K-Word

K-Word #676: Neues aus der Lesbenwelt

25.9.2026 - Neue lesbische Comedyserie „Slo Pitch“, PS5-Game „Marvel’s Wolverine“: Sony löscht im Nahen Osten lesbische Inhalte, Ruby Rose in (angeblich) härtester Realityshow der Welt, Cara Delevingne, Tash Sultana - und mehr!

Von Karin Schupp

25,9.2026 - Beim kanadischen Streamingdienst Crave, der mit der schwulen Eishockeyserie Heated Rivalry einen Überraschungshit landete, startet heute eine lesbische Sportserie. Bei Slo Pitch handelt es sich allerdings nicht um eine erotische Lovestory im Profisport, sondern um eine Comedy, die in einer Freizeitliga angesiedelt ist. Im Mittelpunkt steht das erfolglose queere Softballteam „Bovaries“, dessen Trainerin Leanne (Emily Hampshire, Schitt’s Creek) sich unerwartet von Mitgründerin Joanne (Jess Salgueiro) trennte und zur Konkurrenz zu den Erzrivalinnen überlief. Ihre Ex will nun aus Rache unbedingt die Meisterschaft gewinnen. Sexy wie Heated Rivalry sei Slo Pitch nicht, dafür „aber sehr horny“, sagte Showrunnerin Karen Knox (die selbst mitspielt) und ergänzte in einem anderen Interview: „Wenn du beim Knutschen auf Hotdog-Atem stehst, ist das genau dein Ding.“ Die Adaption einer Low Budget-Webserie wurde von Elliot Pages (K-Word #510) Firma PageBoy produziert. Einen deutschen Starttermin gibt's leider noch nicht.

Sony löscht in einigen Ländern offenbar alle lesbischen Bezüge aus seinem neuen Game Marvel’s Wolverine. In dem PS5-Spiel, das Mitte September erschien, sind die weiblichen Charaktere Mystique und Tyger ein Ehepaar – das wurde jedoch im Nahen Osten, etwa dem Libanon, unkenntlich gemacht. So zeigen Bilder und Szenen, die User:innen posteten, dass ein Hochzeitsfoto der beiden aus einem Bilderrahmen verschwunden ist, in den Dialogen werden Worte wie „Wife“ (Ehefrau) ausgeblendet und in den Untertiteln durch Sternchen ersetzt (siehe Clip unten, auf „Anschauen“ tippen). Viele kritisieren Sonys Vorgehen als heuchlerisch: Während sich das Unternehmen in westlichen Ländern queerfreundlich gibt, zensiert es solche Inhalte in bestimmten Märkten, um seine Umsätze nicht zu gefährden. Trotz mehrfacher Nachfrage von Game-Blogs hat sich Sony bisher nicht dazu geäußert.

Um Ruby Rose ist es beruflich ruhiger geworden, seit sie 2020 aus Batwoman ausstieg (K-Word #365); zuletzt machte die lesbische Australierin Schlagzeilen, als sie Popstar Katy Perry sexuelle Belästigung vorwarf (K-Word #655). Jetzt aber tauchte die Australierin wieder auf dem Bildschirm auf: Sie ist im Cast der - irritierend militärischen - US-Realityshow Special Forces: World’s Toughest Test, die in dieser Woche startete. Darin setzen sich Prominente im Dschungel von Malaysia dem ultraharten Training aus, das sonst Elite-Soldat:innen durchlaufen. Anders als sonst üblich scheiden die Teilnehmenden nur durch Aufgabe, Verletzung oder Rausschmiss durch die Ausbilder:innen aus. In der ersten Folge haderte Ruby damit, wegen früherer Verletzungen (am Batwoman-Set, wie sie sagt) nicht voll einsatzfähig zu sein. In der Show selbst blieb sie allerdings heil – und brach sich erst danach „alle Rippen, als ich einfach nur im Garten gearbeitet habe“, wie die 40-Jährige dem Magazin Us erzählte. Ihr neuer Film Dustlands mit Terrence Howard – natürlich ein Actionfilm - startet voraussichtlich 2027.

Sie ist bereits als Model und Schauspielerin erfolgreich – und jetzt auch als Musikerin: Heute erschien „Not Normal“, das erste Album von Cara Delevingne. In Jimmy Fallons Tonight Show performte sie ihren Song „Crazy Baby“, in dessen Video Samara Weaving (Nine Perfect Strangers) ihren Love Interest spielt, und führte ihr Ritual vor Auftritten vor: Einen Kopfstand (das kann sie also auch!). Die Britin, die sich seit diesem Jahr klar als „stolze Lesbe“ bezeichnet (K-Word #661), dreht aktuell mit Yura Borisov (Anora) das heterosexuelle Liebesdrama (und Salma Hayeks Regiedebüt) Arena. Ihr aktueller Film Club Kid startet am 28. Januar 2027 im Kino.

„Ich bin sehr stolz, eine Lesbe zu sein. Ich habe keine Angst vor dem Wort“, sagt auch Hayley Kiyoko in einem Interview mit DIVA. Mehr über die US-Sängerin, Buchautorin und Regisseurin – die Adaption ihres lesbischen Jugendromans Girls Like Girls lief auch bei uns im Kino (K-Word #670) – könnt ihr in der aktuellen Ausgabe des britischen Lesbenmagazins lesen.

In der britischen Tanzshow Strictly Come Dancing (die bei uns Let’s Dance heißt) gibt’s in Staffel 24 wieder ein Frauenpaar: Die Schauspielerin Bethany Antonia, bekannt als Lady Baela Targaryen in House of the Dragon, tritt mit Tanzprofi Nancy Xu an. Nach der Premiere am letzten Samstag wird’s in der nächsten Folge ernst für die beiden - nicht dass sie gleich wieder rausfliegen wie das Frauenpaar in der aktuell laufenden US-Show Dancing With The Stars! (K-Word #675). Antonia, die sich 2024 als lesbisch outete, ist der fünfte Promi mit gleichgeschlechtlicher Partner:in in Strictly Come Dancing. Den Anfang machte 2020 die Box-Olympiasiegerin Nicola Adams (K-Word #386), danach folgten Comedienne Jayde Adams, Moderator Richie Anderson und Schauspieler Layton Williams.

Neues von Tash Sultana: Der queere, nichtbinäre Popstar aus Australien singt in „Something In the Water“ über das Loslassen und den Neuanfang. „In den vergangenen eineinhalb Jahren hat sich mein Leben auf eine Weise verändert, die ich mir niemals hätte vorstellen können“, schreibt Tash im Pressetext dazu. „Jetzt schlage ich eine neue Seite auf und lasse alles los, was nicht mehr zu mir gehört – alte Beziehungen, frühere Versionen meiner selbst, das Bild davon, wer ich meiner Meinung nach sein musste, und die Vorstellung davon, wohin meine Karriere gehen sollte.“ Das Video basiert auf einer wahren Begebenheit: Vor zehn Jahren bekam Tash von einer Numerologin „eine Vorhersage über meine Zukunft, die sich unheimlich genau bewahrheitete.“

 

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