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K-Word

K-Word #465: Neues aus der Lesbenwelt

22.7.2022 - Russischer Tennis-Star outet sich, Ex-„Princess Charmings“ Irina und Miri äußern sich zur Kontroverse um die Show, Fußball-Star Sam Kerr auf FIFA 23-Cover und weitere lesbische Erfolge im Sport, Lesbe in „Resident Evil“, Maren Kroymann, Luna - und mehr!

Von Karin Schupp

22.7.2022 - Der russische Tennis-Star Daria Kasatkina, Nummer 12 der Weltrangliste, outete sich am Montag als lesbisch und veröffentlichte danach auf Instagram ein Pärchenfoto mit ihrer Freundin, der russisch-estnischen Eiskunstläuferin Natalia Zabiiako (s. unten). Ihre Sexualität zu verstecken, sei „zu schwer, es ist sinnlos“, sagte Kasatkina dem Youtuber Witja Krawtschenko und kritisierte die verbreitete Angst in ihrem Heimatland (in dem sie aktuell nicht lebt), dass Homosexualität „ansteckend“ sei. „Die Vorstellung, dass jemand gay sein oder werden will, ist lächerlich“, sagte sie. „Ernsthaft, wenn man die Wahl hat, würde sich doch niemand für das Schwulsein entscheiden. Warum sollte man sich das Leben schwerer machen, vor allem in Russland?“ Inspiriert wurde die 25-Jährige durch Nadeschda Karpowa, der bisher einzigen offen lesbischen Spitzensportlerin aus Russland. Die in Spanien spielende Fußballerin reagierte begeistert: „Als ich davon gehört habe, war ich so stolz!“, zitiert sie der Guardian. „Ich war begeistert und sprang wie verrückt in meiner Wohnung herum.“

Die lesbische Tennislegende Billie Jean King schickte Glückwünsche per Twitter, und der deutsche Tennisstar Andrea Petkovic sagte am Rande der Hamburger European Open der dpa: „Ich fand's wahnsinnig mutig, wahnsinnig cool. Ich habe es gefeiert und werde es weiter feiern.“ Bei genauerem Hinschauen war Kasatkinas Coming-out aber nicht die ganz große Überraschung, denn bereits 2021 outete sie sich in einem russischen Youtube-Interview als bi. Natalia Zabiiako ist übrigens auch kein No-Name: Im Paarlauf holte sie mit Alexander Enbert 2019 WM-Bronze und 2018 olympisches Silber in der Teamwertung.

Fußball-EM: Das DFB-Team zog mit einem 2:0-Sieg gegen Österreich ins Halbfinale ein und trifft dort am 27. Juli (21 Uhr) auf Frankreich oder die Niederlande. Unsere Liste der lesbischen, bisexuellen und queeren Spielerinnen ist mittlerweile von 50 auf 59 angewachsen (die 60 machen wir bis zum Finale bestimmt noch voll!), den lesbischsten Kader hat Schweden mit 9 Spielerinnen, gefolgt von Niederlande und England.

Maren Kroymann (heute Abend in der WDR-Talkshow Kölner Treff zu Gast) hat jetzt auch einen Podcast: In War's das? spricht sie mit Frauen übers Älterwerden, „weil ich fand, dass dieses Themenspektrum einfach viel zu wenig vorkommt und noch viele wichtige Fragen ungestellt waren“, schrieb die 73-Jährige auf Instagram. Zu Gast sind etwa die Nobelpreisträgerin Christiane Nüsslein-Volhard, die Ex-TV-Moderatorin Petra Gerster und die lesbische Sprachwissenschaftlerin Luise F. PuschWar’s das? steht in der ARD-Mediathek oder bei eurem Podcatcher, neue Folgen gibt’s immer donnerstags.

Girlsquad (ZDF Mediathek, 10 Folgen) ist eine französische Serie über vier Freundinnen, die ihre Sommerferien am Meer genießen wollen, stattdessen aber Drama, Gewalt und sogar Tod erleben. Eine von ihnen, die coole DJane Ruby (Lola Saint-Gilles), ist queer, aber Achtung: Sie trifft es besonders hart – dass wir das uralte Filmklischee „Bury Your Gays“ längst hinter uns gelassen haben sollten, haben die Drehbuchautor:innen offensichtlich noch nicht gehört.

In der neuen Netflix-Serie Resident Evil, die auf der gleichnamigen Videospielreihe basiert, gibt’s eine lesbische Superschurkin: Evelyn Marcus (Paola Núñez) ist der CEO der mächtigen Umbrella Corp, und ihr bürgerlicher Anstrich - verheiratet mit Regenbogenfamilie –, täuscht natürlich. Was es mit dieser Szene (aus Folge 7) auf sich hat, müsst ihr selber rausfinden:

Es geht aber auch mal andersrum: Der britische Sender BBC hat die deutsche Miniserie Eldorado KaDeWe (unsere Serienkritik) gekauft, in deren Mittelpunkt ein lesbisches Paar, Kaufhaus-Erbin Fritzi (Lia von Blarer) und Verkäuferin Hedi (Valerie Stoll), steht.

Bei der Leichtathletik-WM in den USA holte Yulimar Rojas ihren dritten Mal WM-Titel im Dreisprung. Die Olympiasiegerin von Tokio, Weltrekordhalterin und Welt-Leichtathletin des Jahres 2020 outete sich nach den Olympischen Spielen in Rio 2016 (K-Word #212) als lesbisch. Im Clip wirbt sie für einen Uhrenhersteller:

Für Caster Semenya reichte es bei der WM im 5.000 Meter-Lauf nur für Platz 28. Die zweifache Olympiasiegerin und dreifache Weltmeisterin über 800 Meter ist seit 2018 für Distanzen bis 1600 Meter gesperrt (K-Word #394). Da die Südafrikanerin, die mit ihrer Frau Violet eine Tochter (3) hat, eine Absenkung ihrer natürlich erhöhten Testosteronwerte mit Medikamenten ablehnt, schulte sie auf längere Strecken um. 

Die Hockey-Torhüterin Anne Veenendaal holte mit dem niederländischen Nationalteam am letzten Sonntag die Weltmeisterschaft – ihr zweiter WM-Titel nach 2018. Die 26-Jährige, die zu den (mindestens) 189 LGBTQ-Athlet:innen in Tokio 2021 gehörte, ist mit der nordirischen Hockey-Nationalspielerin Ayeisha McFerran, ebenfalls Torfrau, zusammen – in der Vorrunde trafen die beiden Teams aufeinander (Holland gewann 5:1).

Die US-Fußballnationalspielerinnen Tobin Heath und Christen Press zeigten sich erstmals öffentlich als Paar: Auf der Sportpreisverleihung ESPYS posierten sie Händchen haltend (oder besser: kleiner Finger haltend) für die Fotograf:innen. Dass die beiden ein Paar sind, gilt schon seit Jahren als offenes Geheimnis, im Juni outete sich zuerst Press (K-Word #460) und dann Heath (K-Word #461). Lesbische ESPY-Gewinnerinnen an dem Abend waren Basketball-Star Candace Parker (K-Word #444) als „Beste WNBA-Spielerin“, Megan Rapinoe für ihr Eckballtor bei den Olympischen Spielen 2021 und Sam Kerr, die Kapitänin des australischen Fußballnationalteams, als „Beste Internationale Sportlerin“.

Sam Kerr ist auch die erste Frau auf einem internationalen Cover des Videogames FIFA: Die Chelsea-Stürmerin, die mit der US-Nationalspielerin Kirstie Mewis liiert ist (K-Word #416), schmückt mit dem Franzosen Kylian Mbappé die Ultimate Edition von FIFA 23 (erscheint am 30. Sept.). Frauen - nämlich Alex Morgan (USA) und Christine Sinclair (CDN) - waren bisher nur auf dem nordamerikanischen FIFA 16-Cover zu sehen.

Zwei Coming-of-age-Filme: Das rbb Fernsehen zeigt am 23. Juli (23:30 Uhr) Princess Cyd über die 16-jährige Cyd (Jessie Pinnick), die während der Sommerferien bei ihrer Tante in Chicago nicht nur sich selbst findet, sondern auch ihre erste Liebe mit der coolen Barista Katie (Malic White) erlebt (unsere Filmkritik). Im BR Fernsehen läuft am 28. Juli (23:15 Uhr) der österreichische Film Siebzehn, der in einem Provinz-Internat spielt: Paula (Elisabeth Wabitsch) ist in Charlotte (Anaelle Dézsy) verliebt, die aber einen Freund hat – und fängt selbst was mit einem Mitschüler an. Und was will eigentlich Lilli (Alexandra Schmidt), die sich verführerisch in den Vordergrund drängt?  (Unsere Filmkritik)

Ein Fest für alle Fans von Céline Sciamma: Es gibt jetzt ein Blu-ray-Box-Set mit allen fünf Spielfilmen der französischen Regisseurin, die immer Mädchen und junge Frauen (Bande des Filles – Mädchenbande, Petite Maman – Als wir Kinder waren) und oft queere Themen (Water Lilies, Tomboy, Porträt einer jungen Frau in Flammen) in den Mittelpunkt stellt.

Letzte Woche kam’s in Princess Charming zu einer Grenzüberschreitung in Form eines ungewollten Kusses, in dieser Woche kam Amelia noch einmal darauf zu sprechen, handelte das Thema aber sehr kurz ab (bzw. RTL+ entschied sich zum Herunterspielen desselben) - unser Episoden-Rückblick. Heute meldeten sich Staffel-1-Princess Irina Schlauch und Ex-Kandidatin Miri Bouaouina auf Instagram zu Wort und kritisierten den Umgang des Senders mit dem Vorfall, ermahnten aber auch die Hater:innen im Netz zu mehr Freundlichkeit und Wohlwollen gegenüber der zweiten Staffel und ihren Teilnehmerinnen.

Ein Happy End gab’s für das „verbotene“ Princess Charming-Traumpaar Paula und Dora: Die beiden entschieden sich endlich füreinander und verließen gemeinsam die Villa. Wermutstropfen für uns: Jetzt sind sie leider nicht mehr in der Sendung zu sehen! Ob aus der Bremer Krankenschwester und der Kölner Kaffee-Startupperin ein Paar wurde, sollen wir leider erst in der Reunion-Show Mitte August erfahren.

Bekannt wurde Luna mit TikTok-Clips, 2020 stieg sie mit „Verlierer“ direkt auf Platz 3 der Single-Charts ein, in „blau“ verarbeitete sie 2021 ihr lesbisches Coming-out (K-Word #413), und jetzt kündigte die 19-Jährige ihre erste EP an: „verlierer“ erscheint am 26. August. Und schon heute da: Lunas neue Single „müde“.

 

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