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8 neue Serien mit lesbischen und bisexuellen Hauptfiguren

3.11.2020 - Kampfnonnen, eine Cannabis-Plantage, ein mysteriöses Dorf, ein Spukhaus - mit unseren acht neuen Serientipps kommt ihr gut durch die neue Corona-Auszeit!

Von Karin Schupp

1.11.2020 - Wer die Serien, die wir im September und Oktober vorgestellt haben, schon durchgebingt hat, kann hier Nachschub finden: 8 neue Serien bei Netflix, Apple TV+, Joyn, Starzplay und im Disney-Channel.

1. Spuk in Bly Manor (USA, 2020), 9 Folgen, Netflix

Spukhaus mit Lesben: Die junge Amerikanerin Dany (Victoria Pedretti) die neue Nanny von zwei Waisenkindern, die mit Haushälterin Hannah (T’Nia Miller), Koch Owen (Rahul Kohli) und Gärtnerin Jamie (Amelia Eve) auf einem abgelegenen Landsitz in England leben – und plötzlich sind ihre mitgebrachten inneren Dämonen ihr kleinstes Problem. Teile des Casts von Spuk in Hill House (2018) sind hier in neuen Rollen und einer neuen Geschichte zu sehen. Gelungener Grusel (kein Horror!), bei dem bald nicht mehr klar ist, wer lebt und wer schon tot ist, wer Gutes und wer Böses im Schilde führt.

L-Faktor: „Das ist keine Gruselgeschichte, sondern eine Liebesgeschichte“, sagt jemand in der letzten Folge, und tatsächlich spielen die - wunderbar glückliche und zugleich tieftraurige - Lovestory zwischen zwei lesbischen Hauptfiguren eine wichtige Rolle, vor allem am Ende. Das Drehbuch zu Folge 4, in der dieser Plot beginnt, schrieb die queere Autorin Laurie Penny; T’Nia Miller ist im echten Leben lesbisch.

2. Little Voice (USA, 2020), 9 Folgen, Apple TV+

Music und Hoffnung in New York: Vor 15 Jahren schrieb Sara Bareilles den Song „Little Voice“, jetzt machte die Musikerin eine Serie draus. Bess (Brittany O‘Grady) ist eine begabte Songwriterin voller Selbstzweifel: Sie traut sich nicht, ihre Lieder vor anderen zu singen. Auch wenn sie auf ihrem Weg eine unglückliche Liebe und Familienprobleme erlebt, ist Little Voice eine Feelgood-Serie ohne Kitsch mit viel Musik: Straßenmusik, U-Bahn-Musik, Kneipen-Konzerte – überall wird geklimpert und gesungen.

L-Faktor: Prisha (Shalini Bathina), Bess‘ Mitbewohnerin und Musikerin in einer rein weiblichen Mariachi-Band, traut sich nicht, sich gegen die Heiratskandidaten zu wehren, die ihre Eltern ihr ständig vorbeischicken. Dabei hatte sie kürzlich ihr Coming Out und ist mit Ananya (Nadia Mohebban) zusammen...

3.  Good Trouble (USA, seit 2019), Staffel 1: 13 Folgen, Joyn

The Fosters-Spinoff: Die (heterosexuellen) Schwestern Callie (Maia Mitchell) und Mariana (Cierra Ramirez), die wir in der Regenbogenfamilienserie als Teenies erlebten, treten nach dem College ihre ersten Jobs in L.A. an und ziehen in eine große WG. Es geht um den Start ins Erwachsenenleben, Probleme im Beruf, politischen Aktivismus und natürlich vor allem um die Liebe - und mehr (Hetero-)Sex als in The Fosters gibt's auch. Bisher gibt’s zwei Staffeln, die Dreharbeiten zu Staffel 3 verzögern sich noch wegen der Corona-Pandemie.

L-Faktor: Das Mütterpaar Lena und Stef schaut leider nur gelegentlich vorbei. Aber Alice (Sherry Cola), die „Hausmutter“ der WG, ist lesbisch. Auch ihre Ex Sumi (Kara Wang) und deren neue Freundin Meera (Brianna Venskus) sind häufig zu Gast. Privat sind neben Cola und Venskus auch die Hauptdarstellerinnen, Zuri Adele und Emma Hunton bi- bzw. pansexuell.

4. Joint Venture (OT: Family Business, Frankreich, seit 2019), 2 Staffeln à 6 Folgen, Netflix

Marihuana-Comedy: Joseph (Jonathan Cohen) will mehr vom Leben, als die koscheren Metzgerei seines Vaters weiterzuführen. Als er hört, dass Cannabis in Frankreich legalisiert werden soll, beschließt er, aus dem Laden den ersten Coffeeshop des Landes zu machen. Allerdings ist Joseph nicht ganz der geniale Entrepreneur, für den er sich hält, und seine Freunde und Familie sind nicht immer eine Stütze. Nette, kleine Comedyserie zum schnellen Wegbingen.

L-Faktor: Josephs Schwester Aure (Julia Piaton) ist lesbisch und hat eigentlich gerade vor, nach Japan zu ihrer Freundin Tomoko (Chihiro Niyua) zu ziehen. Und dann taucht auch noch die charmante Élodie (Ariane Mourier) auf, die ausgerechnet Polizistin ist...

5. Warrior Nun (USA, 2020), 10 Folgen, Netflix

Die neue Buffy ist eine Kampfnonne: Nach ihrem frühen Tod wird die junge Ava (Alba Baptista) in einem kirchlichen Kellergewölbe wieder zum Leben erweckt und hat fortan übernatürliche Kräfte. Nach einigem Zögern nutzt sie sie dazu, an der Seite eines geheimen Nonnen-Ordens gegen Dämonen zu kämpfen. Eine unfreiwillige Heldin, lockere Sprüche, schöne Bilder und ein paar unerwartete Wendungen: die Comicverfilmung könnte was für Buffy-Fans sein.

L-Faktor: Schwester Beatrice (Kristina Tonteri-Young) ist lesbisch. Dass sie dazu von Medien zur „neuen queeren Ikone“ gekürt wurde, ist allerdings ein bisschen verfrüht: Sie outet sich erst in Folge 8 (und das eher zwischen den Zeilen), und eine Romanze mit Ava findet bisher nur in der Fanfiction statt. In Staffel 2 (2021) wird sich zeigen, ob aus „Avatrice“ tatsächlich mehr wird oder eine Szene wie im Clip unten nur „Queerbaiting“ ist (= eine lesbische Story andeuten, um Fans anzulocken, und die Erwartungen dann enttäuschen).

6. Willkommen im Haus der Eulen (USA, 2020), 19 Folgen, Disney Channel (Mo-Fr, ca. 15 Uhr)

Disneyserie mit Mädchenpower: Teenagerin Luz kommt ihren sehnlichen Wunsch, Hexe zu werden, näher, als sie durch Zufall in einer anderen, magischen Welt landet. Dort fängt als Lehrling bei der rebellischen Hexe Eda an und findet in ihr und dem süßen Dämonen King eine neue Familie. Witzig, rasant und nicht unbedingt etwas für Erwachsene, aber anders als bei vielen anderen Kinderserien ist es keine Qual, sie mitzuschauen.

L-Faktor: Luz ist bisexuell – was die bisexuelle Serienschöpferin Dana Terrace zunächst gegen den Willen der Disney-Bosse durchsetzen musste, wie sie im August auf Twitter erklärte. Inzwischen habe sie aber die volle Unterstützung des Senders. Luz‘ Lovestory mit ihrer Schulkameradin Amity beginnt erst in Folge 16 und ist auch für eine Kinderserie sehr zahm, aber für das konservative Trickfilmstudio ist das ein echter Quantensprung.

7. Curon (Italien, 2020), 7 Folgen, Netflix

Schaurige Provinz: Die Mystery-Horror-Serie spielt in einer abgelegenen italienischen Kleinstadt in den Bergen, in die eine Frau mit ihren Kindern, den Zwillingen Daria und Mauro, nach vielen Jahren zurückkehrt. Nachdem ihre Mutter spurlos verschwunden ist, kommen die Kids zusammen mit den Geschwistern Micki und Giulio einem gruseligen Geheimnis auf die Spur. Wer Mystery mag, aber Dark zu kompliziert findet, könnte hier auf ihre Kosten kommen.

Der L-Faktor: Micki (Juju Di Domenico) ist lesbisch und verliebt sich in Daria, ihr Coming Out macht ihr aber leider mehr Ärger als Freude. Für diesen Plot alleine lohnt sich die Serie nicht.

8. High Fidelity (USA, 2019), 10 Folgen, Starzplay

Liebeskummer und Bestenlisten: Im gleichnamigen Roman (1995) und Kinofilm (2000) blickt ein listenbesessener Plattenladenbesitzer auf die „Top 5“ seiner gescheiterten Liebesgeschichten zurück – die Serie macht Rob nun zu einer Frau, gespielt von Zoë Kravitz. In Cameos sind Blondie-Sängerin Debbie Harry und Jack Antonoff von der Band FUN. zu sehen.

L-Faktor: Rob ist bisexuell, und eine ihrer Verflossenen ist Kat (Ivanna Sakhno). Die kommt allerdings nur in zwei Folgen vor, und leider können wir nicht auf eine queerere zweite Staffel hoffen: die Serie wird nicht fortgesetzt.

 

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