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K-Word

K-Word #355: Neues aus der Lesbenwelt

Heute: Nicola Adams vs. Internet-Trolle, „Batwoman“-Casting, Lili Reinhart („Riverdale“) outet sich, Da Brat, Cara Delevingne, Maren Kroymann, Caster Semenya, Lara Dickenmann, Vera Int-Veen, Hanna Batka, „Alles was zählt“-Liebe mit Corona-Abstand & mehr!

Von Karin Schupp

5.6.2020 - Die bisexuelle Ex-Boxerin und Doppel-Olympiasiegerin Nicola Adams (K-Word #344) und ihre Freundin Ella Baig, eine Beautybloggerin, wehren sich gegen Trolle in den Sozialen Medien und machen anderen Mut, die Ähnliches erleben. In ihrem Video, das sie zuerst auf TikTok posteten, sind verletzende Kommentare eingeblendet, die sie zu hören bekommen, etwa „zu männlich“, „zu schwarz“, „zu viel Makeup“, „du siehst gar nicht lesbisch aus“, „wer ist der Mann?“ oder „wie wär’s mit einem Dreier?“ Der Clip endet mit den Sätzen: „Sei du selbst. Liebe ist Liebe. Du bist schön. Hör nie auf zu kämpfen.“ Baig und Adams, die ihre Karriere im vergangenen November wegen einer Verletzung beenden musste, sind seit 2018 ein Paar.

In den USA treibt die rassistische Polizeigewalt die Massen auf die Straße, auch etliche LGBT-Promis haben sich den Protesten angeschlossen und posteten auf Instagram und Twitter Fotos und Videos davon, darunter Tessa Thompson, Kehlani, Monica Raymund, Ellen Page, Halsey, Cara Delevingne, Paris Jackson, Lauren Jauregui und The L Word: Generation Q-Star Jacqueline Toboni. Riverdale-Star Lili Reinhart („Betty“) nutzte den Anlass gleich noch dazu, sich als bi zu outeten: Sie postete am Mittwoch in ihrer Instagram Story den Aufruf zu einer Solidaritäts-Demo „LGBTQ for #BlackLivesMatter“ (Foto, links) und schrieb dazu: „Auch wenn ich es noch nie öffentlich mitgeteilt habe: ich bin eine stolze, bisexuelle Frau.“

Vielleicht wollte sich Reinhart ja auch als neue Batwoman ins Spiel bringen, für die nach Ruby Roses überraschendem Abgang (K-Word #354) wieder eine offen lesbische/ bisexuelle/ queere Schauspielerin gefunden werden soll (Riverdale und Batwoman haben mit Greg Berlanti übrigens denselben Boss!).

Inzwischen sickerte durch, dass Rubys „Kate Kane“ in Batwoman nicht neu besetzt, sondern eine ganz neue Figur eingeführt wird. „Ryan Wilder wird Batwoman“, erklärt ein geleakter Castingaufruf. „Sie ist liebenswert, chaotisch, ein bisschen verpeilt und ungezügelt. Sie ist ganz anders als Kate Kane. (…) Offen lesbisch. Athletisch. Leidenschaftlich. Fehlbar.“ Für die Rolle wird eine Frau Mitte/ Ende 20 gesucht, Hautfarbe egal und: „Künstlerinnen, die sich als LGBT+ identifizieren, werden aufgerufen, sich zu bewerben.“ (Im Casting ist die Frage nach der sexuellen Orientierung nicht erlaubt – die Schauspielerinnen müssen sich schon selbst outen). Eine „Ryan Wilder“ gibt es in den DC Comics nicht, aber selbst wenn das nur ein Tarnname sein sollte: Bisher trug nur „Kate Kane“ das Batwoman-Cape – entsprechend pikiert reagierten Comic-Fans auf diese Nachricht. Staffel 2 soll in den USA im Januar 2021 starten, bei uns stehen bisher nur die ersten neun Folgen bei Streamingdiensten.

Werden der südafrikanische Leichtathletik-Star Caster Semenya und ihre Frau Violet Raseboya Eltern? Beide posteten gestern auf Instagram Fotos (hier und hier), die Baby-Sneakers zeigen - ein gerne verwendetes Motiv, um Nachwuchs anzukündigen. Offiziell geäußert hat sich mehrfache Weltmeisterin und Olympiasiegerin noch nicht. Die Südafrikanerin, die wegen ihres hohen Hormonspiegels über ihre 800 Meter-Paradestrecke gesperrt wurde (K-Word #312), sattelte übrigens auf die 200 Meter-Distanz um, bei Wettkämpfen konnte sie aber coronabedingt noch nicht antreten.

Vier Jahre nach ihrer Hochzeit auf Mallorca posteten Vera und Obi Int-Veen zum ersten Mal Fotos von ihrem Fest. Obwohl sich die TV-Moderatorin (Schwiegertochter gesucht) bereits 2006 geoutet hat und schon damals mit ihrer heutigen Frau und Managerin zusammen war, sprachen die beiden erst vor einem Jahr öffentlich über ihre Beziehung (K-Word #305).

Da Brats Coming Out im März (K-Word #345) stieß überwiegend auf positive Resonanz, wie die US-Rapperin in Variety  sagte: „Oh mein Gott, ich habe gedacht: ‚Warum hab ich die Scheiße nicht schon vor Jahren getan?‘ Ich habe so viele positive Botschaften, Anrufe und mindestens 1500 SMS gekriegt.“ Nur ihre Mutter reagierte nicht begeistert: „Sie hüpft nicht gerade vor Freude.“ Dass sie ihr Schweigen nach 25 Jahren brach, haben wir ihrer Freundin, der Haarprodukte-Entrepreneurin Jesseca Dupart, zu verdanken. „Ich fand es immer besser, privat zu bleiben“, sagte Da Brat, aber ihre Partnerin sei „ein Social Media-Mogul“ – „da muss man sich in der Mitte treffen. Und für mich war die Mitte, alle wissen zu lassen: ‚Hey, sie ist die Eine.‘“ Da Brat, eine der erfolgreichsten Rapperinnen der 90er Jahre und inzwischen im Reality-TV unterwegs, tourt (soweit möglich) ab Herbst mit dem Theaterstück Set It Off, das auf dem gleichnamigen Film (1996) basiert, und spielt darin Queen Latifahs Rolle: die lesbische Butch Cleo.

Ebenfalls in Variety  sagte Topmodel/ Schauspielerin Cara Delevingne (Carnival Row): „An manchen Tagen fühle ich mich fraulicher. An manchen Tagen fühle ich mich mehr wie ein Mann. Ich glaube, ich werde immer pansexuell sein. Wie immer sich jemand definiert, ob als ‚they‘, ‚he‘ oder ‚she‘, ich verliebe ich mich in die Person.“ Die Britin (27), die sich bisher ungern labelte, aber den Begriff „gay“ auch nicht ablehnte (K-Word #159), hatte mit 18 ihre erste Frauenbeziehung, wie sie in dem Interview erzählt, und war seit 2013 offenbar nur noch mit Frauen zusammen: Sie hatte Affären mit Michelle Rodriguez und Paris Jackson und Beziehungen mit St. Vincent und zuletzt Ashley Benson. Über diese Trennung (K-Word #353) sprach sie nicht, sagte aber: „Mir haben schon immer alle leid getan, mit denen ich eine Beziehung hatte. Es ist schwer, darin eine Normalität zu erhalten. Deshalb tendiere ich jetzt dazu, meine Privatleben viel privater zu halten, weil diese Öffentliche viel kaputt machen kann.“ In diesem Variety-Clip spricht sie außerdem über den Begriff „Pride“ ihre queere Lieblingsfilme und –serien:

So keusch ging‘s seit 60er Jahren nicht mehr im Fernsehen zu: Der versprochene erste Sex zwischen Chiara und Ina in der RTL-Soap Alles was zählt (K-Word #354) fand zwischen zwei Folgen statt - und weder einen Kuss noch irgendeine Berührung gab's zu sehen. Zuerst (am letzten Freitag) zogen sich die beiden in zwei Meter Abstand voreinander aus… und als sie am nächsten Morgen (fürs TV-Publikum: am Dienstag) aufwachten, war Ina schon längst aufgestanden. Dass die körperliche Nähe so großräumig umfahren wurde, ist zwar den Corona-Maßnahmen geschuldet, aber wenn einem nicht noch mehr (optische) Kniffe einfallen, hätte man die beiden lieber nicht ausgerechnet zu Pandemie-Zeiten zusammenkommen lassen sollen - lesbische Soap-Fans sind ja das Warten gewöhnt, da wäre es auf ein paar Wochen nun auch nicht mehr angekommen! Die Folge am kommenden Montag (19:05 Uhr) verspricht allerdings einen Kuss – wir dürfen gespannt sein, wie das inszeniert wird.

Die neue Netflix-Serie Space Force hatte keine Chance, in unsere Liste der sechs neuen Serien mit lesbischen Hauptfiguren (Hightown, Vagrant Queen, Noch nie in meinem Leben, Mythic Quest, The Murders und Homecoming mit Janelle Monáe) aufgenommen zu werden, aber immerhin: Maggie (Lisa Kudrow, Friends), die Frau von Hauptfigur General Naird (Steve Carell), sitzt im Knast und ist dort „nicht 100% hetero“ - eine schöne, wenn auch leider nur kleine Nebenhandlung.

Hanna Batka (K-Word #302) drehte das Video zu ihrem neuen Song „Komet“ wieder mit ihrer Freundin Iris, die auch schon in „We Are“ zu sehen war. „Es gibt so viele Menschen dort draußen, die unzufrieden mit sich selbst sind“, erklärt die Berliner Musikerin ihren neuen Song. „Ich würde mit meinem Song gerne allen die Augen öffnen, um das Schöne an sich zu erkennen.“

Der Höhenflug für Maren Kroymann geht weiter: Für ihre Sketch-Comedy-Show Kroymann bekam sie (neben weiteren Auszeichnungen) bereits 2019 den Deutschen Fernsehpreis in der Kategorie „Beste Comedy“ (K-Word #287). In diesem Jahr wurde ihre Sendung gleich doppelt nominiert: Als „Beste Comedy“ und „Beste Autoren Unterhaltung“. Die für morgen geplante Preisgala fällt coronabedingt aus, wer gewonnen hat, erfahren wir in der zweiten Juni-Hälfte.

 

Die Schweizer Fußball-Rekordnationalspielerin Lara Dickenmann, die mit ihrer VfL Wolfsburg-Kollegin Anna Blässe liiert ist (K-Word #340), versteigert einen handsignierten Fußball für die Kinder-Charity „One World“ - und sie schickt uns außerdem noch dieses Statement zum Pride-Monat Juni:

Sie war der erste weibliche Rockstar: Suzi Quatro, die am Mittwoch 70 Jahre alt wurde, verkaufte seit den Siebzigern mehr als 50 Millionen Platten (2019 erschien ihr 17. Studio-Album „No Control“), beeinflusste Nachwuchsmusikerinnen weltweit und war auch ein Idol für junge Lesben, die damals ja noch keine queeren Vorbilder hatten. Jetzt läuft der Dokumentarfilm Suzi Q (mit coronabedingter Verzögerung) in den (Auto-)Kinos, die schon geöffnet sind, und steht als Video-on-Demand beim Arsenal-Filmverleih (3,99 Euro).

Auch die spanische Frauenband Hinds musste das Erscheinen ihres neuen Albums „The Prettiest Curve“ verschieben, aber seit heute ist es da!

 

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