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6 neue Streamingserien mit lesbischen und bisexuellen Hauptfiguren

28.1.2018 - Eine lesbische Superheldin, eine bisexuelle Comicfigur, eine Butch in den fünfziger Jahren, eine lesbische Muslimin mit Kopftuch, ein Teenie im Coming Out: So unterschiedlich sind die queeren Frauenrollen in neuen Serien bei Netflix und Amazon.

Von Karin Schupp, 28.1.2018

1. Black Lightning, Staffel 1: 12 Folgen

Worum geht’s? Comicverfilmung über den ersten schwarzen Superhelden des DC Comics-Universums: Jefferson Pierce (Cress Williams), Schuldirektor mit zwei Töchtern, holt nach Jahren im Superhelden-Ruhestand wieder seinen "Black Lightning"-Anzug aus dem Schrank, um eine brutale Gang zu bekämpfen, die seine Familie, seine Schule und die ganze Stadt terrorisiert. Und auch seine ältere Tochter Anissa (Nafessa Williams) entdeckt, dass sie Superkräfte hat, und wird zu „Thunder“. 

Der L-Faktor: Anissa ist, wie in der Comicvorlage, lesbisch und hat ihr Coming Out schon lange hinter sich; in der Serie erfährt man das in Folge 2. Auch Grace (Chantal Thuy), ihr bisexueller Love Interest aus den Comics, taucht in einigen Episoden auf.

Gut zu wissen: “Ich bin echt stolz darauf, eine Rolle für junge Lesben zu spielen, in der sie sich wiedererkennen und sehen, wie liebevoll und unterstützend ihre Familie ist. Ich finde, dass die Familien von lesbischen und schwulen Teenagern das sehen sollten, wenn sie Probleme damit haben, die Sexualität ihres Kindes zu akzeptieren“, sagte Williams dem LGBT-Magazin The Advocate.

Wo? Netflix, seit 23. Jan., zzt. Folge 1 online (neue Folge jeweils dienstags)

2. One Day at a Time, 2 Staffeln à 13 Folgen

Worum geht’s? Klassische Comedyserie um eine kubanisch-amerikanische Familie in Los Angeles. Die frisch geschiedene Krankenschwester Penelope (Justina Machado) wohnt mit ihrer konservativen Mutter Lydia (Rita Moreno) und ihren zwei Kindern, der rebellischen Aktivistin Elena (Isabella Gómez) und dem frühreifen Alex (Marcel Ruiz), zusammen. Dauergast ist ihr Nachbar und Vermieter Dwayne (Todd Grinnell).

Der L-Faktor:  One Day at a Time ist das Remake einer 70er-Jahre-Sitcom, aber das gab’s damals noch nicht: Elena hat in der ersten Staffel ihr Coming Out (ab Folge 7), und der Trailer deutet an, dass in Staffel 2 (die seit 26. Jan. online steht) ihre erste Liebe eine Rolle spielen wird.

Gut zu wissen: Im Drehbuchteam sind zwei lesbische Autorinnen, Becky Mann and Michelle Badillo. Ariela Barer, die Elenas beste Freundin Carmen spielt, outete sich im Dezember auf Twitter als lesbisch.

Wo? Netflix

3. The Marvelous Mrs. Maisel, Staffel 1: 8 Folgen

Worum geht‘s? New York in der 1950er Jahren: Midge (Rachel Brosnahan), Tochter aus gutem, jüdischen Hause, führt ein scheinbares perfektes Ehefrau-und-Mutter-Leben – bis ihr Mann Joel (Michael Zegen) sie Hals über Kopf verlässt. Zum Glück dauert es nicht lange, bis Midge entdeckt, dass sie das Talent hat, ein Stand up-Comedian zu werden. Eine wunderbar ausgestattene Emanzipationsgeschichte von Gilmore Girls-Schöpferin Amy Sherman-Palladino.

L-Faktor: Susie (Alex Borstein), die zu Midges Managerin und – ein wenig widerwillig auch – zu ihrer besten Freundin wird, ist der seltene Fall einer Butch im Fernsehen. Dass sie lesbisch ist, kommt nie zur Sprache, aber bei einer Frau, die nur Männerkleidung trägt, musste man das in den Fünfzigern wohl nicht extra dazu sagen… In Staffel 2 (bereits angekündigt) wird Susies Privatleben eine größere Rolle spielen.

Gut zu wissen: Rachel Brosnahan, die für Mrs. Maisel einen Golden Globe bekam, wurde als bisexuelle Prostituierte Rachel in House of Cards bekannt.

Wo? Amazon Prime, seit 26. Jan.

4. The Bold Type – Der Weg nach oben, Staffel 1: 10 Folgen

Worum geht's?  Sex and the City für Millennials: Die drei Freundinnen Jane (Katie Stevens, Faking it), Kat (Aisha Dee) und Sutton (Meghann Fahy) arbeiten seit ihrem Collegeabschluss bei einer großen Frauenzeitschrift. Neben den klassischen Themen Freundschaft, Liebe, Beziehungen und Sex geht’s auch um Karriere, Frauenpower und Feminismus.

Der L-Faktor: Schon in Folge 1 ist Kat fasziniert von der lesbischen, muslimischen Künstlerin Adena (Nikohl Boosheri). Dass sie sich bisher für hetero hielt, ist aber noch die geringste Hürde ihrer komplizierten Lovestory, die erfreulicherweise denselben Raum einnimmt wie die Hetero-Liebeswirrungen ihrer zwei Freundinnen.

Gut zu wissen: Die Chefredakteurin und Mentorin des Trios spielt – kaum wiederzuerkennen – Melora Hardin, bekannt als lesbische „Tammy“ aus der queeren Serie Transparent.

Wo? Amazon Prime, ab 9. Feb.

5. Mindhunter, Staffel 1: 10 Folgen

Worum geht’s? Um die Anfänge der Kriminalpsychologie 1977: Die FBI-Agenten Holden Ford (gespielt von dem schwulen Schauspieler Jonathan Groff) und Bill Tench (Holt McCallany) reisen durchs Land und befragen Serienmörder, um daraus allgemeine Erkenntnisse bei der Aufklärung von Mordfällen zu ziehen. Ab Folge 3 werden sie dabei von der Psychologieprofessorin Wendy Carr (Fringe-Star Anna Torv) unterstützt.

Der L-Faktor: Carr ist lesbisch – das spielt insgesamt aber keine große Rolle. Hoffentlich zeigt die (kürzlich beauftragte) zweite Staffel der ansonsten sehr männerlastigen Serie mehr davon!

Gut zu wissen: Als Vorbild für Torvs Rolle diente die echte forensische Forscherin und Professorin Ann Burgess (die allerdings nicht lesbisch ist).

Wo? Netflix

6. Riverdale, Staffel 1: 13 Folgen, Staffel 2: 22 Folgen bis März 2018

Worum geht’s? Highschool-Serie mit Charakteren aus den (in Deutschland unbekannten) Archie Comics. Staffel 1 spielt nach dem tragischen Tod eines Schülers, der die dunklen Geheimnisse der verschlafenen Kleinstadt zu Tage bringt. In Staffel 2 treibt ein Serienmörder in Riverdale sein Unwesen.

L-Faktor: Ein Kuss zwischen Betty (Lili Reinhart) and Veronica (Camila Mendes) führt ins Nichts und wurde entsprechend kritisiert, aber Toni Topaz (Vanessa Morgan), eine neue Figur in Staffel 2, ist bisexuell und steht "mehr auf Mädchen", wie sie sagt. Bei den Jungs gibt's mit Moose (Cody Kearsley), und Kevin (Casey Cott) einen weiteren Bisexuellen und einen Schwulen.

Gut zu wissen: Hinter Riverdale steckt der schwule Erfolgproduzent Greg Berlanti, der in seinen Serien fast immer queere Figuren zeigt (z.B. Supergirl, Legends of Tomorrow). Vanessa Morgan war auch in The Shannara Chronicles und Finding Carter bi. Und: Shannon Purser (Stranger Things), die sich 2017 als bisexuell outete, hat eine Nebenrolle.

Wo? Netflix: Staffel 1 bereits online, Staffel 2: läuft aktuell, zzt. bei Folge 11

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