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Homo-Ehen sind glücklicher als Hetero-Ehen

18.3.2020 - … und schwule Ehepaare sind glücklicher als lesbische: das ergab eine Studie aus den USA. Die Gründe dafür liegen auf der Hand - ebenso wie die Vermutungen dafür, wieso sich Lesben häufiger scheiden lassen als Schwule.

Von Karin Schupp

18.3.2020 - Homosexuelle Ehepaare sind glücklicher als Hetero-Ehepaare: Das ergab eine Studie der University of Texas, die 378 heterosexuelle, lesbische und schwule Paare unter die Lupe nahm und sie über ihren Ehealltag Tagebuch führen ließ.

Aus früheren Untersuchungen war bekannt, dass Frauen in ihren Ehen eine deutlich höhere psychische Belastung als Männer erleben – das betrifft aber, wie sich hier zeigte, nur Frauen, die mit Männern verheiratet sind. Der Stresslevel von Frauen in gleichgeschlechtlichen Ehen hingegen liegt darunter und entspricht etwa dem von Heteromännern. Am entspanntesten ist die Ehe für Schwule.

Schuld an der Diskrepanz sind vor allem die traditionellen Genderrollen, die in vielen Hetero-Ehen noch herrschen: Nach wie vor wird von Frauen erwartet, dass sie neben ihrer Erwerbsarbeit den Hauptanteil an Haushalt und – wenn vorhanden - Kinderbetreuung übernehmen, während die Männer vor allem für das Famileineinkommen sorgen sollen.

Hausarbeit gerechter verteilt

Gleichgeschlechtliche Paare hingegen müssen ihre eigenen Regeln und Aufgabenteilungen schaffen, sprechen häufiger über individuelle Präferenzen in der Hausarbeit und kommen dabei zu ausgewogeneren Ergebnissen, auch dann, wenn eine_r von ihnen beruflich weniger belastet sein sollte.

So teilte sich laut einer in der NY Times zitierten US-Erhebung 2015 fast die Hälfte aller doppelverdienenden Homo-Paare das Wäschewaschen, während das bei Hetero-Paaren nur bei einem knappen Drittel der Fall war (und man ahnt, wer das dann meistens erledigt…).

Was ebenfalls zur Zufriedenheit beiträgt: Gleichgeschlechtliche Elternpaare haben sehr viel seltener ungeplante oder unerwünschte Kinder (und verbringen übrigens auch mehr Zeit mit ihnen: Bei Heteropaaren sind es im Durchschnitt 2:15 Std./ Tag, bei Frauenpaaren 2:27 Std. und bei Männerpaaren sogar 2:47 Std.; Quelle: American Time Use Study, 2003-2017).

Schwule Paare sind zudem offener dafür, ihre (außerehelichen) sexuellen Bedürfnisse anzusprechen und auszuhandeln – was eine weitere Erklärung dafür ist, dass sie die glücklichsten Ehen führen.

Wo es Hochzeiten gibt, gibt’s aber auch Scheidungen

Da überrascht es nicht, dass sich Männerpaare seltener scheiden lassen als Frauenpaare – zumindest belegen das Zahlen aus England/ Wales, den Niederlanden und USA. In England/ Wales heiraten Frauenpaare zwar häufiger (56% der gleichgeschlechtlichen Ehen), machen aber auch 74% der Scheidungen aus. In den Niederlanden wurden zwischen 2005 und 2015 30% der lesbischen, aber nur 15% der schwulen Ehen geschieden. Und in einer Langzeitstudie im US-Bundesstaat Vermont (2002-2014) ergab sich ein ähnliches Bild: Hier trennten sich am häufigsten die Frauenpaare (29,3%), gefolgt von den Heteros (18,6%) und den Schwulen (14,5%).

Einer der Gründe dafür ist wohl, dass Frauen allgemein höhere Anforderungen an das Funktionieren einer Beziehung stellen und auch in Hetero-Ehen eher den Scheidungsantrag stellen – und in einer lesbischen Ehe verdoppelt sich nun mal diese Möglichkeit. Außerdem – aber das ist wissenschaftlich nicht belegt - binden sich viele Frauenpaare möglicherweise zu schnell (jede kennt den „U-Haul-Witz“ über den Umzugswagen, den eine Lesbe zum zweiten Date mitbringt…) und sind vielleicht auch weniger tolerant als Schwule, was Untreue bzw. nichtmonogames Verhalten angeht.

33.000 Homo-Ehen in Deutschland bis Ende 2018

In Deutschland heirateten seit der offiziellen Ehe-Öffnung am 1. Okt. 2017 bis zum Jahresende 2018 knapp 33.000 gleichgeschlechtliche Paare, davon 49% Frauen- und 51% Männerpaare; zwei Drittel waren allerdings keine neuen Eheschließungen, sondern Umwandlungen eingetragener Partnerschaften. Neuere Zahlen, die Höhe der Scheidungsrate und Forschungen zur ehelichen Zufriedenheit gibt es hierzulande noch nicht.

 

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