„Über 4000 Dykes, Freunde und Freundinnen mit all ihrer lesbischen Power“

26.7.2018 - In Berlin startet der Dyke* March nun schon zum 6. Mal. Der von L-MAG initierte Marsch „für mehr lesbische Sichtbarkeit und Lebensfreude“ lockt auch in diesem Jahr wieder viele Teilnehmerinnen an

Von Dana Müller

26.07.2018 – In Berlin wurde 2013 der Startschuss für eine ganze Bewegung gegeben: Zum zehnjährigen L-MAG-Jubiläum organisierte das L-MAG-Team den ersten Dyke* March. L-MAG-Chef­redakteurin Manuela Kay und Fotoredakteurin Steff Urgast sind zuversichtlich, dass es genauso weitergeht.


Was ist das Besondere am Dyke* March Berlin?


Steff: Ganz sicher die Größe und Vielfalt. In den letzten Jahren ist der Dyke* March immer weiter angewachsen. Wenn über 4.000 Dykes, Freunde und Freundinnen mit all ihrer lesbischen Power und Kreativität die Straßen einnehmen, ist das ein ungemein bestärkendes Gefühl.

Manuela: Keine Stadt ist wie Berlin und keine Szene ist so wie die Lesbencommunity in Berlin - im Positiven wie im Negativen. Wir haben den Luxus sehr viele zu sein und über eine gute, gewachsene Infrastruktur verfügen zu können. Diese muss aber gehegt und gepflegt werden, wie man an den verschwundenen Lesbenbars sieht. Da geht man in Berlin manchmal zu lieblos mit der eigenen Szene um.


Warum braucht Berlin einen Dyke March?

Manuela: Weil sich 5.000 Lesben, die freudig durch die Straßen demonstrieren nicht irren können und weil es uns Spaß macht, die Stadt zu erobern!
Steff: Berlin gilt gemeinhin als besonders offen und tolerant. Und natürlich gibt es hier einige lesbische Netzwerke und Treffpunkte. Doch noch immer ist sind Szene und Gesellschaft auch männlich dominiert. Dagegen ein starkes Zeichen für lesbische Sichtbarkeit und Zusammenhalt zu setzen - das braucht es am besten überall, auch in Berlin.

Steff: Berlin gilt gemeinhin als besonders offen und tolerant. Und natürlich gibt es hier einige lesbische Netzwerke und Treffpunkte. Doch noch immer ist sind Szene und Gesellschaft auch männlich dominiert. Dagegen ein starkes Zeichen für lesbische Sichtbarkeit und Zusammenhalt zu setzen - das braucht es am besten überall, auch in Berlin.

Was treibt euch an, den Dyke* March zu organisieren?


Manuela: Ich habe dieses Gefühl „Ja, dafür habe ich gekämpft“ erlebt, als ich beim Dyke* March in New York und San Francisco war. Dieses Gefühl wollte ich in meiner Szene, bei mir zuhause, mit meinen Freundinnen auch erleben.


Steff: Ich bin etwas später zum Orgateam dazugestoßen. Für mich ist es bewegend, die Entwicklung des Dyke* Marches mitzuerleben und mitgestalten zu können. Ich empfinde das, ganz ohne Über­treibung, in der Geschichte der lesbischen Emanzipationsbewegung jetzt schon als historisch.


Was ist der Traum für die Zukunft?


Manuela: Mein Traum wäre, dass es wieder schöne Lesbenbars in Berlin gibt – raus aus dem Internet, rein ins analoge Leben! Und dass die AfD untergeht mitsamt allen rechten, rassistischen Ideen und auch die letzten Wählerinnen mit rechten Tendenzen kapieren, dass nur eine Welt, in der Geflüchtete willkommen sind und in der für Frauen- und LGBT-Rechte eingestanden wird und nicht nur die eigene Kleinfamilie im Mittelpunkt steht, einen guten Lebensraum für alle Menschen – vor allem auch für Lesben – bietet.

Steff: Wenn wir es schaffen, das Gefühl dieser Demonstration, diesen Zusammenhalt innerhalb der Community und die Solidarität von Freund*innen in den Alltag zu tragen, ist viel gewonnen. Zudem steht noch immer die volle rechtliche Gleichstellung aus, Stichwort Adoptionsrecht. Und wenn diese errungen ist, hätte ich nix dagegen, wenn Roller Derby zum Schulfach wird, Stone Butch Blues zur Standardliteratur und Lesbe endlich zum liebsten Kosewort.

Freitag, 27. Juli, Start: 19 Uhr, Platz der Luftbrücke (vor dem Flug-
hafengebäude). Angeführt von Dykes on Bikes und eingerahmt von Dycycles on Bicycles (Fahrrädern) am Ende des Zuges



www.dykemarchberlin.com

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