Station zwei: Bar Buka
Zwanzig Minuten zu Fuß vom Lellebel entfernt, im belebten Viertel De Pijp, liegt das Buka – ihre „Sister Bar“, wie Tori sie liebevoll nennt. Der Weg führt über Brücken mit metallenem Geländer, über die Herengracht und die Keizersgracht. Schwer vorstellbar, dass sich unter unseren Füßen Wasser und Holzpfähle befinden. Letztere wurden in den sumpfigen Boden gerammt und tragen bis heute die Häuser und Kais der historischen Innenstadt. Es riecht nach Staub, Wiese und Kanalwasser. Möwen schreien, an den vor Anker liegenden Hausbooten blühen Blumen in Töpfen.
Zu den explizit als lesbisch gelabelten Orten Amsterdams zählen das B’ Femme (leider seit 2025 geschlossen), das Café Saarein sowie die Bar Buka, die Marianne van der Wildt im Jahr 2019 eröffnete.
Da Marianne gerade nicht in der Stadt ist, haben wir uns via Zoom zum Interview verabredet. Sie ist 44, hat einen Abschluss in International Economics. Die Idee, eine Lesbenbar zu betreiben, sei anfangs nur ein Scherz gewesen, erzählt sie L-MAG. „Wir haben uns gefragt: Warum gibt es so viele schwule Orte, und so wenige für uns? Da habe ich zu einer Freundin als Witz gesagt: Ich mache selbst was auf! Ein Jahr später hatte ich eine Bar.“
Da sie in Indonesien geboren ist, habe sie sie Buka genannt, nach dem indonesischen Wort für „offen“. Offen und bunt sieht auch das Interieur aus, mit vielen kleinen Tischen. Es gibt Speeddating, Treffen für Kinksters oder für Frauen über fünfzig. Für den extra sapphischen Flair sorgen die Cocktails, die Marianne „Gold Star“, „Femme“ oder „Lesbeau“ getauft hat.
Anders als noch vor zehn Jahren steigen heute einige Partyreihen für FLINTA* in den Clubs der Stadt. Das freue sie natürlich, sagt Marianne; aber wenn ihre Bar freitags nicht voll wird, mache ihr das Sorgen. „Ich sage: Lesbische Orte können nur existieren, solange die Lesben herkommen.“ Ihre Motivation, weiterzumachen, ist ähnlich wie bei Tori Anneke. Sie möchte der Community etwas zurückgeben. Bei der traditionellen „Canal Parade“ am 1. August – dieses Jahr Highlight der World- Pride – wird das Buka-Team mit einem eigenen Boot dabei sein.
Tori war übrigens Stammkundin im Buka, bevor sie selbst das Lellebel übernahm. Marianne wurde für sie eine Art Mentorin, gab Tipps. Wie der Papierkram funktioniert, welche Vorräte an Wodka, Rum und Gin es braucht. Das Motto, das auf der Schaufensterscheibe des Buka steht, hat Tori sich, in dankbarer Würdigung, auf ihren Unterarm tätowieren lassen: „Where girls meet”.