K-Word

K-Word #663: Neues aus der Lesbenwelt

19.6.2026 - In England startet lesbische Datingshow, Ariana Grande gründet Charity zur Unterstützung von LGBTQ, lesbische Schiedsrichterin bei der Fußball-WM, Rosie O'Donnell: Tochter im Knast, Melissa Etheridge, Meg Stalter („Hacks“), Lena Stoehrfaktor und mehr!

Von Karin Schupp

19.6.2026 - Während wir in diesem Jahr auf Princess Charming verzichten müssen (und die Sendung vielleicht heimlich schon abgesetzt wurde, K-Word #662), erschien in dieser Woche der Trailer von Staffel 2 von I Kissed A Girl (K-Word #558). In der britischen Datingshow werden die Singles - alle zwischen Anfang und Mitte 20, fast alle langhaarig und feminin - zu „idealen“ Paaren zusammenkombiniert und müssen nach einem Begrüßungskuss rausfinden, ob tatsächlich etwas aus ihnen werden könnte. Start ist am 23. Juni, in Deutschland ist die BBC3-Show leider nicht legal zu sehen. Und wie der Sender schon ankündigte: Nach Staffel 2 geht's nicht weiter. 

Bei der Fußball-WM der Männer treten wieder mal keine offen schwulen Spieler an, aber immerhin gibt’s eine offen lesbische Schiedsrichterin: Beim Gruppenspiel zwischen Tschechien und Südafrika in Atlanta war Brooke Mayo eine der zwei Assistentinnen von Schiedsrichterin Tori Penso uns damit Teil des einzigen rein weiblichen Teams des Turniers.* Die 37-Jährige, US-Schiedsrichterin des Jahres 2026 und auch bei den Olympischen Spielen in Paris und der Frauen-WM 2023 dabei, lebt mit ihrer Frau Falon in Colorado. (* Das erste rein weibliche Referee-Trio gab's übrigens bei der WM 2022 in Katar beim Spiel Deutschland gegen Costa Rica.)

Die spanische Ex-Nationaltorhüterin Sandra Paños heiratete am 12. Juni die Trainerin und Ex-Spielerin Sara Mérida. Paños, die zuletzt bei der EM 2022 zwischen den spanischen Pfosten stand, gehörte danach zu den Spielerinnen, die aus Protest gegen Trainer und Verband aus dem Nationalteam zurücktraten. Gerade unterschrieb sie beim US-Club San Diego Wave FC, wo Anja Mittag (K-Word #621) zuletzt ein Jahr lang Individualtrainerin war. Die deutsche Ex-Nationalspielerin scheint ihren Vertrag dort aber nicht zu verlängern.

Ariana Grande verkündete die Gründung ihrer Stiftung „The Brighter Days Ahead Foundation“. Die Charity wird kleine Organisationen finanziell fördern, „die schutzbedürftigen Communitys Schutz, Unterstützung und lebenswichtige Ressourcen bieten“, heißt es auf ihrer Webseite. „Der Schwerpunkt liegt dabei auf dem Schutz der Rechte von Trans- und LGBTQ+-Personen, der Verbesserung des Zugangs zu psychologischer Betreuung sowie dem einfühlsamen und mitfühlenden Umgang in Krisensituationen.“ Die Sängerin und Schauspielerin, die selbst hetero ist (und einen schwulen Bruder hat), steuerte schon vor vier Jahren 1,5 Mio. Dollar zu einer Spendenaktion für trans Jugendliche bei.

Meg Stalter, bekannt aus der Comedyserie Hacks , berichtigte die Washington Post, die sie in einem Porträt als „Bisexuelle mit losem Mundwerk“ bezeichnete. „Ich würde sagen, dass ich eine Person mit unschuldigem Mundwerk bin, die überwiegend lesbisch, aber auch immer noch bi ist, eher lesbisch, aber eben doch bi, und wirklich nette Sachen sagt“, erklärte sie im US-Magazin Paper und korrigierte sich noch mal: „… eine Person, die nur ihre Freundin liebt!“ Stalter ist seit vier Jahren mit ihrer Freundin Maddie zusammen. Die 35-Jährige, die eine von vielen queeren Schauspieler:innen in Hacks ist (bei RTL+, nur die fünfte und letzte Staffel fehlt noch), startete mit dem Dance Pop-Song „GAY“ jetzt auch ihre Musikkarriere.

Melissa Etheridge (K-Word #661) sprach in einem queeren Podcast darüber, wie „unwohl“ sie sich vor ihrem öffentlichen Coming-out 1993 fühlte: Als ihr drittes Album „Never Enough“ (1992) erschien, „dachte ich: Das wird langsam ein bisschen unangenehm, weil meine Musik so persönlich war“, erzählte die lesbische Rockmusikerin im Elton John Impact Awards Podcast. Ihre Texte – wenn auch genderneutral formuliert - handelten ja von „Leidenschaft und Sehnsucht und Liebeskummer und deshalb wurden die Fragen, die mir die Interviewer stellten, immer detaillierter.“ In der Community, so die 65-Jährige, „wussten die Leute, dass ich lesbisch bin, und das hat mir große Angst gemacht. Ich dachte: ‚Die Leute werden denken, ich lüge und versuche, etwas zu vertuschen.‘“ 1993 setzte sie dem Ganzen endlich ein Ende und outete sich nach dem Release von „I’m the Only One“ - der ihr größter Hit wurde! 

Fußballstar Sam Kerr wechselt zum New Yorker Club Gotham FC, wo sie auf ihre früheren Chelsea FC-Teamkolleginnen Jess Carter und Ann-Katrin Berger (K-Word #561) treffen wird. Die Australierin (32), die zu den besten Fußballerinnen der Welt gehört, wechselte 2019 aus den USA nach England, wo auch ihre Freundin, die US-Nationalspielerin Kristie Mewis, unter Vertrag war. Inzwischen sind die beiden Eltern eines Sohns (K-Word #608) und seit Ende 2025 verheiratet (K-Word #641).

Rosie O’Donnell (The L Word: Generation Q) schilderte auf Instagram einen Besuch bei ihrer Tochter Chelsea im Knast: „Wir haben so viel durchgemacht“, schrieb sie in ihrem poetischen Text. „Ich versuche, die Traurigkeit abzuschütteln.“ Chelsea, die zweitälteste ihrer fünf (Adoptiv-)Kinder, sitzt seit Oktober 2025 eine Haftstrafe ab, nachdem sie gegen Bewährungsauflagen verstoßen hatte. Verurteilt wurde sie wegen des Besitzes von Methamphetamin, häuslicher Gewalt und Vernachlässigung eines ihrer vier Kinder. „Sie wird diesen Sommer 29“, heißt es in O’Donnells Text. „Und alles, was ich sehe, wenn ich sie anschaue/ Ist ein blondes Baby in Windeln.“ Die lesbische Schauspielerin, die seit Jahren eine herzliche Feindschaft mit Donald Trump pflegt (K-Word #618), zog im letzten Jahr mit ihrem jüngsten Kind nach Irland.

Wer Donkey Days in der Queerfilmnacht Juni verpasst hat: Die schwarze Komödie von Rosanne Pel startet am 25. Juni auch regulär im Kino. Im Mittelpunkt stehen zwei Schwestern, die impulsive lesbische Lehrerin Anne (Jil Krammer) und die kühle Karrierefrau Charlotte (Susanne Wolff), die ihr Leben lang von ihrer manipulativen Mutter (Hildegard Schmahl) gegeneinander ausgespielt wurden. Bei einem Besuch in ihrem Heimatdorf sind die beiden Rivalinnen aber dazu gezwungen, sich endlich zusammenzuraufen...

In ihrer neuen Single „Golden Shower“ rechnet Lena Stoehrfaktor mit der männlich dominierten Rap-Szene ab. Das gleichnamige Album der queeren Berliner Rapperin erscheint am 22. Oktober.

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