Princess Charming

„Princess Charming“: Das war Folge 2

1.6.2021 - Eine Kandidatin arbeitet sich aus dem Hintergrund in die Pole Position vor. Im Haus wird gekuschelt und über Sex geredet, und die Princess mag Frauen in Jogginghosen: Unser Rückblick auf Episode 2 der Datingshow „Princess Charming“.

Von Karin Schupp

1.6.2021 / 29.10.2021 - Wenn Princess Charming eine Fußball-WM wäre, befänden wir uns gerade in der ersten Runde, wenn noch unzählige Teams dabei sind, von denen die meisten ausscheiden, bevor man sich überhaupt eine Meinung zu ihnen bilden konnte. Auch in der Villa auf Kreta hatte etwa die Hälfte der Kandidatinnen (alle Kurzprofile) noch gar keine Gelegenheit, sich in Szene zu setzen - weder bei uns noch bei Irina. Aber das Spiel hat ja erst begonnen, und die vermeintlichen Favoritinnen landen am Ende nicht immer vorne...

Das erste Gruppendate

Irina lädt zu ihrem allerersten Gruppendate Miri und Britta ein, mit denen sie schon in Folge 1 flirtete, außerdem Elsa („Ich werde immer rot, das ist richtig peinlich“), die am ersten Abend die Taktik „Präsenz im Hintergrund“ fuhr, Sarina aus Stolberg („Ich bin super aufgeregt.“), von der wir bisher nur wissen, dass sie Studentin und Buddhistin ist, und die weltgereiste Anja aus Leipzig, der das Motto „kulinarisches Date“ zusagt („Ich esse sehr gerne und mag schöne Frauen – also perfekt!“).

Im Haus wird dieses Quintett analysiert, und Iry hat Angst, dass sie nicht Irinas Typ ist, weil die „eher maskuline Frauen gewählt“ habe. Aber seien wir ehrlich: wahrscheinlich verrät uns Irinas Wahl nicht allzu viel über ihren Geschmack, denn es soll ja noch so lange wie möglich spannend bleiben.

Mit Wikis Freibrief - „Knutscht, wenn ihr wollt!“ - ziehen die fünf los los, aber im kretischen Hinterhof wird dann doch nur geschnippelt, geknetet und gerührt.

Elsa betrachtet ihre Konkurrentinnen mit Argwohn und findet, dass „Britta ganz schön vorprescht“ – wo Irina es doch bestimmt lieber etwas zurückhaltender mag. Diesen Zweikampf gewinnt sie: Irina kommentiert im Einspieler, dass zwischen ihr und Elsa „die Vibes stimmen“.

Beim Essen kommt endlich auch mal Sarina zu Wort und fragt Irina, ob sie bi sei. Die erzählt (wie schon am ersten Abend) von ihrer glücklichen, aber einzigen Beziehung mit einem Mann, und jetzt könne sie sich nicht vorstellen, „dass ich noch mal einen Mann lieben kann.“ Sarina gefällt das, aber bei sechs Lesben darf natürlich der obligatorische Einwand „Ist doch unwichtig, man muss das nicht labeln“ - hier geäußert von Elsa - nicht fehlen. 

Jetzt wirft Anja ein weiteres beliebtes Lesbendiskussionsthema in die Runde: Kinderwunsch. Sie will Kinder, Irina auch, auch wenn sie sich im Moment „noch nicht bereit“ dazu fühlt und es auch nicht unbedingt selbst bekommen will. So geht's auch Miri. Elsa setzt hingegen noch einen drauf: „Am liebsten ich eins und meine Frau eins.“

… und danach?

Miri: „Echt süß.“

Britta: „Mein Herz schlägt.“

Elsa: „Sehr interessant. Ich möchte mehr.“

Anja: „Gute Gruppendynamik.“

Was Sarina denkt, erfahren wir nicht. Sind Anja und Sarina schon aus dem Rennen? Irina bleibt jedenfalls diplomatisch: „Positive Vibes kamen von allen fünf.“

 

Zweier-Date:

Zu ihrer eigenen Überraschung darf Jana aus Dorsten, die bisher nur das Label „Kreisliga-Fußballerin“ trägt, die Princess alleine treffen. Sie findet Irina „wunderschön, wie gemalt“, findet es aber auch attraktiv, dass sie eine „gestandene Frau“ ist.

Beim Date an ihrem Pool bricht Irina mit ihrem Bekenntnis das Eis, Frauen Jogginghosen sexy zu finden. Aufatmen bei Jana: „Gottseidank, die trage ich zu 90%.“ Es wird ein bisschen gekickt und übers Heiraten, Coming Out und Fußball geplaudert.

… und danach?

Irina: „Megaschön. Sie ist eine angenehme Gesprächspartnerin und hat viele Pluspunkte bei mir gesammelt.“

Jana: „Oh mein Gott, ich brauch’n Schnaps.“

 

Meanwhile, back at the ranch:

(Gender)queer Talk im Haus: Aus Gesprächen am Pool, in der Küche und im Schlafzimmer erfahren wir:

… dass sich Saskia bei weitem nicht so „maskulin“ fühlt, wie es ihr Jana unterstellt, und sie auch noch nie daran gedacht hat, sich „umoperieren“ zu lassen (Janas Worte – Genderthemen haben's noch nicht bis nach Dorsten geschafft). Saskia: „Ich bin eine Frau sei und will auch so betitelt werden. Ich bin auch feminin. Ich bin nämlich stolz, eine Frau zu sein.“

… dass Saskia außerdem ein „richtiger Glücksfang“ im Bett ist (Selbsteinschätzung), ihre „Hände gut einsetzen“ und „gut lecken“ kann.

… dass Lou, mit 21 die Jüngste im Haus, Fesselspiele mag und auch schon mal Peitschen probiert hat.

… dass es für Butch Britta erst mal wichtiger ist, dass „sie Spaß hat“.

… dass Gea Strap-ons mag und Schwänze „nice“ findet

… dass Wiki Dildos mag, bei Penissen aber „auf den Dude ankommt“ – worauf Gea reingrätscht: „Nicht nur Dudes haben Schwänze.“

… dass Wiki außerdem den „Fetisch“ hat, beim Masturbieren oder Sex „fast erwischt“ zu werden.

… und dass Elsa noch nie Heterosex hatte, „aber manchmal echt Lust auf Sex mit einem Mann“ hätte.

Hätte man vorher auch nicht vom Privatfernsehen gedacht, dass solche Gespräche selbstbewusst lesbisch/ queer daherkommen können, ohne schlüpfrige Untertöne für Heteromänner auszuströmen (auch wenn sie sich vielleicht von Elsa eingeladen fühlen könnten). Nur dem Penis wird durch die Auswahl der Dialoge ein bisschen mehr Beachtung geschenkt, als er sonst Thema in Lesbendiskussionen ist.

Tatsächlichen Sex gibt’s im Haus bisher nicht, aber nachts wird gekuschelt. Vor allem zwischen Bine und Saskia prickelt es offenbar. Bine „entspricht optisch meiner Traumfrau“, sagt Saskia, die ihrerseits Bines „Bezugsperson plus“ ist. Unvorstellbar, dass sich nicht mindestens drei Pärchen im Haus finden!

Happy Hour:

Tabi sinniert beim Umziehen über ihr potenzielles Ausscheiden am Abend und gibt die Losung aus: „Ich würde sagen: Scheiß egal, mit wem ich im Auto sitze: Dann mach ich mit dir rum…“ Gute Devise, aber vorerst will sie es nicht so weit kommen lassen: im Sonja-Style schnappt sie sich sofort Irina, rückt ihr aber weniger auf die Pelle und versucht mit den Kracherthemen Jurastudium und Dortmund eine gemeinsame Ebene zu schaffen.

Als nächstes ergreift Lia ihre Chance - ihre Eisbrecher-Frage: „Beim Feiern: ansprechen oder angesprochen werden?“ - und schwärmt danach von Irinas schönen Augen.

Johanna würde gerne ihren Ball im Spiel halten, wird zu ihrem Verdruss aber von der Konkurrenz links und rechts überholt. Irina schenkt stattdessen Kati ihre Aufmerksamkeit. Die will wissen, ob sie Irina mit ihrer direkten Art verunsichert, und erinnert uns alle noch mal daran, dass die Princess „genau mein Typ“ ist.

Die Hamburgerin Wiki, heute im Feuer-und-Flamme-Outfit, will lieber über sich reden: „Was hast du gedacht, als du mich das erste Mal gesehen hast?“ Irina: „Energie, Powerfrau, mutig.“ Und gerne im Mittelpunkt stehend, wie Wiki gerne einräumt: „Bin ’ne kleine Attention Whore.“

Gegenprogramm: Lou hat sich einen Klassiker aus dem Dating-Smalltalk-Handbuch geklaut: „Wie verbringst du deinen perfekten Tag?“ Ob's reicht? Lou ist sich da selbst nicht sicher.

Elsa, die jegliches offensive Auftreten ihrer Mitbewerberinnen missbilligt, macht eine Ansage. „Ich stehe euch bald allen im Weg!“, sagt sie, als Johanna Irina erklärt, dass im Haus alle so harmonisch seien und „niemand der anderen im Weg stehen will“. Ihr Selbstbewusstsein kann sie sich erlauben, denn Irina verrät im Einspieler, dass Elsa „eine besondere Anziehungskraft“ auf sie habe. Ob‘s der eindringliche Blick ist? Meine Prognose: Am Ende wird Elsa zu intensiv für Irina sein.

Ladies Night:

Ab heute geht’s nicht mehr darum, eine Kette zu bekommen, sondern die Kette vom ersten Abend zu behalten. Guter Nebeneffekt: Es ist unklar, wie viele Lesben gehen müssen.

Als erstes kommt Jana weiter (Irina: „Schönes Date!“), gefolgt von Britta, Elsa und Kati, der Irina mitgibt: „Du bist laut und forsch. Aber hast du auch eine ruhige Seite? Das würde ich gerne rausfinden.“ (Während Elsa denkt: „Wieso die Mühe - ich bin doch schon ohne Aufforderung ruhig!“)

Lou hat sich unnötig Sorgen gemacht, und auch Anja, Miri und Sarina haben’s beim Gruppen-Date nicht vermasselt.

Irinas ersten zwei Rauswürfe treffen Lia („Leider habe ich die Vibes nicht so gespürt.“) und Sandra aus Ratingen („Leider keine Verbindung zu dir aufgebaut“). Wer ist das? Kam die nach ihrem Vorstellungsvideo („Ich bin Harmonieträgerin, bringe die Sonne ins Haus“) überhaupt noch mal zu Wort? Beide sind enttäuscht, und alle haben Tränen in den Augen, auch Irina. Da waren's nur noch 16.

In der Bagger-Offensive: Britta, Kati und Elsa

Favoritin nach Folge 2: Elsa

Love is in the air: Saskia & Bine?

 

Nächste Woche: Was geht zwischen Saskia und Bine? Jemand bekommt schon das zweite Date bei Irina. Und: ein Kuss! Mein Tipp: Elsa.

 

Princess Charming, 9 Folgen + 1 Wiedersehensfolge, seit 25. Mai immer dienstags beim RTL-Streamingkanal TVNOW (kostenloser Probemonat!) und demnächst bei VOX

 

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