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K-Word

K-Word #410: Neues aus der Lesbenwelt

2.7.2021 - Queen Latifah outet sich, ebenso Chinas erfolgreichste Fußballnationalspielerin Li Ying, neuer „The L Word“-Trailer, ein Nonnendrama und weitere Lesbenfilme beim Filmfestival in Cannes, „Princess Charming“, L_Tashina - und mehr!

Von Karin Schupp

2.7.2021 - Endlich geschafft: Queen Latifah (51) bekannte zum ersten Mal öffentlich ihre Liebe zu ihrer Lebensgefährtin Eboni Nichols und ihrem gemeinsamen Sohn Rebel, den Nichols 2019 zur Welt brachte (K-Word #273). Mit den Worten „Eboni, my love. Rebel, my love. Peace! Happy Pride!“, beendete sie ihre Dankesrede bei den BET Awards am vergangenen Sonntag, wo die Rapperin und Oscar-nominierte Schauspielerin für ihr Lebenswerk ausgezeichnet wurde. Mit Nichols soll sie seit 2011 liiert sein, aber auch schon zuvor war es ein offenes Geheimnis gewesen, dass Latifah lesbisch ist. Sie selbst wollte aber bisher - trotz Auftritten bei Pride-Events und queerer Filmrollen (Set It Off, Bessie) - nicht darüber sprechen und sagte etwa 2015 in Variety: „Für mich gibt es einen Unterschied zwischen ehrlich zu sein und meine Angelegenheiten mit Menschen zu teilen, die das nicht zu wissen brauchen.“ Oder noch deutlicher 2008 in der New York Times: „Ich finde nicht, dass ich mein Privatleben teilen muss, und es ist mir egal, ob die Leute mich für gay halten. Denkt, was ihr wollt. Das tut ihr sowieso.“

Nach einem kurzen Teaser für Staffel 2 von The L Word: Generation Q (K-Word #407) ist jetzt der erste lange Trailer raus. Größter Schocker: Gigi (Sepideh Moafi) verleitet Bette (Jennifer Beals) zu einem Kuss (und mehr???). Die neuen Folgen starten in den USA am 6. August, zu Sky Deutschland kommen sie voraussichtlich Ende September.

Die chinesische Fußballnationalspielerin Li Ying (28) hat sich als erste Spitzensportlerin ihres Landes geoutet: „Du bist die Quelle und das Ziel all meiner Zärtlichkeit“, schrieb sie bei Sina Weibo, dem chinesischen Twitter, zu einem Foto mit ihrer Freundin, der Influencerin Chen Leilei. Ihr Post ging viral, wurde aber schnell gelöscht, was Spekulationen über Zensur oder Druck, der auf Ying ausgeübt wurde, auslöste. Die Stürmerin stand in 116 Länderspielen auf dem Platz, im Januar wurde sie als einzige Fußballerin Chinas ins „Asiatische Team des Jahrzehnts“ gewählt.

Die US-Schauspielerin Kaylee Bryant machte es kurz: „Hi, mein Name iist Kaylee, und ich bin queer!“, schrieb sie Anfang Juni auf Instagram. Die 23-Jährige spielt in der Vampirserie Legacies (bei Streamingdiensten) eine der Hauptrollen, die pansexuelle Hexe Josie.

Deutschlands ERSTE Lesbenserie ist da: Loving Her steht jetzt in der ZDF-Mediathek und läuft am 3. Juli bei ZDFneo (ab 21:40 Uhr) – an einem Stück, denn leider dauert die 6-teilige Miniserie insgesamt nur eine gute Stunde. Lest hier unsere Serienkritik und in der aktuellen Ausgabe des L-MAG unsere Interview mit Hauptdarstellerin Banafshe Hourmazdi.

Nur noch sechs Kandidat:innen haben derzeit in Princess Charming die Chance, das Herz von Prinzessin Irina zu erobern. In der Gunst des Publikums steht, wenn’s nach Instagram-Fans geht, die Berlinerin Elsa ganz oben, aber wird überhaupt eine von ihnen die lesbische Datingshow an Irinas Seite verlassen? Fest steht bisher nur, dass in der Lesben-Villa einige Freundschaften geschlossen wurden, wie Fotos von privaten Treffen beweisen. An einem Wochenende in Kiel war sogar Irina dabei (s. unten rechts), Elsa bisher aber nie. Ob das etwas zu bedeuten hat? Erfahren werden wir das erst am 20. Juli, wenn bei TVNOW das Finale läuft (und bevor jemand fragt: nein, wann Princess Charming zu Vox kommt, ist noch nicht bekannt). Unsere wöchentlichen Recaps der Folgen stehen hier.

Das Cannes Film Festival (6.-17. Juli) wird am nächsten Dienstag mit einem lang erwarteten Lesbenfilm eröffnet: Benedetta erzählt die Geschichte einer italienischen Nonne im 17. Jahrhundert, die es tatsächlich gab: Benedetta Carlini (Virginie Efira) wurde damals wegen ihrer sexuellen Beziehung mit einer Ordensschwester (Daphne Patakia) verurteilt und blieb bis zu ihrem Tod 35 Jahre später eingekerkert. Paul Verhoevens Drama, in dem auch Charlotte Rampling mitspielt, wurde bereits 2018 gedreht und wäre bereits letztes Jahr in Cannes gelaufen, wenn das Festival nicht coronabedingt ausgefallen wäre. Ob es sich lohnt - Verhoeven ist als Regisseur ja nicht unumstritten - erfahren wir nächste Woche, wenn die Kritiken reinkommen.

Ebenfalls im Wettbewerb von Cannes läuft die Comic-Verfilmung Les Olympiades, Paris 13e von Jacques Audiard über drei Frauen und einen Mann im gleichnamigen Pariser Viertel, die Freund:innen und manchmal auch Lover:innen sind. In Hauptrollen: Noémie Merlant (Porträt einer jungen Frau in Flammen) und Jehnny Beth, bisexuelle Sängerin der Band Savage.

Um die Goldene Palme bewirbt sich auch die lesbische Regisseurin Catherine Corsini (die den Lesbenfilm La Belle Saison  drehte). In La Fracture geht’s um ein Frauenpaar, das vor kurz der Trennung steht und eine Nacht in der - nach einer Demo überfüllten - Notaufnahme eines Pariser Krankenhauses verbringen muss. Valeria Bruni Tedeschi, die eine der beiden Hauptfiguren spielt, ist auf dem Festival auch in Les Amours d‘Anaïs von Charline Bourgeois-Tacquet zu sehen, einer Dreiecks-Liebesgeschichte zwischen einem Ehepaar und einer jungen Frau.

Ikea sorgt derzeit mit Sofas, deren Muster von den verschiedenen Pride-Fahnen inspiriert sind, für Diskussionen. Der Möbelhändler stellte in Kanada zehn „Love Seats“ vor, die unterschiedliche LGBTQ-Identitäten repräsentieren, und lässt  Menschen in kurzen Clips darüber sprechen. Das Styling wurde in den Sozialen natürlich sofort auseinander genommen – vor allem das „bisexuelle Sofa“ mit seinem grapschighändigen Dekor und den Worten „… und niemand glaubt dir“ (mittlere Reihe, 2.v.l.) - und auch der Vorwurf, dass Ikea mit dem Thema nur Profit machen wolle, ließ nicht lange auf sich warten. Als dann aber rauskam, dass die Sofas gar nicht zum Kauf angeboten werden, wurde auch das kritisiert. Man hat's wirklich nicht leicht mit den Leuten auf Twitter & Co...

Die französische Newcomer-Autorin Fatima Daas bekam für ihren Debütroman „Die jüngste Tochter“ (Claasen Verlag; Rezension im aktuellen L-MAG) den Internationalen Literaturpreis 2021. Der Preis, der Autor:innen und deren Übersetzer:innen (in diesem Fall Sina de Malafosse) würdigt, wurde am Mittwoch in Berlin verliehen. In dem semiautobiografischen Roman geht es um eine junge Französin algerischer Herkunft, die versucht, ihre lesbische Identität mit ihrem muslimischen Glauben zu vereinbaren. „Ich habe als Teenagerin festgestellt, dass ich noch nie eine Geschichte über eine maghrebinische, lesbische, muslimische Frau gelesen hatte. Als würde es so etwas nicht geben“, sagte Daas (25) der Deutschen Welle und erklärte, dass sich weder ihre Hauptfigur noch sie selbst zwischen ihrem Glauben und ihrer sexuellen Identität entscheiden wollen: „Ich werde nicht wählen. Es ist möglich, beides zu sein. Ich existiere, also ist es möglich.“

Jetzt neu auf DVD: In Para – Wir sind King geht’s um vier beste Freundinnen aus Berlin-Wedding, die zufällig einen Haufen Kokain finden, der ihre Träume von einem besseren Leben erfüllen könnte. Eine von ihnen ist Fanta (Jobel Mokonzi, Druck), die im Dauerstress ist, weil sie neben ihren Abi-Vorbereitungen ihrer Mutter den Haushalt und manchmal auch den Putzjob abnehmen muss. Dass Fanta lesbisch ist, ist bei ihren Freundinnen kein Thema, kommt in der Serie aber leider viel zu kurz - und im Gegensatz zu den drei Heteras bekommt sie auch keine Lovestory. Die dennoch sehenswerte Serie (wenn man vom unnötig dramatischen Finale absieht) von Hanno Hackfort (4 Blocks) und den Ex-Daily Soap-Autorinnen Luisa Hardenberg und Katharina Sophie Bauer lief im Frühjahr bei TNT und steht auch bei Streamingdiensten (z.B. in der Flatrate von Sky Ticket/ Go).

Nach ihrer ersten Debütsingle „I Is My Name“ wird auch das Video zu L_Tashinas neuer Single „F.W.O.T.“ (Audio auf Youtube) schön lesbisch sein. Der heute erschienene Teaser lässt jedenfalls an den sexy Lesbenthriller Bound – Gefesselt denken. Die lesbische Sängerin und Schauspielerin, die eigentlich Laura Tashina heißt, wurde im Winter einem breiteren Publikum durch eine lesbische Lovestory in der bayerischen Soap Dahoam is Dahoam bekannt (K-Word #388).

 

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