News

UPDATE: Noch mehr lesbische Stars der Fußball-WM 2019

10.6.2019 - Wenn mal einmal anfängt, genauer hinzuschauen... Mindestens 33 lesbische und bisexuelle WM-Spielerinnen (darunter zwei länderübergreifende Paare!) treten in Frankreich an – so viele wie nie zuvor! Spitzenreiterinnen: USA, Australien und die Niederlande.

Von Karin Schupp

10.6.2019 (Update: 15.6.19) - Vor vier Jahren in Kanada zählten wir 17 offen lesbische und bisexuelle WM-Fußballerinnen, und obwohl in Frankreich 2019 nur noch knapp die Hälfte von ihnen wieder im Kader ist, hat sich unsere Liste fast verdoppelt! Und es gibt neben den USA einen weiteren überraschenden Spitzenreiter mit gleich sechs Spielerinnen! Leider nicht dabei: Deutschland.

Anmerkung: Aufgenommen wurden nur Spielerinnen, die öffentlich über ihre sexuelle Identität oder Beziehung sprechen und/ oder in deren sozialen Medien man ohne längeres Suchen und Heruminterpretieren Fotos findet, die eindeutig ihre Freundin/ Frau/ Lebensgefährtin zeigen. Andernfalls wäre die Liste deutlich länger.

 

USA:

Das Team um die lesbische Trainerin Jill Ellis ist nicht nur Titelverteidiger, sondern bleibt auch weit vorne, was lesbische Sichtbarkeit angeht.

Ko-Kapitänin Megan Rapinoe (Seattle Reign FC), die schon ihre dritte WM spielt, gehört zu den fünf Nationalspielerinnen, die den US-Verband auf Gleichbehandlung mit den Männern verklagten (inzwischen schloss sich das gesamte Team an), unterstützt die Black Lives Matter-Bewegung und engagiert sich für LGBT-Rechte. Die 33-Jährige ist seit 2012 offen lesbisch und seit 2016 mit Basketball-Star Sue Bird liiert, mit ihrer ebenfalls lesbischen Zwillingsschwester Rachael betreibt „Pinoe“ nebenbei ein Kleiderlabel.

NEU: Tierna Davidson, mit 20 die Jüngste im Team, war „U.S. Soccer Young Female Player of the Year 2018“ und sagte letzte Woche über Megan Rapinoe: „Sie ist unglaublich mutig gewesen. Und sie konnte über ihr Privatleben sprechen – also kann ich es auch.“ Die Verteidigerin der Chicago Red Stars ist seit zwei Jahren mit ihrer Freundin Alison zusammen, die anreisen wird, wenn die Amerikanerinnen ins Halbfinale kommen.

Dass Adrianna Franch (28), die dritte Torfrau des Teams, mit ihrer Freundin Emily Boscacci verlobt ist, ist eine Information, die ganz selbstverständlich auch auf der offiziellen Webseite des US-Nationalteams zu finden ist. Die 28-Jährige wird übrigens bei den Portland Thorns von Nadine Angerer trainiert.

Ali Krieger und Ersatztorfrau Ashlyn Harris (beide Orlando Pride) lernten sich 2010 beim Nationalteam kennen und wurde 2015 zusammen Weltmeisterinnen – dass sie ein (frisch verlobtes) Paar sind, verrieten sie aber erst in diesem Frühjahr. Ashlyn (33) hatte zuvor schon durch Anzug-und-Krawatte-Outfits bei offiziellen Events und mit einem neuen Kurzhaarschnitt gewisse Signale ausgesendet. Dass Ali (34), die lange beim FFC Frankfurt spielte, sich bereits vor der letzten WM auf Youtube geoutet hat, hatte bis dahin kaum Beachtung gefunden, wohl weil sie nicht den entscheidenden Satz „Ich bin…“ sagte.

 

Niederlande:

NEU - Vivianne Miedema (22), die erfolgreichste Torschützin des amtierendes Europameisters, lernte ihre Freundin Lisa Evans bei Bayern München kennen, 2017 wechselte die beiden zusammen zu Arsenal London. Sie sind eins der zwei (soweit bekannt…) WM-Paare, die in gegnerischen Teams spielen: Lisa steht im Kader von Schottland (s. dort).

NEU - Auch das zweite nationenübergreifende Paar ist bei Arsenal unter Vertrag: Daniëlle van de Donk (27), ebenfalls Europameisterin 2017, ist mit der englischen Nationalspielerin Beth Mead (s. dort) zusammen.

NEU - Und auch Anouk Dekker (32), die schon bei der WM 2015 und der EM 2017 eine wichtige Stütze des Teams war, lernte ihr Freundin bei der Arbeit kennen: Genessee Daughetee spielte, wie Anouk, beim französischen Club Montpellier, ist inzwischen aber keine aktive Fußballerin mehr. 

Auf unserer "Liste der lesbischen EM-Fußballerinnen 2017" ist sie uns noch durchgerutscht, aber Europameisterin Sherida Spitse (29), die beim norwegischen Club Vålerenga spielt, ist seit sechs Jahren mit ihrer Freundin Jolien van der Tuin zusammen und seit letztem Jahr verheiratet. Als Jolien im April 2017 ihren gemeinsamen Sohn zur Welt brachte, schickte auch der niederländische Fußballverband der jungen Familie offizielle Grüße.

Merel van Dongen (26), die schon im WM-Kader 2015 war, sagte im Januar der holländischen Webseite NRC: „Wir sind glücklich zusammen. Nichts oder niemand kommt uns in die Quere. Ist es nicht seltsam, dass so etwas im Männerfußball nicht vorstellbar ist?“ Über wen sie sprach? Die Fußballerin Ana Romero, mit der sie seit fast drei Jahren zusammen ist und 2018 von Ajax Women zum spanischen Club Real Batis wechselte.

 

England:

Rachel Daly ist schon seit 2016 Nationalspielerin, konnte sich aber erst seit 2018 unter dem neuen Trainer Phil Neville im Team etablieren. Die 27-Jährige ist mit Kristie Mewis, ihrer Team-Kollegin beim US-Club Houston Dash, liiert.

NEU: Stürmerin Beth Mead (24) stand seit der U15 schon in jedem Nationalteam der Engländerinnen, im April 2018 rückte sie in die erste Riege. Ihre Freundin, die niederländische Nationalspielerin Daniëlle van de Donk (s. dort), lernte sie bei ihrem aktuellen Verein bei Arsenal kennen. 

Torfrau Karen Bardsley (34, Manchester City) und Verteidigerin Lucy Bronze (27, Olympique Lyonnais) gehören zu den Spielerinnen, die out sind, sich aber - auch in den sozialen Medien - zu ihrem Privatleben bedeckt halten. Bronze, die ins All Star-Team der WM 2015 gewählt wurde, soll eine Freundin haben, über die gebürtige Kalifornierin Bardsley, die nebenbei Sportmanagement studiert, ist nicht mal gerüchteweise etwas bekannt.

 

Schottland, Argentinien, Chile:

NEU - Lisa Evans (27) kennt sich gut in Deutschland aus: Von 2012 bis 2017 spielte sie bei Turbine Potsdam und Bayern München, wo sie ihre Freundin, Hollands Stürmerstar Vivianne Miedema (s. dort), kennen lernte, mit der sie 2017 zu Arsenal wechselte. Seit 2011 spielt sie für Schottland, das vor zwei Jahren sein erstes EM-Turnier bestritt und sich jetzt zum ersten Mal für eine WM qualifizierte.

NEU - Als Argentinien 2007 zum letzten Mal an der WM teilnahm, war Lorena Benítez noch Grundschülerin. Inzwischen ist sie 20, spielt für die Boca Juniors in Buenos Aires und das Futsal-Team (Hallenfußball) Kimberley. Seit drei Jahren ist sie mit Kimberley-Gründerin Verónica Rivero zusammen, die im Mai Mutter von Zwillingen wurde.

NEU - Fernanda Pinilla (25) vom WM-Neuling Chile spielt bei Córdoba und ist nebenbei Doktorandin der Physik. Vor einem Jahr outete sie sich in ihrer Uni-Zeitschrift als lesbische Feministin. „Eine Frau in Chile zu sein, ist schwer, eine Lesbe zu sein, ist noch schwerer“, sagte sie in dem Interview.

 

Schweden:

Kapitänin Caroline Seger (34), mit 193 Einsätzen die erfahrenste Spielerin des Olympia-Zweiten von Rio 2016, outete sich 2013 in der schwedischen LGBT-Zeitschrift QX. Ansonsten hält sie sich zu ihrem Privatleben bedeckt, aber ihre Beziehung mit Malin Levenstad, Ex-Nationalspielerin und ihre Trainerin beim FC Rosengård, gilt als offenes Geheimnis.

Auch Nilla Fischer (34), die sich im Mai nach fast sechs Jahren beim VfL Wolfsburg wieder Richtung Heimat verabschiedete (unser Abschiedsinterview), outete sich 2013 in QX und heiratete im selben Jahr ihre Frau Mica. An Weihnachten 2017 wurden sie Eltern eines Sohns.

Hedvig Lindahl, die seit 2002 im Tor der Schwedinnen steht, ist seit acht Jahren mit ihrer Frau Sabine verheiratet, die beiden haben zwei Kinder. Nach vier Jahren beim FC Chelsea ist die 36-Jährige zurzeit vereinslos.

Magdalena Eriksson (25, Chelsea) die auch in Rio 2016 schon dabei war, ist seit vier Jahren mit der dänischen Nationalspielerin Pernille Harder (VfL Wolfsburg) zusammen. Mit ihrem offenen Auftreten beweisen die beiden, dass die Medien bei einem Frauenpaar nicht zwingend Schnappatmung kriegen: Ihr Aufeinandertreffen beim Champions League-Finale 2018 wurde von vielen Medien erwähnt, ohne es aber zu sensationalisieren. Bei der WM ist ein Duell aber ausgeschlossen: Dänemark qualifizierte sich nicht.

 

Spanien und Norwegen:

„Eigentlich muss ich nicht in die Welt hinausschreien, dass ich lesbisch bin, aber ich glaube, dass die Gesellschaft es brauchte“, sagte die spanische Nationalspielerin María Léon (23), die in Frankreich ihr erstes großes Turnier spielt, letztes Jahr der Zeitung Mundo Deportivo. Auf Instagram sieht man, wem „Mipas“ Herz gehört: Ángela Sosa, mit der sie bei Atlético Madrid unter Vertrag ist.

Sie ist mit großem Abstand die erfolgreichste Torschützin des norwegischen Nationalteams und war noch nie etwas anderes als offen lesbisch. Seit Ende 2017 sind Isabell Herlovsen (30), Tochter eines norwegischen Nationalspielers, und ihre Lebensgefährtin Christine Porsmyr Olsen Eltern eines Sohns.


Südafrika und Kanada:

Südafrikas Team-Kapitänin Janine van Wyk (32, JVW FC), die mit Abstand erfahrenste Spielerin des WM-Debütanten, stellte kurz vor den Olympischen Spielen 2016 auf Instagram ihre Freundin Lauren Duncan vor, und wie man hier sieht, sind sie noch ein Paar (und machen gerne Selfies in Autos).

Kanadas Torfrau Stephanie Labbé (North Carolina Courage) ist zurzeit die einzige offen lesbische Spielerin des Olympia-Dritten von Rio. Die 32-Jährige war früher mit Ex-Nationalspielerin Marie-Ève Nault zusammen, seit 2017 ist sie mit der kanadischen Olympiateilnehmerin Georgia Simmerling (Ski Alpin, Freestyle-Ski und Radverfolgung!) glücklich. In Deutschland ist Stephanie wahrscheinlich vor allem für ihren Always Ultra-Binden-Werbespot bekannt…

 

Neuseeland:

Katie Duncan, die auch bei den letzten zwei Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen im Kader stand, kehrte für die WM 2019 zu den „Football Ferns“ zurück – vor einem Jahr war die 31-Jährige aus Protest gegen den damaligen Nationaltrainer zurückgetreten. Nach Jahren im Ausland, unter anderem in Bad Neuenahr und Zürich, lässt sie ihre Karriere wohl beim neuseeländischen Club Onehunga Sports ausklingen. Seit 2015 ist sie mit der Ex-Nationalspielerin Priscilla Duncan verheiratet, die im Juli ihr erstes gemeinsames Baby erwartet.

Auch Hannah Wilkinson (27) war seit 2011 bei allen großen Turnieren dabei. Die Hobby-Musikerin - sie veröffentlichte in diesem Jahr zwei Songs auf Spotify - nannte die Fußballstars Megan Rapinoe und Abby Wambach als Vorbilder für ihr eigenes öffentliches Coming Out 2017 in einem Artikel für die LGBT-Webseite Out For The Win. Ihre Freundin ist Clara Markstedt, mit der sie beim schwedischen Verein Vittsjö GIK spielt.

 

Australien:

Australien ist der neue Shootingstar am L-Himmel: Auf unserer Liste stehen sechs Spielerinnen der Matildas!

Teamkapitänin Sam Kerr (Chicago Red Stars), Torschützenkönigin der US-Liga NWSL, gab schon mit 15 ihr Debüt im A-Nationalteam. Die 25-Jährige ist schon lange offen lesbisch und mit ihrer Teamkollegin Nikki Stanton zusammen.

Tameka Yallop (geborene Butt, 27), die früher auch mal beim FFC Frankfurt spielte, war auch in Rio 2016 schon dabei. Im Februar heiratete sie die neuseeländische Ex-Nationalspielerin Kirsty Yallop, mit der sie 2017 vom schwedischen Club Mallbackens zum norwegischen Erstligisten Klepp wechselte.

Alanna Kennedy (24, Orlando Pride) stand bei den Olympischen Spielen 2016 mit ihrer Freundin Kyah Simon (Houston Dash) auf dem Platz, in diesem Jahr durfte Simon allerdings nur als eventuelle Nachrückerin mit nach Frankreich reisen. 

„Ich bezeichne Jasmine immer als meine Freundin; ich sage nie, dass ich keine Freundin habe. Aber ich habe noch nie wirklich [in einem Interview] darüber gesprochen“, sagte Chloe Logarzo (Washington Spirit) 2017 in einem Interview und war damit auch offiziell 'out'. Wer ihrem Instagram-Account folgte, wusste das aber längst: Die 24-Jährige, die schon in Rio 2016 eine wichtige Stütze der Matildas war, ist seit über drei Jahren mit der australischen Softballerin Jasmine Peters zusammen.

Auch WM-Debütantin Hayley Raso (24) ist „Insta-out“, das heißt: es gibt zwar keine Statements von ihr (was in der Regel damit zu tun hat, dass die jeweilige Spielerin den Medien einfach nicht berühmt genug ist), aber auf Instagram macht sie kein Geheimnis aus ihrer Beziehung mit Jenna McCormick, mit der sie bei Brisbane Roar spielt.

Ebenfalls „Insta-out“ ist ihre Brisbane Roar-Kollegin Katrina Gorry (26), die schon im WM-Kader 2015 und im Olympia-Kader 2016 war und nach einer langen Verletzung rechtzeitig zur WM 2019 wieder auf die Beine kam. Ihre Freundin ist die Personaltrainerin Nanda Stoltz.

L-MAG.de finde ich gut!

Wir wollen, dass möglichst viele K-Word, unsere News, Filmtipps und internationalen Berichte lesen können.
Die Sichtbarkeit von lesbischen News im Netz ist uns sehr wichtig.
Deshalb werden L-MAG.de und mobil.l-mag.de weiterhin kostenlos bleiben!

Aber guter Online-Journalismus kostet genauso wie guter Print-Journalismus. Allein durch Werbebanner kommt nicht genug Geld rein. Wenn du L-MAG.de und unsere Service-Seiten (wie L-Dating) gut findest und lesbische Online-Inhalte unterstützen willst, kannst du das ganz einfach tun: Spende einmalig 1 Euro oder gleich 10 Euro fürs ganze Jahr.

Vielen Dank! Dein L-MAG-Team

L-MAG.de finde ich gut!

Diese Website verwendet Cookies, Google Analytics und den Adserver Google DFP. Wenn Sie diese Website weiter nutzen, stimmen Sie dem zu.
Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

OK

L-MAG.de finde ich gut!

Wir wollen, dass möglichst viele K-Word, unsere News, Filmtipps und internationalen Berichte lesen können.
Die Sichtbarkeit von lesbischen News im Netz ist uns sehr wichtig.
Deshalb werden L-MAG.de und mobil.l-mag.de weiterhin kostenlos bleiben!

Aber guter Online-Journalismus kostet genauso wie guter Print-Journalismus. Allein durch Werbebanner kommt nicht genug Geld rein. Wenn du L-MAG.de und unsere Service-Seiten (wie L-Dating) gut findest und lesbische Online-Inhalte unterstützen willst, kannst du das ganz einfach tun: Spende einmalig 1 Euro oder gleich 10 Euro fürs ganze Jahr.

Vielen Dank! Dein L-MAG-Team

Nein Danke, möchte ich nicht | Hab schon!

L-MAG.de finde ich gut!
x

L-MAG.de finde ich gut!

Wir wollen, dass möglichst viele K-Word, unsere News, Filmtipps und internationalen Berichte lesen können.
Die Sichtbarkeit von lesbischen News im Netz ist uns sehr wichtig.
Deshalb werden L-MAG.de und mobil.l-mag.de weiterhin kostenlos bleiben!

Aber guter Online-Journalismus kostet genauso wie guter Print-Journalismus. Allein durch Werbebanner kommt nicht genug Geld rein. Wenn du L-MAG.de und unsere Service-Seiten (wie L-Dating) gut findest und lesbische Online-Inhalte unterstützen willst, kannst du das ganz einfach tun: Spende einmalig 1 Euro oder gleich 10 Euro fürs ganze Jahr.

Vielen Dank! Dein L-MAG-Team

Nein Danke, möchte ich nicht | Hab schon!

L-MAG.de finde ich gut!
x