L-Word Gen Q

„The L Word: Generation Q“: Das passierte in Folge 2.08

Unser Rückblick auf Folge 8: Bette will mit dem Kopf durch die Wand, Dani hat Stress mit ihrem Vater, Micah und Shane trauen sich beide was, ein Paar erlebt die schnellste Beziehungskrise aller Zeiten, und Danas Geist schwebt über Alices Buchpremiere.

Von Karin Schupp

21.10.2021 - Was bisher geschah: Nach viel Hin, Her, Vor und Zurück kamen in der letzten Folge drei Paare zusammen: Bette und Pippa, Shane und Tess, Dani und Gigi. Alice hatte ein Sex-Revival mit Nat und trennte sich danach ein weiteres Mal von ihr. Jordi rettete ihre Beziehung mit Angie, und Sophie ließ Finley betrunken ans Steuer (Rückblick auf Folge 7).

*** Achtung, Spoiler: Das ist ein ausführlicher Rückblick auf die Folge der zweiten Staffel! ***

Folge 8, „Lausiges Timing“: Finleys und Sophies betrunkene Fahrt endete in der letzten Episode zum Glück nicht mit einem Unfall, sondern mit einer Polizeikontrolle und für Finley mit einer Nacht in der Ausnüchterungszelle. Am Morgen holt Sophie ihre zersauste Freundin ab, die über die Geldstrafe, die verpflichtenden Kurse und den Punkt im amerikanischen Flensburg lamentiert und nach einer Dusche verlangt. Und, ach ja, die Hälfte der 1000 Dollar, die Sophie zahlen musste, um das abgeschleppte Auto auszulösen, übernimmt sie natürlich auch. Sophie wirkt irritiert und enttäuscht: „Aber du bist gefahren, und ich dachte, dass du okay bist, also…“ Hat Sophie gedacht, dass Finley geläutert aus dem Knast kommt?

Dani und Bette haben sich vor dem CAC verabredet, und Bette erblickt sogleich die tolle Überraschung, die Dani ihr zeigen will: Sie hat im Namen ihrer Firma so viel Geld für das Museum gespendet, dass der Gebäudeflügel, in dem Pippas Ausstellung gezeigt werden soll, jetzt „Nuñez-Flügel“ heißt. Leider reagiert Bette zu ihrem Erstaunen nicht erfreut, sondern sehr wütend. Sie will nicht, dass dieser Nameausgerechnet an einer Black Lives Matter-Ausstellung klebt, weil alle damit „nur eine Sache“ verbinden würden. Ach ja, in Staffel 1 kam raus, dass die Firma von Danis Vater etwas mit Opioiden zu tun hat, also starken Schmerzmitteln, von denen Kit abhängig war, bevor sie an einer Überdosis Heroin starb. Aber ein Pharmaunternehmen sind sie meiner Erinnerung nach nicht, sondern -- eine Investmentfirma? Dani verteidigt jedenfalls die Geschäfte der Nuñez Inc. nicht, ist aber verletzt darüber, dass Bette sie in Sippenhaft nimmt und sie mit harschen Worten stehen lässt.

Dani flieht zu einem weiteren Bette-Opfer, Gigi, und lässt mit einem saftigen „Fuck Bette Porter!“ Dampf ab.

„Fuck Bette Porter“, denkt gerade auch Pippa. Anstatt erst mal ’ne Nacht darüber zu schlafen, hat Bette dem CAC angedroht, deren Werke zurückzuziehen, falls das Museum nicht die Nuñez-Spende ablehnt. Dass das in einem ähnlichen Fall geklappt hat, beruhigt Pippas keineswegs (die real existierende Milliardärsfamilie Sackler dient offensichtlich als Vorbild für die Storyline). Bette steht zu ihrem Erpressungsversuch und glaubt: „Dich zu verlieren, wäre katastrophal für sie.“ Dumm nur: In diesem Moment erfährt sie, dass das CAC beschlossen hat, alle Künstler:innen ihrer Galerie von der Ausstellung auszuschließen. Während Bette verzweifelt beginnt, die (wenigen) bleibenden Optionen aufzuzählen (Peggy Peabody fällt ihr ein – yay, Peggy, komm zurück und bring Helena mit!), stürmt Pippa davon. Bette: „FUCK! FUCK! FUCK!“

Im LGBTQ+ Center legt sich Micah mit einer Ärztin an, die einem seiner minderjährigen trans Patienten Hormone versprochen hat, obwohl dessen Eltern dem niemals zustimmen würden. Claudia bügelt ihn mit ärztlicher Arroganz ab und wirft ihn aus ihrem Büro.

Es gibt mal wieder eine Party: Alices Autobiografie wurde nicht nur in Rekordzeit geschrieben, sondern auch in Überschallgeschwindigkeit gedruckt und wird heute der Öffentlichkeit vorgestellt. Bette und Shane sind auch da, aber Bette ist abgelenkt und versucht die ganze Zeit manisch und vergeblich, das CAC und Pippa anzurufen. Kurz wird auch besprochen, ob Shane und Tess nun endlich… als Tom eintrifft (der anscheinend eine Weile in New York war), der nichts von ihrem Sex mit Nat im Auto, in der Charity-Event-Toilette und womöglich anderen Orten weiß. Soll sie es ihm sagen oder nicht? Bette ist ihr da auch keine große Hilfe.

Tom lädt Alice ein, die Nacht in seinem Hotelzimmer zu verbringen, und bevor sie weiterreden können, werden sie von Sophie, Finley und Finleys Knast-Abenteuern unterbrochen.

Gigi hatte wohl gehofft, den Nachmittag in Danis Armen zu verbringen, aber Dani wird wegen der PR-Krise, die Bette Nuñez Inc. beschert hat, zu einem Meeting mit ihrem Vater und dessen Anwaltsteam gerufen. „Sagst du jemals Nein zu deinem Vater?“, will Gigi wissen, aber Dani hat nicht den Kopf für solche Diskussionen und eilt davon.

Micah steht anscheinend auf dominante Frauen, denn als er Claudia in der Mittagspause trifft, entschuldigt er sich und lädt sie am Abend zum Essen ein. Das ging ja fix.

Papa Nuñez, der nicht mehr im Knast ist, macht Dani Vorwürfe, dass sie die Firma so ins Rampenlicht gerückt. Bette Porter sei als Widersacherin „im besten Fall Angst einflößend und im schlimmsten Fall destruktiv“, hat seine Anwältin erfahren (von Gigi? Jodi aus der Originalserie?). Dani steht zu ihrer offensiven Strategie zur Rettung der Familienehre und schlägt sogar vor, die Spendensumme zu verdoppeln und damit Schwarze und PoC-Künstler:innen zu unterstützen. Papa Nuñez sieht das anders. Dani hält dagegen und gibt ihrem Vater die Schuld an der Firmenkrise. Und sie kündigt an, vor Gericht gegen ihn auszusagen, falls er vorhaben sollte, sie als Entlastungszeugin zu benennen.

Zurück zur Buchparty. Alice nutzt die schlechteste aller Möglichkeiten, um Tom ihren Seitensprung mit Nat zu gestehen: kurz bevor er auf die Bühne gehen muss. Tom reagiert verletzt, und Alices Verteidigung - „Es hat mir nichts bedeutet“ und „Es ist verwirrend für mich. Ich war nicht mehr mit einem Mann zusammen, seit ich in meinen Zwanzigern war.“ – kommen nicht gut bei ihm an. Zu Recht entgegnet er, dass für Frauen und Männer dieselben Regeln gelten sollten. Aber seit wann sind die beiden denn ein festes Paar? Und warum sieht es dann so aus, als hätten sie seit seiner Abreise nach New York keinen Kontakt miteinander gehabt?

Tom geht auf die Bühne und beginnt seine Rede mit Worten, die Alice und uns besorgt stimmen – falsche Fährte: Er hält sich dann doch an sein lobpreisendes Skript.

Alice liest aus ihrem Buch das Dana-Kapitel vor, in dem es um Danas Tod geht, den sie verpasste, als sie die hässliche „You’re my Sunshine“-Plastikblume kaufte, und was ihre Liebe noch heute für sie bedeutet. Und dass sie daraus gelernt hat, es immer direkt auszusprechen, wenn sie jemand liebt. Alice hat Tränen in den Augen, Shane hat Tränen in den Augen, Bette hat Tränen in den Augen, wir haben Tränen in den Augen.

Shane hat aus Alices Worten das Fazit gezogen, dass sie unbedingt sofort zu Tess (die bei ihrer Mutter in Las Vegas ist) fahren muss.

Sophie macht Finley Vorwürfe, dass sie schon wieder Alkohol trinkt. Finley versteht nicht, worum’s geht: Sie sind ohne Auto da, sie trinkt Wasser zwischen ihren Longdrinks und hat’s völlig im Griff. Sophie ist frustriert und geht nach Hause, Finley will noch „ein bisschen Spaß“ haben und bestellt einen weiteren Drink. Ich hab’s schon im letzten Rückblick geschrieben: Die beiden sind schon länger befreundet und haben in den bisherigen 15 Folgen viel zusammen getrunken und gefeiert – und Sophie fällt erst jetzt auf, dass Finley ein Alkoholproblem hat und das nicht wahrhaben will?

Oh, wenn Sophie bald nach Hause kommt, platzt sie womöglich in Micahs und Claudias Date. Das läuft gut, auch wenn wegen des Qualms der Feueralarm losgeht und aus der Pfanne plötzlich Flammen schlagen.

Aus dem CAC werden unter Pippas Aufsicht ihre Kunstwerke rausgekarrt (wow, in dieser Serie geht alles so wahnsinnig schnell – hat die Planung für die Ausstellung nicht erst vorgestern begonnen?). Bette eilt heran und erklärt dem CAC-Chef, dass ihre Drohung doch nur ein blöder Verhandlungstrick war. „Ich habe einen Fehler gemacht! Das ist etwas, was Sie mich sehr selten sagen hören.“, sagt sie. „Pippa Pascals Arbeit bedeutet mir alles, verstehen Sie? Alles!“ Was sie an seiner Stelle tun würde: Sich über die Klinge springen lassen, aber: „Bestrafen Sie sie nicht! Und bestrafen Sie die Menschen nicht, die unbedingt ihre Arbeit sehen müssen!“ Der CAC-Chef will nichts versprechen. Bei Pippa aber, die alles mitangehört hat, machten Bettes Worte Eindruck. Bette entschuldigt sich dafür, dass sie sie zum Kollateralschadens ihres persönlichen Rachefeldzugs gemacht hat. Erst Pippa habe sie gelehrt, dass es besser ist, eine Spur der Liebe als eine Spur der Zerstörung zu hinterlassen.

Auch Dani und Gigi versöhnen sich. Dani besucht sie in ihrem Büro, und sie sprechen über ihre Väter, die doch immer nur „das Beste“ für sie wollen. Dani erzählt, wie sie – inspiriert von Gigi – ihrem Vater die Stirn geboten hat, und dass sie den Fall Nuñez vs. Porter gewonnen haben, weil Bette ihren Protest zurückgezogen hat.

Micahs und Claudias Date schreitet rasant voran: Sie küssen sich. Aber Micah zieht sich sofort zurück. „Es gibt da eine andere. Du bist toll…“, stammelt er, und Claudia stürmt verletzt - „Schön, dass ich dich in die Arme einer anderen treiben konnte.“ - davon. Nun ja, nett war das nicht von Micah, aber Claudias Herz wird er nicht gebrochen haben: die beiden haben sie heute Morgen ja noch nicht mal gekannt.

Alice kommt in Toms Hotelzimmer, als der gerade das Bad – von Minishampoo bis Bademantel - leer räumt. Tom hat keine Lust auf Spielchen, weil er alt und müde ist. Alice hat nichts gegen alt und müde und knackt ihn mit einem Zitat aus ihrem Buch, das er selbst geschrieben hat. Noch eine Versöhnung!

Micah hat keine Zeit verloren und Mirabel herbeigetextet. Kaum ist sie eingetroffen, macht er ihr direkt eine selbstbewusste Liebeserklärung: „Ich liebe dich, und ich denke, du liebst mich auch!“ Eine mutige Offensive, aber er trifft zum Glück ins Schwarze! Kuss!

Tess ist in Las Vegas und telefoniert mit ihrem Anonymen Alkoholiker-Sponsor, als es an der Hoteltür klopft. Es ist: Shane. „Ich möchte gerne hier bei dir sein“, stammelt Shane. „Ich möchte deine Partnerin sein. Und das zu sagen, macht mir Angst. Ich weiß, das hört sich…“ Tess hat genug gehört, zieht sie ins Zimmer, und sie haben Sex vor der Las Vegas-Fototapete, die hinter das Studiofenster geklebt wurde.

Den früheste Beziehungskrise in der Geschichte von „The L Word“ erleben Sophie und Finley. Als Finley nach Hause kommt, schläft Sophie bereits und will nicht, dass sich Finley alkoholisiert an sie kuschelt. Und jetzt bricht alles aus ihr raus: Sie hatte den ganzen Tag das Gefühl, Finley babysitten zu müssen, und Finley macht ihr Angst, wenn sie getrunken hat, denn dann „bist du nicht du“, sagt sie. „Es ist, als würde dein Licht ausgehen und niemand ist zu Hause.“ Finley fällt aus allen Wolken, es ist ihr peinlich, und ihr fällt nur eine Konsequenz ein: sie verlässt das Haus.

Woanders liegen Bette und Pippa postkoital im Bett und scheinen etwas zu planen, bei dem sie „alles niederbrennen und trotzdem etwas stehen lassen“.

Eng umschlungen wachen am nächsten Morgen auch Tess und Shane auf und scherzen darüber, dass sie ihre innerbetriebliche Liaison der Personalabteilung melden sollten, wo Shane doch, haha, Boss und Personalabteilung zugleich ist.

Sophie wacht in einem leeren Haus auf (okay, es ist halb 11, Micah und Maribel können theoretisch schon unterwegs sein) - und von Finley fehlt jede Spur.

 

The L Word – Generation Q, Staffel 2: 10 Folgen, seit 29. September, immer mittwochs in Doppelfolgen exklusiv bei Sky Atlantic und dem Streamingdienst Sky Ticket (7,49 Euro im ersten Monat, danach 9,99 Euro)

 

Hier geht's zu unserem Rückblick auf Folge 7

Unter dem Menüpunkt The L Word: Gen Q stehen auf l-mag.de alle Informationen und Folgen-Rückblicke auf Staffel 1 und 2

 

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