Von Gudrun Fertig
27.7.2026 - „Wir teilen euren Schmerz“, das sagte Barbie Breakout in Richtung der Angehörigen und Freund*innen der Opfer des Anschlags auf den Berliner CSD bei der gestrigen Mahnwache am Pariser Platz. Schmerz, Anteilnahme und Trauer stehen an diesem Tag im Mittelpunkt. Die Berliner Community nimmt Anteil und ist tief getroffen, das zeigten die rund 10.000 Menschen, die sich am frühen Nachmittag vor dem Brandenburer Tor versammelten. Bei der von den D-Dur Dykes* organisierten Mahnwache trauerten, schwiegen und sangen wir gemeinsam.
Ein bisschen Trost über politische Differenzen hinweg
Zusammen stehen, das ist alles, was nach so einer Tat möglich ist und ein kleines bisschen Trost spendet. Über politische Differenzen hinweg, als Menschen. Rassistische Ressentiments sind dabei genau so wenig angebracht, wie billige antifaschistische Parolen. Überrascht von dem Anschlag war hingegen niemand so richtig, das war auch klar. Wir alle wussten und fürchteten, dass die queere Community in Berlin nicht vor einem extremistischen, in diesem Fall vermutlich islamistischen, Anschlag gefeit ist. In zu vielen anderen Städten dieser Welt ist es schon passiert.
Ein Schlag gegen unsere Community
Und das an dem Tag, der wie kein anderer für queere Sichtbarkeit, Freiheit und Selbstbestimmung steht: dem Tag des Berliner CSD. Das ist ein Schlag gegen unsere Community, gegen Berlin und die historischen Errungenschaften dieser Stadt, was (nicht nur) queere Freiheit und Selbstverwirklichung betrifft. Herzzerreißend muss es sich auch für die Veranstaltenden des Berliner CSD anfühlen. Monatelang den CSD zu planen, Sicherheitsvorkehrungen zu treffen, und dann mit einem solch mörderischen Hass konfrontiert zu werden. Das ist nicht leicht auszuhalten. Unsere Solidarität und Umarmung gilt euch, ebenso wie allen anderen, die queere Veranstaltungen organisieren und mit dem steten Risiko eines Vorfalls leben müssen.
In den nächsten Wochen werden aufgrund des Anschlags sicher die verschiedensten politischen Süppchen gekocht. Flammende Reden sind zu erwarten. Zu hoffen bleibt, dass wir Raum für das gemeinsame Trauern lassen und Kraft sammeln, um weiterzukämpfen. Out and Proud.