K-Word

K-Word #655 Neues aus der Lesbenwelt

17.4.2026 - Ruby Rose wirft Katy Perry sexuellen Übergriff vor, große Ehre für Queen Latifah, Magdalena Eriksson: jetzt im Männerfußball unterwegs, Wilhelmine, Filmtipps – und mehr!

Von Karin Schupp

17.4.2026 - Ruby Rose, Schauspielerin (Orange is the New Black, Batwoman) und Ex-Topmodel, hat Katy Perry („I Kissed a Girl“) wegen eines mutmaßlichen sexuellen Übergriffs angezeigt. Dazu soll es 2010 in einem Club in Melbourne gekommen sein: „Sie schob ihre Unterhose zur Seite und rieb mir ihre ekelhafte Vagina ins Gesicht“, schrieb die lesbische Australierin auf Threads. Sie habe den Vorfall lange als „lustige kleine Saufstory“ erzählt und dann ganz für sich behalten, als die Sängerin ihr dabei half, ein US-Visum zu bekommen. Dass sie erst jetzt wirklich darüber sprechen könne, zeige, „wie schwerwiegend die Folgen von Traumata und sexuellen Übergriffen sind.“ Perrys Presseteam bezeichnete die Vorwürfe umgehend als „absolut falsch und gefährliche, unverantwortliche Lügen“, während Rose erklärte, Zeug*innen und Beweisfotos auffahren zu können. Der damalige Manager des Clubs erinnert sich nur daran, dass beide betrunken gewesen seien - mitbekommen habe er nichts. Ob Ruby sich noch was für ihre angekündigten Memoiren (K-Word #651) aufgehoben hat? Sie schrieb nämlich außerdem: „In den Jahren vor ihrem albernen Lied [„I Kissed a Girl“] ist noch so viel mehr passiert, worüber sie nicht möchte, dass ich spreche.“ 

Große Ehre für Queen Latifah: Die frühere Rapperin, heute vor allem als Schauspielerin (The Equalizer) bekannt, erhält den „Early Influence Award“ der Rock’n Roll Hall of Fame. Der Preis geht an Pionier:innen der Musikkultur, die andere Künstler:innen inspiriert haben. Latifah, die sich 2021 - nach jahrelangen L-Gerüchten - outete (K-Word #410), ist damit aber (noch) nicht Mitglied der prestigeträchtigen Ruhmeshalle in Cleveland, deren Frauenanteil nach wie vor unter kümmerlichen 10 Prozent liegt. Zu den acht Neuzugängen, die am Montag vorgestellt wurden, gehört auch in diesem Jahr nur eine Frau: Sade Adu mit ihrer Band Sade. Schade: Auf der 17-köpfigen Nominierungsliste standen auch die Popstars P!nk und Shakira und die lesbische Rockmusikerin Melissa Etheridge

Bayern-Star Magdalena Eriksson, seit 2023 beim Deutschen Meister und Pokalsieger, hat jetzt einen Zweitjob: Sie ist Scout des Männerteams des Münchener Clubs und dort für Südamerika zuständig. „Viele Leute denken, ich scoute auch für die Damenmannschaft, aber ich persönlich finde, das wäre ein ziemlich großer Interessenkonflikt gewesen“, sagte die Schwedin bei Viaplay. Während sie ihre internationale Karriere inzwischen beendete, bleibt die 32-Jährige den Bayern-Frauen als Spielerin erhalten: Im Dezember verlängerten sie und ihre Verlobte Pernille Harder (K-Word #569) ihre Verträge bis 2028.

Das Sitcom-Revival Malcolm Mittendrin – Unfair wie immer (Disney+) überrascht mit einem queeren Familienmitglied: Kelly, gespielt von Newcomer:in Vaughan Murrae, ist das jüngste Kind der Familie (mit dem Mutter Lois im Serienfinale 2006 schwanger war) und wird schnell als nichtbinär eingeführt. Das sei ihnen ein echtes Anliegen gewesen, erklärte Tracy Katsky, die mit ihrem Mann, dem Malcolm-Schöpfer Linwood Boomer, die Mniserie produzierte: „Drei unserer vier Kinder sind queer, und ohne daraus eine große Sache zu machen, finde ich es schön, eine Figur zu haben, bei der das einfach nur eine Facette ihrer Persönlichkeit ist und nicht die ganze Geschichte.“

Das Internationale Frauenfilmfestival Dortmund/Köln IFFF (in diesem Jahr in Köln) zeigt vom 22.-26. April über 90 Spiel-, Dokumentar- und Kurzfilme von Frauen. Im Programm der queeren Sektion „begehrt!“ steht etwa Lesbians Free Everyone – The Beijing Retrospective, ein Rückblick auf die UN-Weltfrauenkonferenz 1995, die von Lesben aus aller Welt mit wichtigen Forderungen aufgemischt wurde. Die Performancekünstlerin Annie Sprinkle und ihre Frau Beth Stevens nehmen uns in Playing With Fire: An Ecosexual Emergency mit in ihre „ecosexuelle“ Welt. Und L-MAG präsentiert die südkoreanischen Komödie Manok über eine lesbische Barbesitzerin, die nach Jahren in Seoul in ihr konservatives Heimatdorf zurückkehrt. Hier geht’s zum Programm und Ticketverkauf.

Neu auf DVD und im Streaming: In dem Neo Noir-Thriller Stone Cold Fox haut Fox (Kiernan Shipha) von zu Hause ab und findet in der Drogendealerin Goldie (Krysten Ritter) ihre erste Liebe. Doch auch dieser toxischen Beziehung entflieht Fox - mit einer Tasche voller Drogen - und macht sich damit Goldie und den korrupten Polizisten Billy (Kiefer Sutherland) zu Gegenspieler:innen…

Seit 16. April im Kino: Jodie Foster spielt in der französischen Dramedy Paris Murder Mystery eine Psychiaterin, die nicht an den Suizid ihrer Patientin (Virginie Efira) glaubt und selbst zu ermitteln beginnt. Queeres Detail am Rande: Während einer Hypnosesitzung sieht sie, dass sie in einem früheren Leben, während der Nazi-Besatzung, eine Affäre mit ihr hatte…

Ebenfalls neu im Kino: Über einen Zeitraum von zwei Jahren begleitet Denn dieses Leben lebst nur du vier trans bzw. intersexuelle Menschen, Gabriel, Elisabeth und und das Paar Melina und Dunja, die in der konservativen Provinz am Bodensee leben, wo sie sich weniger in die Anonymität zurückziehen können, wie es vielleicht in der Großstadt möglich ist.

„Unsere Version von ‚Rebel Girl‘ von Bikini Kill“ ist der neue Song von MUNA, wie das queere Frauentrio im Pressetext erklärt: „‚Wannabeher‘ Er handelt davon, jemanden zu bewundern und dabei nicht zu wissen, ob man selbst so sein möchte wie diese Person, mit ihr zusammen sein möchte oder beides. Ein queeres Schlüsselerlebnis.“ Das neue MUNA-Album „Dancing on the Wall“ erscheint am 8. Mai.

Wilhelmine verlost anlässlich ihres neuen Album-Releases „Nur Mut“ (erscheint am 15. Mai) ein Privatkonzert. Mitte Mai beginnt auch ihre neue Tour, bei der unter anderem ihre ebenfalls queeren Kolleginnen kleinabaoho (Wien), Luna (Stuttagart, Frankfurt/M., München), Cloudy June (Berlin) zu Gast sind.

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