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K-Word #370: Neues aus der Lesbenwelt

18.9.2020 - Lesbischer Liebesfilm beim Filmfestival in Venedig, Podcast „Busenfreundin“ für Deutschen Comedy-Preis nominiert, Ruby Rose, Girl in Red, Young M.A., Billie Jean King, „Batwoman“, „Alles was zählt“, Cynthia Nixon: lesbisch in „Ratched“ - und mehr!

Von Karin Schupp

18.9.2020 - Ein lesbischer Liebesfilm gewann beim Filmfestival in Venedig den LGBT-Preis Queer Lion: The World To Come von Mona Fastvold erzählt die Lovestory zwischen einer Farmersfrau (Vanessa Kirby) und einer Siedlerin (Katherina Waterston, Phantastische Tierwesen) um 1850. Kirby, die als Prinzessin Margaret in The Crown bekannt wurde, wurde zudem für einen anderen Film im Festival, das Drama Pieces of a Woman, mit der „Copa Volpi“ als beste Schauspielerin ausgezeichnet. Einen deutschen Kinostarttermin hat The World To Come noch nicht.

Nach dem lesbischen Historiendrama Porträt einer jungen Frau in Flammen (2019) und den Weltpremieren von The World To Come in Venedig und Ammonite mit Kate Winslet und Saoirse Ronan (K-Word #367, Kinostart: 21.1.21) in Vancouver ging der Stoßseufzer einer lesbischen Twitter-Nutzerin viral: „Gebt Lesben in ihren Filmen Elektrizität!!!“ Nun gut, es gibt ja auch einige Lesbenstorys aus der Vergangenheit aufzuholen, aber mit Kiss Me Kosher läuft bei uns gerade auch eine sehr heutige Romantic Comedy im Kino (unsere Filmkritik).

Früher hieß er Federation Cup, dann Fed Cup und gestern wurde der wichtigte Teamwettbewerb im Frauen-Tennis in Billie Jean King Cup umgetauft. Die US-Tennis-Legende und Frauen- und LGBT-Aktivistin (K-Word #319) gewann 39 Grand Slam-Turniere und ist eine der erfolgreichsten Tennisspielerinnen aller Zeiten. King (76), über deren Leben das Biopic Battle of the Sexes (2017) mit Emma Stone gedreht wurde, wurde 1981 als lesbisch geoutet, als ihre Ex Marilyn Bartnett sie auf Unterhalt verklagte. Der erste Billie Jean King Cup findet im April 2021 in Budapest statt, und hier werden zum ersten Mal die gleichen Preisgelder – rund 13 Mio. Euro - wie für im Davis Cup der Männer vergeben.

Am Samstag spielt unser Frauenfußballnationalteam in der EM-Qualifikation gegen den derzeitigen Gruppen-Ersten Irland mit seiner lesbischen Kapitänin Katie McCabe und deren Lebensgefährtin Ruesha Littlejohn (ZDF, 14 Uhr), am 22. Sept. geht’s gegen Montenegro.

Als Girl in Red postet Marie Ulven seit zwei Jahren erfolgreich ihre selbstgedrehten lesbischen Musikvideos auf Youtube, jetzt startet die Norwegerin vor allem beim Nachwuchs durch. Bei TikTok, dem Tinder für Babydykes, gilt die Frage „Do you listen to Girl in Red?“ zurzeit als Code für „Bist du lesbisch/ queer?“, und genau diese Frage ließ ihre Plattenfirma auf Plakate drucken, mit denen weltweit für ihre neue Single „rue“ geworben wird – auch in homophob regierten Ländern wie Polen, Russland und Brasilien. Die 21-Jährige, die vom Musikmagazin NME als „die Heldin, die das Jahrzehnt braucht“, tituliert wurde, hat noch für dieses Jahr ihr erstes Album angekündigt.

Der deutsche Kinostart von Wonder Woman 1984 wurde leider schon wieder abgesagt. Nachdem die Fortsetzung des Superheldinnen-Blockbusters mit Gal Gadot zunächst von Juni auf August und dann auf den 1. Oktober verschoben worden war, wurde die US-Premiere jetzt auf den 25. Dezember gelegt, sodass auch wir nicht vor Ende des Jahres mit dem Film rechnen können, der genaue Termin steht noch nicht fest.

Ruby Roses überraschender Ausstieg aus der Serie Batwoman (K-Word #354) zieht keinen Karriereknick nach sich: Die lesbische Australierin steht gerade mit Oscar-Gewinner Morgan Freeman vor der Kamera. Im Actionthriller Vanquish spielt sie eine Pflegerin, die von einem pensionierten Polizist (Freeman) mit der Entführung ihrer Tochter erpresst wird: Sie soll ihm helfen, eine Gruppe korrupter Cops zu überführen.

Anfang September begannen in Vancouver die Dreharbeiten zur zweiten Staffel von Batwoman. Die neue Hauptdarstellerin Javicia Leslie (K-Word #360) übernimmt zwar das Cape von „Kate Kane“ (allerdings in einem neuen Look), aber nicht die Rolle selbst. Stattdessen wird sie als neue Figur „Ryan Wilder“ in Gotham auftauchen. Dass Javicia fit genug für die Rolle ist, beweist sie hier:

Der LGBT-Comedy-Podcast Busenfreundin ist für den Deutschen Comedypreis 2020 nominiert! Nach Kritik an der männerlastigen Nominierungsliste reagierte das veranstaltende Cologne Comedy Festival, führte nachträglich die neue Kategorie „Beste Comedy-Podcasterin“ ein und taufte die bisherige Podcast-Kategorie, in der nur Männer nominiert waren, kurzerhand in „Bester Comedy-Podcaster“ um. „Ich hoffe, wir sind damit einen Schritt weitergekommen“, freute sich Busenfreundin-Macherin Ricarda (unser Interview, 2019) in ihrer Show. „Ich gehe davon aus, dass mit dieser Verleihung vieles anders wird.“ Nicht wirklich glücklich auf ihre völlig kommentarlose Nachnominierung reagierten hingegen Ariana Baborie und Laura Larsson, die in ihrem Podcast Herrengedeck die Blindheit der Comedybranche für Frauen immer wieder thematisieren. Sie hätte mindestens „einen kleinen Schimmer von ‚Okay, wir haben verstanden, worum’s geht‘“, erwartet, sagte Ariana. Als dritte Bewerberin schaffte es 5 Minuten Harry Podcast auf die Liste. Für den Preis, seit diesem Jahr eine Publikumswahl, könnt ihr hier im Online-Voting abstimmen, die Verleihung wird am 2. Oktober live in SAT.1 übertragen – eine schöne Gelegenheit für lesbische Sichtbarkeit! (Maren Kroymann, die ebenfalls nominiert ist, kann ja nicht immer alles alleine machen!)

Ex-Sex and the City-Star Cynthia Nixon hat erklärt, wieso sie sich als queer identifiziert. „Ich muss damit nicht auf die Nuancen meiner Sexualität eingehen“, sagte sie dem britischen Magazin Attitude. „Ich habe das Gefühl, dass ‚queer‘ ein Überbegriff ist, der auch mein früheres Hetero-Ich mit einschließt.“ Sich in ihre Frau zu verlieben, sei „eine der größten Freuden und Überraschungen meines Lebens“ gewesen, „aber es war nicht so, dass ich dadurch ein ganz neuer Mensch wurde. Ich war in meinem Leben in verschiedene Menschen verliebt und davor waren das nur Männer.“ Die Schauspielerin war fünfzehn Jahre lang mit einem Mann liiert, ist seit 2004 mit ihrer Frau Christine Marinoni zusammen und hat drei Kinder (darunter auch einen trans Sohn, K-Word #353).

Heute startet die neue Netflix-Serie Ratched mit Sarah Paulson, die sich in eine andere Frau, gespielt von Cynthia Nixon, verliebt. Herzchenaugen und Geigenmusik solltet ihr aber lieber nicht erwarten: Die Serie ist ein Prequel des Kinoklassikers Einer flog übers Kuckucksnest (1975) über die Vorgeschichte der sadistischen Krankenschwester Mildred Ratched. Für queere Frauen wie sie und Paulson sei es „ein echter Segen“, mit dem schwulen Überproduzenten Ryan Murphy drehen zu dürfen, sagte Nixon den Pink News. „Er siedelt Serien in historischen Zeiten an, in denen People of Colour und queere Menschen nicht Teil des Narrativs sind, und er geht hin und fügt uns wieder ein.“ Mit der Darstellung ihrer Figur orientierte sie sich übrigens an der lesbischen Journalistin Lorena Hickok, die mit der damaligen First Lady Eleanor Roosevelt liiert war. 8 weitere aktuelle Serien mit lesbischen und bisexuellen Hauptfiguren stellen wir hier vor.

Aktuell im Kino: Kristen Stewart in Jean Seberg - Against All Enemies als die tragische Film-Ikone, die wegen ihres Engagements für die Black Panther-Bewegung vom FBI verfolgt wurde – lest hier unsere Filmkritik.

Eine neue Story für das Frauenpaar „Chiana“ in der RTL-Soap Alles was zählt (K-Word #365): Ab Montag geht's darum, dass Eisläuferin Chiara (Alexandra Fonsatti) in der Öffentlichkeit eine Heterobeziehung vortäuscht, wo sie doch endlich glücklich mit der Imbiss-Besitzerin Ina (Franziska van der Heide) ist. Neueinsteigerinnen können mit Hilfe dieses Fanvideo das Wichtigste nachholen:

Die Rapperin Young M.A. (K-Word #340) hat jetzt eine Show bei Apple Music 1 und begrüßte als Premieren-Gast bei Me Always Radio keinen Geringeren als Eminem. Der hatte ihren Song „Red Flu“ schon im Mai als seinen derzeitigen Lieblingssong bezeichnet und adelte sie auch in der Sendung mit den Worten: „Ich bin ein Fan und bleibe ein Fan.“ Die New Yorkerin, die sich selbst nicht als Lesbe bezeichnet, „aber nie mit einem Mann zusammen sein würde“, war zuletzt mit dem Model Mya Yarain zusammen.

Scapsis nennt sich „90s Rapperin“, und ihre brandneue Single „Sag Mir“ - hier als Audio - erinnert tatsächlich an Sabrina Setlurund Tic Tac Toe– nur dass die damals niemals lesbische Liebeslieder veröffentlicht hätten! „Der Song ist wie alle meine Tracks autobiographisch und meiner heutigen Ehefrau gewidmet, die auch Ursprung meiner Musik ist“, erklärte Scapsis gegenüber L-MAG und kündigte ihre neue EP für 2021 an.

Bereits draußen ist das (titellose) Debütalbum der Londoner Punkband Dream Nails, das eine „queerfeministische Party“ verspricht. Zu ihrem neuen Song „Kiss My Fist“ sagt Gitarristin Anya Pearson: „Als queere Frau lebe ich wegen meiner Sexualität und meines Aussehens jeden Tag in Angst vor Gewalt. Wir haben ‚Kiss My Fist‘ zu Ehren aller queeren Menschen geschrieben, die einfach versuchen, von A nach B zu kommen, ohne verprügelt zu werden.“

Am Sonntag werden in Los Angeles die Emmys verliehen; die zahlreichen lesbischen Nominierten für den größten TV-Preis der Welt haben wir hier in K-Word vorgestellt.

 

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