Kindes ab. Das Kind muss nicht unbedingt jedes Detail von Anfang an kennen. Mit zunehmenden Alter wachsen die kognitiven Fähigkeiten Ihres Kindes und es wird mehr verstehen. Daher können Sie Ihre Erzählung auch noch zu einem späteren Zeitpunkt ausführlicher gestalten und ergänzen.


Wie soll ich über den Spender sprechen?

Bevor Sie mit dem Kind sprechen, ist es ratsam, sich zunächst zu überlegen, mit welchen Worten Sie über den Spender sprechen möchten. Möchten Sie „der Spender“, „Papa“ oder vielleicht „ein Freund der Familie“ sagen? Wie fügt sich das jeweilige Wort in Ihre Familie ein und welche Wirkung hat es auf die Rolle des Spenders im Leben Ihres Kindes?


Professorin Veerle Provoost forscht zu alternativen Familienmodellen. In einem TED-Talk zum Thema „Was Eltern ausmacht“ (How to define a parent) (in englischer Sprache) spricht sie darüber, wie Eltern und Kinder ihre eigenen Familienerzählungen erschaffen. Im TED-Talk gibt sie einige interessante Beispiele dafür, was Kinder, die mithilfe von Samenspendern gezeugt wurden, über ihre Spender denken. Lassen Sie sich von diesem sehenswerten Video zum Nachdenken inspirieren und erfahren Sie mehr darüber, was Kinder von Samenspendern denken.


Lesen Sie über die Erfahrungen anderer Familien auf dem Cryos-Blog oder tauschen Sie sich in der Facebook-Gruppe Family Dreams mit Gleichgesinnten aus.

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