Eigentlich war geplant, in jeder der drei Kategorien nur einen sogenannten „Medalist“ zu küren. Stattdessen gingen die Medaillen beziehungsweise Glaspokale an drei Gewinner:innen je Kategorie. „Die Auswahl war einfach zu stark“, so die Jury, in der Vertreter:innen aus Wirtschaft, Staat und Zivilgesellschaft saßen.
„Ey, dann lasst uns das doch gemeinsam machen!“
„Ich empfinde es als Privileg, Teil der queeren Community zu sein“, sagt die junge Anwältin Besdegül Ünsal, nachdem sie strahlend ihre Auszeichnung als „Prout Voice“ entgegengenommen hat. „Wir bewegen so viel – und ich freue mich, dabei zu helfen.“
Die lesbische Mitarbeiterin der globalen Wirtschaftskanzlei Freshfields wollte nicht hinnehmen, dass führende Kanzleien mit Verweis auf knappe Budgets bei Pride-Paraden fehlen. „Ey, dann lasst uns doch unsere Budgets zusammentun und das gemeinsam machen!“ Sie vernetzte erstmals unterschiedliche Kanzleien, die zwar wirtschaftliche Konkurrenten sind, nun aber an einem Strang zogen. Das Ergebnis: ein gemeinsamer Truck auf dem CSD Frankfurt 2025. „Wir machen das dieses Jahr wieder – diesmal in Frankfurt und München“, erzählt sie L-MAG. Denn gemeinsam ließen sich Ziele besser und schneller erreichen: „Ich wünsche mir, dass wir den Mut auch in schwierigen Zeiten nicht verlieren und laut, sichtbar und intersektional für eine bessere Zukunft kämpfen.“
Auch Microsoft-Führungskraft Florian Deter machte im Rahmen der Preisverleihung klar, warum es ihm ein Anliegen ist, sich gerade jetzt für queere Belange einzusetzen, obwohl er nicht selbst Teil der Community ist: „Neutralität ist keine Option, wenn sich Leute aufgrund ihrer Identität weniger sicher fühlen.“
Alle Preisträger*innen und Nominierten stehen hier.