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„Anna und die Apokalypse“: Zombies und Zuckerstangen

4.12.2018 - Ab 6. Dez. im Kino: Die Powerfrau, der Nerd, der Schönling, die Lesbe und… die Untoten: In der Weihnachts-Highschool-Musical-Zombie-Komödie „Anna und die Apokalypse“ setzen sich ein paar Teenager gegen eine Zombie-Invasion zur Wehr.

Von Karin Schupp

4.12.2018 - Schule, Eltern, Kleinstadtmuff, Liebeskummer – und als wäre das Teenagerleben nicht schon hart genug, wird das Städtchen Little Haven kurz vor Weihnachten auch noch von einer Zombie-Invasion heimgesucht.

Und so bleibt Anna (Ella Hunt) nichts anderes übrig, als sich mit ihrem besten Freund John (Malcolm Cumming), der lesbischen Steph (Sarah Swire, die auch die Choreografin des Films ist), dem nerdigen Chris (Christopher Leveaux) und dem Schönling Nick (Ben Wiggins) – im wahrsten Sinne des Wortes – durchzuschlagen, um – ebenso im wahrsten Sinne des Wortes – ihre Haut zu retten.

Und während das Blut spritzt, ist immer wieder Zeit für ein Liedchen

Mit kreativen Waffen wie Rucksäcken, Bowlingkugeln, Rohrzangen und einer riesigen Deko-Zuckerstange versucht das Quartett zu überleben und zu ihren Verwandten und Love Interests zu gelangen, die sich in der Highschool verschanzt haben. Dort aber droht weiteres Unheil, denn der despotische Schuldirektor Savage (Paul Kaye) rastet auf seine Weise aus.

Und während die Köpfe rollen, das Blut spritzt und Zombies grunzend durch die Gegend wanken, ist immer wieder Zeit für ein poppiges Liedchen, ein schwungvolles Tänzchen oder eine herzergreifende Ballade...

Der Film braucht, um an Fahrt zu gewinnen

Als "Shaun of the Dead trifft La La Land" wird die britische Splatter-Musical-Komödie vermarktet und weckt damit hohe Erwartungen, die sie nur zeitweise erfüllen kann. Vor allem zu Beginn hinkt das Timing gewaltig: Die ersten zwanzig Minuten zeigen klassischen Highschool-Alltag mit so viel Gesang und Tanz, dass man sich in einer Folge von Glee wähnt, bauen dabei aber keinerlei Spannung auf.

Erst als sich Anna mit einem fröhlichen Lied auf den Lippen auf den Schulweg macht, ohne das Massaker in ihrem Wohnviertel wahrzunehmen – ein Zitat aus Shaun of the Dead -, nimmt der Film an Fahrt auf, allerdings immer wieder ausgebremst durch überlange Songs mit ernsthaften Texten, die nur manchmal durch Bilder ironisch gebrochen werden.

Die lesbische Steph entpupppt sich als zähe Fighterin

Anna und die Apokalypse bedient alle typischen Charaktere und Themen, die man aus Zombiefilmen und Highschool-Komödien kennt, bietet dabei aber keinen eigenen Dreh. Ein wenig aus dem gewohnten Rahmen fällt nur, dass es eine lesbische Figur gibt. Eine große Rolle spielt Stephs sexuelle Identität allerdings nicht, zumal sie als einzige nicht unmittelbar um ihre Liebste und ihre Eltern kämpfen muss, die tausende Meilen entfernt sind.

Aber immerhin entpuppt sie sich als eine der zähesten Zombie-Fighterinnen und hinterlässt uns zudem eine solide „Fuck, Marry, Kill“-Diskussion: Wen würdest du vögeln/ heiraten/ umbringen - Zombie-Miley, Zombie-Rihanna oder Zombie-Beyoncé?

Ich habe den Film in einer Sneak Preview gesehen, wo sich das Publikum (das ja nicht wusste, was laufen würde) nach anfänglicher Irritation sehr amüsierte, sei es über gelungene Gags oder auch über unpassend eingesetzte Songs. Ob Anna und die Apokalypse als Kultklassiker überleben wird, steht noch dahin, aber für eine schaurig-schöne Auszeit vom diesjährigen „Süßer die Glocken nie klingen“-Stress reicht’s allemal.

Anna und die Apokalypse (GB 2017), Regie: John McPhail, mit Ella Hunt, Malcolm Cumming, Sarah Swire, Christopher Leveaux, Ben Wiggins, Paul Kaye u.a., 97 min., Kinostart: 6. Dez.

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