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11 sexy Lesbenfilme für die Corona-Couch

1.4.2020 - Der erste Kuss, das Paar sinkt ins Bett – und dann bricht der nächste Morgen an… viele Lesbenfilme halten uns knapp, was Liebesszenen angeht. Es gibt aber auch löbliche Ausnahmen, die mehr als nur eine Sexszene bieten: wir stellen elf heiße Filme vor!

Karin Schupp, 1.4.2020

1. Below Her Mouth, Kanada 2016, Regie: April Mullen, 91 min.

Sex pur: Die coole Dachdeckerin Dallas baggert die vermeintliche Hete Jasmine an, und es dauert nicht lange, bis sie im Bett landen. Und auf dem Tisch! Und am Kühlschrank! Und in der Badewanne! Der von Frauen für Frauen gedrehte Film „soll dem weiblichen Orgasmus eine Stimme geben“, sagte die Drehbuchautorin Stephanie Fabrizi. Und den Stimmen der Hauptfiguren, das lesbische Model Erika Linder und Natalie Krill (Wynonna Earp), hört man gerne zu!

Auf DVD und bei Google Play, iTunes, Maxdome, Rakuten TV, Sony, Videobuster, Videoload - unsere Filmkritik

2. Bound - Gefesselt, USA 1996, Regie: The Wachowskis, 108 min.

Eigentlich ein blutiger Thriller, aber uns ist der zweite Film der Wachowski-Schwestern (Matrix, Sense8), damals noch als „Brüder“ firmierend, vor allem als heiße Lovestory zwischen einer Mafia-Braut und einem Ex-Knacki in Erinnerung. Die Sexszenen von Jennifer Tilly und Gina Gershon tragen die Handschrift der lesbischen Sexpertin Susie Bright, die als Beraterin fungierte und den beiden Heteras Lehrreiches beibrachte, wie Tilly in einem Interview erzählte: „Sie sagte: ‚Frauen haben auch ein Sexualorgan. Es heißt Hand!‘“

Auf DVD und bei Amazon Video, Google Pay, iTunes

3. The Duke of Burgundy, GB 2014, Regie: Peter Strickland, 106 min., OmU

In dieser lesbischen Version von 50 Shades of Grey sind die Machtverhältnisse in der S/M-Beziehung zwischen einer reichen Schmetterlingsforscherin (Sidse Babett Knudsen, Borgen) und ihrer Haushälterin (Chiara D’Anna) nicht ganz so, wie sie auf den ersten Bick erscheinen. Bildgewaltiger Film im Siebziger Jahre-Retro-Look (50 Shades of Sepia sozusagen) und ganz ohne Männer.

Auf DVD und bei Amazon Video, Google Play - unsere Filmkritik

4. Room in Rome - Eine Nacht in Rom, Spanien 2010, Regie: Julio Medem, 107 min.

Zwei Frauen, die einander begehren, verbringen eine Nacht in einem Hotelzimmer: Damit ist die Handlung auch schon erzählt - für alle, die zwischen den Liebesszenen gerne vorspulen: hier ist das nicht nötig! Dem Trash-Vorwurf hält der Film lässig entgegen, dass er für vier Goya Awards (derm spanischen Oscar) nominiert war, darunter auch die Hauptdarstellerinnen Natasha Yarovenko und die lesbische Schauspielerin Elena Anaya (Wonder Woman, Die Haut, in der ich wohne).

Nur auf DVD

5. Die feurigen Schwestern, Argentinien 2018, Regie: Albertina Carri, 115 min., OmU

Ein Frauenpaar, das einen Porno drehen möchte, macht einen Roadtrip durch Argentinien, dem sich immer mehr Frauen anschließen. Viel Sex in immer neuen Konstellationen, fluide Genderidentitäten, sehr verschiedene Körper jenseits der Schönheits-Konventionen und ein bisschen Spiritualität – ihr merkt schon: kein Mainstream!

Nur auf DVD – unsere Filmkritik

6. Die Taschendiebin – The Handmaiden, Südkorea 2016, Regie: Chan-wook Park, 145 min.

Eine Diebin heuert als Dienstmädchen bei einer jungen, reichen Frau an, um sie gemeinsam mit einem Heiratsschwindler um ihr Erbe zu bringen – verliebt sich dann aber in sie. Die ins Korea der 1930er verlegte Adaption eines Romans der lesbischen Autorin Sarah Waters polarisierte mit seinen (drei längeren!) Liebesszenen: Die einen fanden sie sexy, die anderen kritisierten sie als männlich-pornografische Nummernrevue aller lesbischer Sexstellungen. Problematischer sind aber die sexuellen Machtgelüste des sadistischen Onkels und der brutale Showdown.

Auf DVD und bei allen großen Streaminganbietern (außer Netflix) – unsere Filmkritik

7. Concussion – Leichte Erschütterung, USA 2013, Regie: Stacie Passon, 95 min., OmU

Eine gelangweilte lesbische Ehefrau und Mutter (Robin Weigert) bricht aus ihrer heilen Regenbogenfamilie aus, um heimlich als Callgirl für Frauen zu arbeiten, und verliebt sich in eine ihrer Kundinnen (Maggie Siff). Trotz der Sexszenen: Die lesbische Regisseurin Stacie Passon drehte keinen Erotikfilm, sondern erzählt von einer Midlife Crisis und sexueller Frustration.

Auf DVD und bei Amazon Video, Chili, Flimmit, Google Play, iTunes

8. Duck Butter, USA 2018, Regie: Migue Arteta, 94 min.

Zwei Frauen beschließen, es mal ganz anders anzugehen: Sie wollen in einem 24-stündigen Sex- und Beziehungsmarathon herausfinden, ob sie wirklich zueinander passen. Der Film wurde tatsächlich weitgehend innerhalb von 24 Stunden gedreht, die bisexuelle Schauspielerin Alia Shawkat (Transparent) und Laia Costa (bekannt aus dem deutschen Film Victoria, 2015) improvisierten die Dialoge. Costas Rolle war ursprünglich für einen Mann gedacht, aber es ließ sich keiner finden, der das Konzept verstand, wie Co-Drehbuchautorin Shawkat erklärte. Uns kann’s nur recht sein!

Nur bei Netflix

9. Die Misandristinnen, D 2017, Regie: Bruce LaBruce, 91 min., Originalversion (engl., dt., dänisch) mit deutschen Untertiteln

Für die Freundinnen des schrägen, queeren Humors: Eine lesbisch-feministische Terrorzelle, die sich nach außen hin als katholisches Mädcheninternat tarnt und sich mit polyamourösen Sex und Orgien die Zeit vertreibt, will die geplante Revolution mit Pornos finanzieren – eine gute Gelegenheit, sämtliche Lesben-Softsex-Klischees vorzuführen. Der Low Budget-Trash des schwulen, kanadischen Underground-Regisseurs Bruce LaBruce wurde in Brandenburg gedreht.

Nur auf DVD - unsere Filmkritik

10. When Night is Falling – Wenn die Nacht beginnt, Kanada 1995, Regie: Patricia Rozema, 94 min.

Die Lovestory zwischen einer katholischen und heterosexuell verlobten Dozentin (Pascale Bussières) und einer lesbischen Zirkusartistin (Rachel Crawford) fällt in dieser Liste ein bisschen aus der Reihe: Der Klassiker der lesbischen Regisseurin Patricia Rozema ist eher sinnlich-erotisch als sexuell, überrascht aber mit einer vierminütigen Sexszene unterm Zirkuszeltdach – diese Dauer war nicht nur für die 90er Jahre revolutionär und wurde erst 2013 von Blau ist eine warme Farbe (s. unten) übertroffen.

Nur auf DVD

11. Blau ist eine warme Farbe, Frankreich 2013, Regie: Abdellatif Kechiche, 172 min.

Kein Lesbenfilm war so umstritten wie der Cannes-Gewinner 2013, und vor allem seine Sexszenen mit Adèle Exarchopoulos und Léa Seydoux polarisierten: Viele Lesben fanden sich darin nicht wieder, und auch viele Heteros fühlten sich unbehaglich. Kein Wunder: vor allem die legendäre längste lesbische Liebesszene der Filmgeschichte - sieben Minuten, ohne Musik und sonstige Ästhetisierungen – löst das Gefühl aus, ins Schlafzimmer der Nachbarinnen reingeplatzt zu sein. Der Dreh dauerte übrigens erschöpfende zehn Tage!

Auf DVD und bei allen großen Streaminganbietern (außer Netflix)

 

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