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K-Word

K-Word #209: Neues aus der Lesbenwelt

21.7.2017 - Heute: Der österreichische Popstar Virginia Ernst, "GZSZ", US-Basketballstar Sue Bird: "Ich bin lesbisch, und Megan Rapinoe ist meine Freundin", zwei Fußball-Nationalspielerinnen aus Mexiko outen sich als Paar, "Wonder Woman", Film "The Party" und mehr!

Von Karin Schupp

l-mag.de, 21.7.2017 - Virginia Ernst, sozusagen die Kerstin Ott Österreichs, hat ihre Verpartnerung angekündigt: "In knapp einem Monat ist es endlich so weit. Den genauen Termin verraten meine Verlobte und ich aber nicht", verriet sie am letzten Wochenende anlässlich ihres Auftritts beim CSD München. Schon Anfang des Jahres erzählte die Musikerin, die 2014 die meistgespielte Künstlerin im österreichischen Radio war: "Als ich sie gesehen habe, wusste ich sofort, dass ich sie heiraten will. Zwei Wochen nach unserem Kennenlernen, machte ich ihr einen Antrag!" Die frühere Eishockey-Nationalspielerin hatte noch nie Probleme damit, lesbisch zu sein („Deshalb wurde ich schon immer so angenommen, wie ich bin“), und so gab's schon zu ihrer Hitsingle "Rockin‘“ (2014) ein lesbisches Video, und der sexy Clip zu "Not a Love Song“ (2017) lässt nun wirklich gar keine Fragen mehr offen…

US-Basketballstar Sue Bird hat sich als lesbisch geoutet. Die 36-Jährige (Seattle Storm), die mit dem US-Nationalteam vier Mal olympisches Gold und drei WM-Titel holte, hätte sich beinahe schon letztes Jahr in Rio geoutet, aber „dann habe ich einen Rückzieher gemacht“ sagte sie dem Sportmagazin ESPN. Und obwohl sie damals vom beiläufigen Coming Out ihrer Teamkollegin Elena Delle Donne (K-Word #159) beeindruckt war, „war es für mich noch nicht der richtige Zeitpunkt.“ Aber jetzt: „Ich bin lesbisch. Und Megan ist meine Freundin.“ Megan? Ja, genau: Seit vergangenem Herbst ist Bird mit US-Fußballstar Megan Rapinoe (Seattle Reign) zusammen (was auch erklärt, weshalb die zuletzt so verhalten über ihre Hochzeitspläne mit Musikerin Sera Cahoone sprach, mit der sie sich 2015 verlobt hatte; K-Word#182).

Die zwei mexikanischen Fußball-Nationalspielerinnen Bianca Sierra und Stephany Mayor  outeten sich in der New York Times als Paar und warfen ihrem früheren Chefchoach Leonardo Cuéllar vor, dass er ihnen vor der WM 2015 in Kanada verboten habe, sich öffentlich als Paar zu zeigen. Nachdem sie vor einem Jahr auf Twitter zum ersten Mal ein Pärchenfoto gepostet hatten, erlebten sie zudem so viel Homophobie durch ihre Landsleute, dass sie sich entschieden, ihre Heimat gen Europa verließen. Beide spielen inzwischen gemeinsam bei Thor-KA, dem Topverein der isländischen Liga. Sierra und Mayor, die als Mexikos erste offen homosexuelle Sportprofis gelten, lernten sich als Zimmernachbarinnen bei der U20-WM in Deutschland 2010 kennen, kamen aber erst 2013 zusammen. Der neue Nationaltrainer Roberto Medina berief sie im Juli wieder ins Team.

In GZSZ wird es allmählich Zeit, Abschied von Jasmin (Janina Uhse) zu nehmen – Anni (Linda Marlen Runge) hat's ja, nach dem kurzen Wiederaufflackern ihrer Liebe, schweren Herzens schon getan - und nach einem Venedig-Trip wird Janina dann die RTL-Soap verlassen (K-Word #204). Für die 27-Jährige, deren neuen Pläne noch nicht bekannt sind, war die letzte Story mit Anni ein Abgang nach Wunsch: „Es ist auf jeden Fall schön gewesen, zum Schluss noch mal so schöne intime Szenen zu spielen. Das war ein Traum“, sagte sie der Webseite Promiflash. Und immerhin: Jasmin muss nicht – wie viele andere queere TV-Charaktere - den Serientod sterben!

Während Wonder Woman zur unendlichen Überraschung der Filmstudios zum erfolgreichsten Superhelden-Film der letzten 15 Jahre wurde (Echt? Ein Superheld muss nicht männlich sein?), hatte die lesbische Regisseurin Angela Robinson (The L Word, D.E.B.S.) den richtigen Riecher und drehte einen Film über das Trio hinter der Amazonenheldin, die 1941 das Licht der Comicwelt erblickte: Der feministische Psychologe William Moulton Marston (gespielt vom schwulen Schauspieler Luke Evans, Die Schöne und das Biest), seine Frau Elizabeth (Rebecca Hall) und ihre gemeinsame Lebensgefährtin Olive Byrne (Bella Heathcote). In dieser Woche erschien in den USA der erste Trailer, einen deutschen Starttermin für Professor Marston & The Wonder Women gibt es leider noch nicht.

Ab 27. Juli im Kino: The Party von Sally Potter (Orlando) erzählt amüsant und temporeich von einer Dinnerparty, die noch vor dem ersten Gang komplett aus den Fugen gerät. Sieben Freunde wollen eigentlich Janets (Kristin Scott Thomas) Ernennung zur Ministerin feiern, stattdessen aber jagt eine Enthüllung die andere, bis alle heillos zerstritten sind – und eine Pistole ist auch im Spiel… Mittendrin: Martha (gespielt von der lesbischen Schauspielerin Cherry Jones, Transparent), die just an diesem Abend erfährt, dass ihre Frau Jinny (Emily Mortimer) Drillinge erwartet.

„Mir ist, glaube ich, alles vom Herzen gefallen. Es war einfach eine Erlösung – von der ganzen Lügerei, Versteckerei“, sagt Reality-Star Sandra Lambeck (Berlin – Tag & Nacht und bis Frühjahr in Köln 50667) sechs Wochen nach ihrem öffentlichen Coming Out mit ihrer Freundin Nella Ngingo (K-Word #202). Und obwohl sie „als schwarz und gay“ zum Teil doppelt diskriminiert wird, steht sie zu diesem Schritt: „Letztendlich waren 90 Prozent der Kommentare positiv und 10 Prozent negativ. Aber ich muss sagen, ich freue mich. Es war eine gute Entscheidung und ich würde es genau so wieder tun.“

Boy- und Girlgroups waren gestern – heute sind Youtuber die neuen Teeniestars, und (anders als bei den Girlbands früher) sind auch junge Lesben dabei! Neben YT-Star Melina Sophie (1,8 Mio. Abonnent_innen), die sich vor zwei Jahren outete (K-Word #108) gibt’s da zum Beispiel auch Alicia Zimmermann (20), die ihren Kanal AbisZett auch dazu nutzt, LGBT-Aufklärung zu betreiben und über ihre Beziehung mit YT-Kollegin und Harry Potter-Vloggerin Cha Ginger zu sprechen (sie outeten sich Ende 2015 – natürlich auf YT – gemeinsam). Ein Interview mit der Filmstudentin findet ihr im lesbischen Blog frauverliebt, und in diesem Video spricht sie über die „Vorteile am GAY sein“:

Barbara Hammer, Pionierin des lesbischen Experimentalfilms, vergibt ein Stipendium an lesbische Filmschaffende. „The Barbara Hammer Lesbian Experimental Filmmaking Grant“ wird am 4. Dezember vergeben, bewerben könnt ihr euch ab dem 1. August (alle Infos hier).

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