Aus dem Heft

"In diesem System bekommt man nichts geschenkt"

5.5.2019 - Mit einer Stimme, die unter die Haut geht mischt Lizzo derzeit die Musikwelt auf. L-MAG traf die beeindruckende Sängerin für ein Kurz-Interview in einem Berliner Hotel

Sie startet durch wie kaum eine andere: die in Detroit geborene Melissa Viviane Jefferson, aka Lizzo, tanzte mit Janelle Monáe auf der Bühne, arbeitete mit Missy Elliot zusammen, war Gastjurorin bei "RuPaul's Drag Race" und veröffentlichte im April nun ihr drittes Studioalbum "Cuz I Love You". Auf dem New Yorker CSD-Event „Pride Island“ 2018 trug sie ein regenbogenfarbenes Strickoutfit, das erste Plus-Size-Outfit, das für die jähr­liche „Future of Fashion Show“ der New Yorker Hochschule "Fashion Institute of Technology" (FIT) jemals entworfen wurde.Lizzo singt für eine positive Einstellung zum eigenen Körper, Akzeptanz und Vielfalt und hat damit schon viele queere Fans gewonnen.

 

L-MAG: Wie ist dein Song "Cuz I Love You" entstanden?
Lizzo: (lacht) Einfach so, im Gespräch! Ich habe meiner Band eine Situation erzählt und meinte: „Wisst ihr, ich habe geheult, aber nicht, weil ich traurig bin. Ich weine aus Liebe! Und meine Band meinte: „Wow! Mach einen Song daraus!“

L-MAG: Bei der Zusammenarbeit mit Missy Eliot sagte sie dir, du seist talentiert. Was war das für ein Gefühl?
Lizzo: Ganz ehrlich, das war ziemlich schockierend. Da stand ich, improvisierte mit einer Frau, die ich verehre, und dann sagte sie: „Hey, mach weiter! Das ist genial, was du tust!“ Ich hätte ausflippen können, denn ich bin so was von überhaupt nicht cool!

L-MAG: Schön zu hören, dass du dich selbst eher als Außenseiterin und eigenartige Person, denn als cool bezeichnest. Erzähle uns mehr über deine Selbstdefinition!

Lizzo: Ich war schon als Kind anders. Ich las viel und gehörte eher zu den Nerds als zu den Coolen. Irgendwann gewöhnt man sich daran und steht dazu. Jetzt bin ich stolz darauf, dass ich  einfach nicht zu den gängigen Typen gehöre. Ich denke, Menschen, die anders sind oder die ähnliche komische Erfahrungen gemacht haben, werden fast magisch voneinander angezogen. So war das zumindest in Minneapolis. Plötzlich traf ich sie, die Leute, die so sind wie ich.

 

 

 

L-MAG: Was ist für dich der Unterschied zwischen überleben und an etwas wachsen?
Lizzo: Überleben, das heißt einfach nur existieren, und es gibt sicher Situationen, wo es genau darum geht – wo exakt das wichtig ist. Aber das reicht nicht. Wenn du eine Person bist, die von dem System, in dem sie lebt, nicht unterstützt wird, dann ist es kompliziert. Für eine, die nicht dem Mainstream entspricht, gehen nicht einfach so alle Türen auf. In diesem System bekommt man nichts geschenkt, da ist es nicht leicht, jemand zu werden. Als Außenseiterin hat man keine Privilegien, denn das System, in dem wir leben, ist eigentlich dazu gemacht, solche wie mich zu zerstören.

L-MAG: Doch als du von Houston nach Minneapolis gingst, wurde plötzlich alles anders. Warum?
Lizzo: Ich glaube, weil ich etwas Neues war dort, in dem Moment, als ich auftauchte. Weißt du, Minneapolis ist wirklich etwas Besonderes. Es ist eine Stadt, die tatsächlich so ist, wie Prince sie in seinem Film „Purple Rain“ beschreibt. In der Hip-Hop-Szene gab es wenig Frauen, erst recht keine Schwarzen Sängerinnen, und schon gar keine mit einer Figur wie meiner. Damit fing alles an.    

Interview: Lena Braun

Das Interview findet ihr auch in der Mai/Juni-Ausgabe von L-MAG. Wer es nicht in den Kiosk schafft, kann es ganz leicht als E-Paper bestellen!


Album „Cuz I Love You“ (Warner Music)
www.lizzomusic.com

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