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K-Word

K-Word #451: Neues aus der Lesbenwelt

15.4.2022 - Oscar-Gewinnerin Ariana DeBose und Kristen Stewart spielen demnächst queere Hauptrollen, Cynthia Erivo, Emeli Sandé, „Princess Charming“-Lou und Sara Doorsoun, Brittney Griner-Update, Jojo Siwa, Tash Sultana, Film- und Serientipps und mehr!

Von Karin Schupp

15.4.2022 - Nach ihrem Oscar-Gewinn als erste offen queere Schauspielerin (K-Word #449) hat Ariana DeBose (West Side Story) ihr nächstes Filmprojekt angekündigt: Sie spielt die bisexuelle Hauptrolle in der romantischen Komödie Two and Only, die als eine neue Version des Julia Roberts-Films Die Hochzeit meines besten Freundes beschrieben wird, und produziert den Film auch; das Drehbuch stammt von der queeren Autorin Jen Rivas-DeLoose. Zuvor steht DeBose aber noch als Superschurkin Calypso für den Marvel-Film Kraven The Hunter (2023) vor der Kamera. Und hier könnt ihr euch ihr Landhaus bei New York anschauen, in dem DeBose und ihre Lebensgefährtin Sue Makkoo die Pandemie-Zeit verbrachten.

Da hat ihr Kristen Stewart, Oscar-nominiert für Spencer, etwa voraus: Sie dreht schon ihren zweiten Lesbenfilm nach  The Happiest Season (2020). Der romantische Thriller Love Lies Bleeding von Rose Glass spielt im professionellen Bodybuilding-Milieu. Und bevor ihr euch KStew muskelbepackt und eingeölt vorstellt: Nein, sie spielt nur die Lebensgefährtin einer Bodybuilderin (die noch nicht gecastet wurde). Stewarts aktueller Film, der Science Fiction-Thriller Crimes of the Future, hat im Mai beim Filmfestival in Cannes Premiere.

Ob auch Cynthia Erivo, ebenfalls Oscar-nominiert und seit letzten Jahr offen queer (und mit der Produzentin/ Schauspielerin Lena Waithe zusammen sein soll) eine queere Rolle im Auftragsbuch stehen hat, ist nicht bekannt, aber: im einem Thriller namens Carrier spielt sie demnächst eine Truckerin...

Schön zu sehen: Die Princess Charming-Finalistin Lou Schaaf und die Fußballnationalspielerin Sara Doorsoun (Eintracht Frankfurt), seit letztem Sommer ein Paar (K-Word #418), sind noch glücklich miteinander!

Zwei Wochen, nachdem sie der Welt ihre große Liebe, die Pianistin Yoana Karemova, vorgestellt hatte (K-Word #450), sagte die R&B-Sängerin Emeli Sandé, dass sie nicht wirklich die Unterstützung ihres Plattenlabels und ihres früheren Managements hatte: „Es wurde mir nie direkt gesagt, aber ich hatte definitiv das Gefühl, dass die Leute nicht... sie wollten ein Coming Out vermeiden“, sagte sie der LGBTQ-Zeitschrift Attitude. „Niemand hat jemals direkt zu mir gesagt ‚tu‘s nicht‘, aber es war ein .... Gefühl, ja. Ganz sicher.“ Ihr neues Management, mit dem sie seit 2020 zusammenarbeitet, habe ihr „gesagt: ‚Du kannst nicht mit einer Lüge leben, sei einfach du selbst. Wir lieben dich, jeder, der mit dir auf diese Reise gehen soll, wird mit dir kommen.‘“ Sie selbst, so die Schottin, die bis 2014 mit einem Meeresbiologen verheiratet war, wolle einfach „ehrlich sein. Das ist das Wichtigste.“

In Blind Ermittelt – Tod im Prater, einer ARD-Krimireihe um einen blinden Sonderermittler (ARD, Do, 21. April, 20:15 Uhr), spielen nicht nur die tollen queeren Schauspielerinnen Karin Hanczewski (unser Interview) und Elena Wolff mit, sondern es gibt auch eine lesbische Wendung, ABER: 1. sie kommt sehr spät und ist 2. ärgerlich: Da schwappen nämlich gleich zwei uralte Filmklischees über Lesben hoch, die doch längst überholt sein sollten. Vielleicht hilft nach der Ausstrahlung die ein oder andere Mail an die Redaktion oder ein Kommentar auf der Facebook-Seite der Reihe? (Danke an Leserin Tanja für den Hinweis!)

„Ich möchte diesen Moment nutzen, um die Unterstützung der WNBA für den Phoenix Mercury-Star Brittney Griner zu bekräftigen“, sagte Cathy Engelbert, Boss der US-Basketball-Liga der Frauen, zum Start des WNBA-Drafts am Montag. „Bitte seien Sie gewiss, dass es weiterhin unsere oberste Priorität ist, sie sicher nach Hause zu bringen, und obwohl wir vor einer außerordentlich komplexen Herausforderung stehen, zeigt die Gemeinschaft Stärke, insbesondere in der WNBA.“ Griner, die zwischen den US-Saisons in Russland spielt, wurde im Februar wegen Cannabisöls im Gepäck am Moskauer Flughafen verhaftet und muss bis 19. Mai in U-Haft bleiben (K-Word #448). „Dies ist eine unvorstellbare Situation für BG“, sagte Engelbert über die zweifache Olympiasiegerin. „Natürlich versuchen wir alles, was wir können, jeden Winkel, arbeiten mit ihrem Rechtsbeistand, ihrem Agenten, Amtsträgern, der Verwaltung (…), um Wege zu finden, sie sicher und so schnell wie möglich nach Hause zu bringen.“

Ab 21. Mai im Kino: In In den besten Händen muss ein zerstrittenes Frauenpaar, gespielt von Valeria Bruni Tedeschi und Marina Foïs, wegen eines gebrochenen Arms eine Nacht in der überfüllten Notaufnahme eines Pariser Krankenhauses verbringen. „Mit meiner Lebensgefährtin und Produzentin Élisabeth Perez war ich auf der Suche nach einem Thema für eine Komödie, als ich mir bei einem Sturz den Arm brach“, erzählte uns die französische Regisseurin/ Drehbuchautorin Catherine Corsini (La belle Saison – Eine Sommerliebe) im Interview. Ihre Erfahrungen in der Notaufnahme habe sie als Inspiration genommen „und mich damit auch ein bisschen über mein Unglück lustig gemacht. Es steckt viel Autobrafisches in diesem Film, auch im Zusammenhang mit meiner Liebesbeziehung.“ Das ganze Interview steht im neuen L-MAG, ab 29. April am Kiosk.

Ab 20. April bei Netflix: Der Überraschungshit Matrjoschka von Ehrenlesbe Natasha Lyonne (Orange is the New Black), Leslye Headland (K-Word #433) und Amy Poehler hätte zwar auch gut als abgeschlossene Story funktioniert, aber jetzt gibt's doch eine zweite Staffel - mit neuem Dreh: Die neuen Folgen beginnen  kurz vor Nadias (Lyonne) 40. Geburtstag, und wieder gerät sie in eine Zeitschleife. Nur dass sie diesmal nicht dauernd sterben muss, sondern auf eine Reise in die Vergangenheit ihrer Familie geschickt wird. Wieder dabei sind Alan (Charlie Barnett), mit dem sie das Zeitschleifen-Schicksal teilt, ihre Mutter (Chloe Sevigny) und ihre Freundinnen Maxine (Greta Lee) und Lizzy (gespielt von Headlands Ehefrau Rebecca Henderson, die auch in deren Serie Single Drunk Female, in einer lesbischen Rolle zu sehen ist, K-Word #449).

Dieser Songtitel lässt keine Fragen offen: „Clit Is Good“ von der queeren Sängerin Suzane (K-Word #388) handelt von weiblicher Selbstbefriedigung ohne Scham. „Wenn ich darüber nachdenke, ist es schon erstaunlich, dass die Lust von Frauen* in einer Gesellschaft, in der ihr Körper ständig benutzt wird, um das Verlangen anderer zu wecken, verleugnet und mit Schuldgefühlen belegt wird“, sagt die Französin im Pressetext. Den Song gibt’s auch in einer deutsch-französischen Version mit der Sängerin Alli Neumann - hier als Audio.

Teenie- und TikTok-Star Jojo Siwa hat eine neue Freundin: „Ich bin kein Single, und ich bin treu“, sagte die 18-Jährige, die sich Anfang 2021 als queer outete (K-Word #389), im Podcast Rachel Uncensored. Nach der Trennung von ihrer Freundin Kylie im vergangenen Herbst (K-Word #429) – als sie gerade Kandidatin der US-Promi-Tanzshow Dancing With The Stars war (bei der sie mit ihrer Profi-Tanzpartnerin auf Platz 2 landete) – sei sie ein bisschen „rumgekommmen“, erzählte Jojo. „Ich habe viel ausprobiert und viel gelernt, und ich bin sehr, sehr, sehr glücklich, wo ich jetzt bin.“ Und einen neuen Lesbenkurzhaarschnitt legte sie sich letzte Woche auch zu!

A propos „typischer Lesben-Look“: Im Interview mit der Webseite Queer plädierte  L-MAG-Verlegerin Manuela Kay für ein Bekenntnis zu lesbischen Erkennungszeichen: „Alle Minderheiten auf der Welt freuen sich, ihre Mit-Minderheiten-Familienangehörigen irgendwo zu erkennen und sich damit weniger allein zu fühlen. Das ist ganz ganz wichtig“, sagte sie und wünscht sich auch eine freundlichere Reaktion darauf: „Was Lesben leider immer schwer fällt, ist, sich dann auch mal zuzulächeln oder sich so ein Erkennungszeichen auch zurück zu geben.“ In dem lesenswerten Interview geht’s auch um Diskriminierung in der Lesbenszene und die Frage, ob Nichtbinarität die lesbische Identität bedroht. Und wer Manuela auch hören will: Neulich war sie in Bettina Böttingers Podcast Wohnung 17  zu Gast.

Am 3. Juni erscheint Tash Sultanas neues Album „MTV Unplugged“, das im letzten Jahr in Melbourne aufgenommen wurde, und schon jetzt könnt ihr euch die dritte Single-Auskoppelung „Dream My Life Away“ anhören. Der queere, nichtbinäre Popstar aus Australien (K-Word #371) gibt ab Ende August sechs Konzerte in der Schweiz, Österreich und Deutschland (Tour-Dates).

 

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