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Ohne Moos nix los – was kostet das Internet?

1.6.2017 - Guter, unabhängiger Journalismus kostet Geld, auch im Internet. Deshalb bitten wir euch auf l-mag.de darum, freiwillig für die Inhalte zu zahlen. L-MAG-Verlegerin Gudrun Fertig bedankt sich für eure Spendenbereitschaft und erklärt die Hintergründe.

Von Gudrun Fertig

l-mag.de, 1.6.2017 - „l-mag.de finde ich gut!“ Das sagen viele unserer Online-Leserinnen und zeigen uns das, indem sie unsere Website mittels des Online-Bezahlsystems PayPal unterstützen. Der Hinweis auf diese freiwillige Bezahlmöglichkeit findet sich seit Ende Februar unter jedem Online-Artikel, außerdem blenden wir alle 10 Seitenaufrufe einen Text mit der Bitte um Bezahlung ein.

Warum machen wir das? Die redaktionellen Inhalte auf unserer Website werden genauso gut recherchiert und mit ebensoviel Aufwand erstellt wie die Artikel in der L-MAG-Printausgabe. Wir bezahlen alle, die an unserem Online-Auftritt beteiligt sind – Redaktion, Autorinnen und Fotografinnen, Programmierer und Layouter.

Webseiten sind allein mit Werbung nur schwer zu finanzieren

Wie viele andere Verlage auch können wir dies nur zu einem geringen Teil über Online-Werbung finanzieren. Das hat viele Gründe: Generell sinkt der Preis für Online-Werbung seit Jahren. Und der Trend geht dahin, Werbeplatz auf Websites großflächig per „Real Time Bidding“ zu vergeben. Das heißt: Im Moment des Webseiten-Aufrufs werden verschiedene Gebote von Werbekunden maschinell abgeglichen, die je nach Nutzerinnen-Profilen mehr oder weniger Geld bieten. Millionen von Einblendungen gehen im Minutentakt über einen digitalen Verkaufstisch. L-mag.de und mobil.l-mag.de sind mit durchschnittlich 130.000 Seitenaufrufen im Monat auch an dieses System angeschlossen, das aber nur zu sehr geringen Einnahmen führt.

Lesben gelten nicht als lohnende Werbezielgruppe

Abgesehen davon, dass Lesben außerhalb der Community immer noch äußerst selten als lohnende Zielgruppe angesehen werden, hapert es letztlich oft auch an der entsprechende Zielgruppenansprache mit geeigneten Bildern - mit dem typischen Heteropaar als Werbemotiv sind Lesben eben eher weniger anzusprechen.

Zudem sind Google und Facebook starke Konkurrenten. Sie bieten auf ihren Plattformen Werbeplatz an, bei dem vor allem sie selbst kassieren.

Zunehmend reduzieren auch „Ad-Blocker“ die Zahl der Webseiten, auf denen klassische Bannerwerbung ausgespielt werden kann. So sinnvoll diese Blockade in der alltäglichen Nutzung erscheint, für viele Internetauftritte - auch für l-mag.de - ist das ein ernstes finanzielles Problem. Übrigens können in jedem Ad-Blocker auch Sites als Ausnahmen definiert werden, auf denen die Werbung dennoch erlaubt ist!

Trend: Werbetexte, die sich als redaktionelle Artikel tarnen

Ein aktueller Trend ist der Einsatz des so genannten „Native Advertising“. Das sind Werbetexte auf der Website, die so aussehen, als seien sie redaktionelle Artikel; sie sind kaum als Werbung kenntlich gemacht. Je mehr sie den echten redaktionellen Artikeln ähneln, desto mehr Geld bezahlen Werbekunden dafür.

Im Extremfall bieten Werbeagenturen sogar an, dass sie „passgenaue“ Texte für Webseiten schreiben, die gar nicht mehr als Werbung erkennbar sind und „ganz nebenbei“ Markennamen erwähnen oder über ein Thema berichtet, zu dem die Werbeagentur dann passende Werbung schaltet. Die L-MAG Online-Redaktion erreichen solche Anfragen mehrfach im Monat – wir lehnen sie immer ab!

Unabhängige lesbische Inhalte sollten für alle sichtbar sein

Ein anderer Weg, dem Online-Werbedilemma zu entfliehen, besteht aus sogenannten „Online-Paywalls“ (Bezahl-Schranken). Das heißt: Inhalte sind nur gegen Bezahlung lesbar. Der vielzitierte „Kardinalfehler des Internets“, dass alles umsonst zu haben sei, soll so behoben werden. Leserinnen und Leser sollen dazu gebracht werden, für journalistische Artikel im Internet genauso zu bezahlen wie in der Welt der analogen, gedruckten Zeitungen. Weil gute, unabhängige Inhalte immer Geld kosten – in beiden Welten!

Wir bei L-MAG finden das grundsätzlich interessant, möchten aber, dass Inhalte wie lesbische News oder Unterhaltungsformate wie unsere Freitagskolumne „K-Word“ auch im Netz sichtbar sind und nicht hinter einer Bezahlschranke versteckt werden. Wir werden Werbung auch weiterhin deutlich als Werbung kennzeichnen und unsere Online-Artikel bei unseren eigenen Autorinnen und Autoren in Auftrag geben und auf keinen Fall von Werbeagenturen schreiben lassen!

Deshalb setzen wir auf eure freiwillige Bereitschaft, guten und kompetenten lesbischen Inhalt zu unterstützen! Die ersten Einnahmen finden sich auch schon auf unserem Konto. Vielen herzlichen Dank dafür!

Der Text wurdeder aktuellen Ausgabe der L-MAG entnommen und leicht gekürzt.

L-MAG.de finde ich gut!

Wir wollen, dass möglichst viele K-Word, unsere News, Filmtipps und internationalen Berichte lesen können.
Die Sichtbarkeit von lesbischen News im Netz ist uns sehr wichtig.
Deshalb werden L-MAG.de und mobil.l-mag.de weiterhin kostenlos bleiben!

Aber guter Online-Journalismus kostet genauso wie guter Print-Journalismus. Allein durch Werbebanner kommt nicht genug Geld rein. Wenn du L-MAG.de und unsere Service-Seiten (wie L-Dating) gut findest und lesbische Online-Inhalte unterstützen willst, kannst du das ganz einfach tun: Spende einmalig 1 Euro oder gleich 10 Euro fürs ganze Jahr.

Vielen Dank! Dein L-MAG-Team

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Nein Danke, möchte ich nicht | Hab schon!

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