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K-Word #478: Neues aus der Lesbenwelt

28.10.2022 - Brittney Griner: Berufung abgewiesen, Kira Walkenhorst in RTL-Show, „Princess Charming“-Jessi, Wilhemine, drei lesbische Sportlerinnen gehören zu den „50 Most Marketable Athletes“, Mary Lambert, „The Last Thing Mary Saw“ und weitere Film- und Serientipps.

Von Karin Schupp

28.10.2022 - Brittney Griner (K-Word #477) muss im Knast bleiben: Am Dienstag lehnte ein Moskauer Gericht die Berufung des lesbischen US-Basketballstars ab und berechnete lediglich die Haftzeit neu: Nach Einbezug ihrer U-Haft reduziert sie sich von neun auf etwa acht Jahre. Griner, die per Videoschalte aus einem Straflager außerhalb Moskaus teilnahm, zeigte wie im Prozess (K-Word #467) geständige Reue für die Einreise mit 0,5 g Cannabisöl im Gepäck. Seit ihrer Verhaftung habe sie „sehr traumatische“ Erfahrungen gemacht, sagte sie und erklärte: „Ich bin jetzt seit fast acht Monaten hier, und Menschen mit schwereren Straftaten haben weniger bekommen als ich.“ Die US-Regierung bietet schon seit Monaten vergeblich einen Gefangenenaustausch an. Am Mittwoch ließ der Kreml wissen, dass er für Verhandlungen offen sei, solange sie „nur in aller Stille und unter strenger Geheimhaltung“ stattfinden würden.

Am Sonntag tritt die Beachvolleyballerin Kira Walkenhorst im Promi Special von Nina Warrior Germany an (RTL, 30. Okt., 20:15 Uhr). Die Olympiasiegerin 2016 und Weltmeisterin 2017 (mit Laura Ludwig), die mit ihrer Frau Maria vierjährige Drillinge hat (am Mittwoch feierten sie Geburtstag!), kündigte auf Instagram bereits ein weiteres „tollen TV-Event mit mir“ an, verriet aber noch nichts Genaues. Schlag den Star (ProSieben)? Ewige Helden (Vox)? Beruflich startet die Hamburgerin ab 2023 mit einer neuen Partnerin durch: Künftig spielt die frühere U18-Europameisterin Anna Behlen an ihrer Seite.

Am letzten Samstag heirateten die Sängerin Mary Lambert (Foto, r.), die durch ihren  Gesang im Macklemore & Ryan Lewis-Hit „Same Love“ weltweit bekannt wurde, und Wyatt Paige Hermansen, Uni-Professor:in in Massachussetts. Das Paar ist seit vier Jahren zusammen und verlobte sich im vergangenen November (K-Word #430). Im Interview mit der Zeitschrift People verriet Lambert, dass sie an einem neuen Album arbeite, das sich mit Körperbildern und Selbstakzeptanz beschäftigt, und: „Wir werden bald Kinder haben.“

Drei lesbische Sportlerinnen gehören zu den Athlet:innen mit dem größten Vermarktungspotenzial weltweit. Die australische Fußballnationalspielerin Sam Kerr (FC Chelsea, K-Word #416) steht auf Platz 9 der Liste „50 Most Marketable Athletes of 2022“, US-Basketballstar Candace Parker (K-Word #444) und Fußballweltmeisterin Megan Rapinoe (K-Word #463) landeten auf den Plätzen 26 und 27. Wermutstropfen: 2021 schafften es noch vier weitere queere US-Fußballerinnen in die Top 50: das Fußballerinnenpaar Ashlyn Harris und Ali Krieger (beide in der Top 10!), Kelley O’Hara und Kerrs Freundin Kristie Mewis. Die von Cristiano Ronaldo und Serena Williams angeführte Liste eines Sportmarketingportals bewertet die Social Media-Aktivitäten, die Zahl ihrer Follower sowie deren Anteil an Frauen, Jüngeren und Fans mit gesellschaftspolitischem Interesse und Affinität zu Konsumgütern.

Heute erscheint endlich Wilhelmines Debütalbum „Wind“. „Auf dem Album werden Songs sein, die ich in den letzten zwei Jahren über Themen geschrieben habe, über die ich noch gar nicht gesprochen habe“, sagte die Berliner Sängerin im aktuellen L-MAG, dessen Cover sie schmückt. Im Interview spricht sie auch darüber, dass sie mit ihrer Freundin Alexa „so glücklich wie noch nie“ ist, was sich auch auf deren Kölner Heimat erstreckt: „Ich bin sehr verliebt in Köln!“ Außerdem in der neuen Ausgabe: das Schwerpunktthema Romantik, legendäre Frauenpaare aus Büchern, Filmen und Serien, ein Interview mit der queeren Münchener Musiker:in Seda, Lesben in Afghanistan, Serbien und im Iran, lesbische Comics aus Japan und wie immer viele News, Buch-, Musik-, Film- und Serientipps. Jetzt an jedem Bahnhofskiosk, im Abo, als e-Paper und bei Readly erhältlich.

Seit 27. Okt. im Kino: In Bodies Bodies Bodies besucht ein frisch verliebtes lesbisches Paar, gespielt von Amandla Stenberg (K-Word #257) und Maria Bakalova, eine Party reicher Gen Z-Kids, bei der ein Gast nach dem anderen stirbt - eine unterhaltsame Sozialsatire mit Horror-Elementen, die auch Angsthasen wie ich aushalten können. Hier unsere Filmkritik und hier der US-Trailer, da der deutsche Trailer mal wieder komplett ausklammert, dass der Film zwei lesbische Hauptfiguren hat.

Noch mal Grusel: Wer den lesbischen Nonnenfilm Benedetta (2021) unterhaltsam-campy fand, wird auch The Last Thing Mary Saw mögen. Das historische Horror-Drama wird in Rückblenden erzählt: Mary (Stefanie Scott), die Tochter des Hauses, wird mit dem Hausmädchen Eleanor (Isabelle Fuhrman) in flagranti erwischt und von Marys frommen Eltern brutal bestraft, was das Liebespaar jedoch nicht auseinander bringt, sondern Rache schwören lässt. Als Marys Großmutter auf mysteriöse Weise ums Leben kommt, wird Mary, inzwischen erblindet, als Mörderin angeklagt… Jetzt neu auf DVD und bei Streamingdiensten.

In der britischen Thrillerserie Ragdoll spielt Lucy Hale (Pretty Little Liars) eine lesbische Kommissarin, die aus den USA zu einem Ermittlerteam stößt, das einen Serienmörder jagt (ab 31. Okt. bei RTL+).

Ab 2. Nov. bei Disney+: Reboot, die neue Serie von Modern Family-Schöpfer Steven Levitan, spielt hinter den Kulissen einer Sitcom-Produktion - und ist überraschend queer: Hannah (Rachel Bloom, Crazy Ex-Girlfriend) arbeitet als Showrunnerin am Comeback einer alten Comedyserie und muss sich mit dem egozentrischen Cast, dem Sender und ihrem Drehbuchteam - halb jung und divers/ queer, halb alt und chauvinistisch - herumschlagen. In Folge 4 erfahren wir, dass sie lesbisch ist, später bekommt sie auch einen Love Interest, gespielt von Stephanie Allynne (The L Word: Generation Q), und in zwei Folgen haben zwei Schauspielerinnen eine Affäre miteinander.

Gelungenes Princess Charming-Crossover: Wiki aus Staffel 1 und Staffel 2-Gewinnerin Jessi (immer noch mit Hanna glücklich!) posteten dieses Video, in dem Jessi auf blöde Heteromänner-Kommentare à la „So wie du sehen gar keine richtigen Lesben aus“ kontert:

Aktuell im Kino ist auch Bros, die erste romantische Komödie eines US-Mainstreamstudios mit einem fast ausschließlich LGBTQ-Cast, allen voran Billy Eichner (der auch das Drehbuch schrieb) und Luke Macfarlane als verhindertes Liebespaar. In Nebenrollen sind unter anderem Dot Marie Jones (Glee), Monica Raymund (Chicago Fire) und Amanda Bearse (Eine schrecklich nette Familie) zu sehen. „Ich freue mich, dass es einen Schwulenfilm eines großen Studios gibt“, kommentierte Politkommentatorin Rachel Maddow kürzlich in der Talkshow What’s What Happens Live. „Denn das bedeutet, dass wir Lesben in 40 Jahren einen kriegen.“

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Weiterlesen: K-Word #477: Neues aus der Lesbenwelt

 

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