K-Word

K-Word #437: Neues aus der Lesbenwelt

7.1.2022 - Queerer Sex in „And Just Like That“, Jennifer Beals über die Zukunft von „The L Word: Generation Q“, Anna Calvi, LP, Irina Schlauch & Ricarda Hofmann, Lesben im „Tatort“, Serientipps, wird Javicia Leslie („Batwoman“) Ehrenbürgerin von Augsburg? Und mehr!

Von Karin Schupp

7.1.2022 - Die lesbischen Sex and the City-Fans haben’s ja schon immer gewusst! In der Nachfolgeserie And Just Like That (bei Sky/ Sky Ticket) gerät Mirandas (Cynthia Nixon) sexuelle Identität ins Wanken (K-Word #434), und in Folge 5 hat sie einen Quickie mit Carries queerem Boss Che (Sara Ramírez, K-Word #411)! Der Ex-Grey’s Anatomy-Star, selbst queer und nichtbinär, steht privat allerdings mehr auf Sarah Jessica Parker: „Ich war als Kind total in sie verknallt“, erzählte Ramírez in einem Interview mit News Corp. „Ich war außer mir vor Freude, als ich sie kennen lernte. Ich sagte ihr: Ich bin seit Ewigkeiten in dich verknallt!‘“ In dem Reboot, das sich sehr bemüht, nicht so weiß und hetero zu sein wie die Originalserie, erlebt auch Charlottes (Kristin Davis) Kind Rose (Alexa Swinton) ein nichtbinäres/ trans Coming Out und nennt sich jetzt Rock.

Dass die Verlobung zwischen LP („Lost on Your“) und Lauren Ruth Ward (K-Word #211) geplatzt ist, konnte man spätestens wissen, seit im letzten Sommer Wards „The Break up Song“ erschien. Eventueller Liebeskummer ist aber längst verwunden: Ward hat seit Mai eine neue Freundin, und LP stellte Anfang Januar ihre neue Liebste auf Instagram vor: Julieta Grajales. Fans der mexikanischen Schauspielerin wussten’s schon länger, denn sie postete bereits seit Mai Pärchenfotos. Die beiden haben jetzt noch ein paar Monate länger Zeit für Zweisamkeit: LP hat ihre Tour verschoben, statt im ersten Quartal kommt sie jetzt erst am 4. Juli nach Frankfurt/M., am 7. Juli nach Köln und am 12. Sept. nach Berlin.

Ob The L Word: Generation Q eine dritte Staffel bekommt, ist knapp drei Monate nach dem Finale von Staffel 2 noch offen. „Ich bin sehr zuversichtlich“, sagte  Jennifer Beals (Bette) der Variety, was nichts anderes bedeutet, dass sie trotz ihres Status als Executive Producerin auch nicht mehr weiß als wir. Gäbe es neue Folgen, würde sie Bette gerne „echte tiefe Liebe“ erleben lassen, ließ aber offen, ob sie sich für die Künstlerin Pippa, ihre wieder aufgetauchte Ex-Frau Tina oder eine noch unbekannte Dritte entscheiden würde. Aktuell ist Beals in der neuen Star Wars-Serie Das Buch von Boba Fett (Disney+) zu sehen, die sie im letzten Jahr parallel zu The L Word drehte: „Es war verrückt. Ein Unterschied von 180 Grad.“

Die Nachricht kam leider zu spät für unser „Lesbisches Familienalbum 2021“: Anna Calvi (K-Word #318) und ihre Lebensgefährtin Adélaïde Golis wurden im November Eltern, wie die britische Musikerin Anfang Januar auf Instagram verriet. Während ihrer Schwangerschaft habe sie sich Sorgen gemacht, ihre Kreativität zu verlieren, aber „ich habe mich noch nie inspirierter gefühlt“, schrieb sie. „Bald kommt neue Musik von mir, es ist gut, wieder da zu sein!“

Lesben im Tatort: Innerhalb eines Monats spielte Anne Ratte-Polle in der Krimireihe schon die zweite lesbische Polizistin. Nachdem sie in der letzten Ausgabe aus Dortmund die mordende Revierleiterin war (K-Word #432), gab sie im Furtwängler-Tatort an Weihnachten („Alles kommt zurück“, Mediathek) eine korrupte Kommissarin, die mit der Pathologin (Neda Rahmanian) liiert ist und ihre Kollegin Charlotte Lindholm als „geile Sau“ bezeichnet. Die Figur war im Drehbuch ursprünglich ein Mann – was beweist, dass zwischen einer mackerhaften Männerrolle und einer Butch (wenn das eine sein sollte?!) Welten liegen. Und auch im letzten Tatort aus Bremen („Und immer gewinnt die Nacht“, Mediathek), gab’s ein Frauenpaar, gespielt von Anna Bachmann und Franziska von Harsdorf, das zum Kreis der Verdächtigen gehört, aber immerhin besser wegkommt als die meisten anderen Charaktere.

Serientipps: Am 6. Januar startete bei ProSieben FUN die sechste und letzte Staffel von Supergirl, in der Alex (Chyler Leigh) und Kelly (Azie Tesfai) ein Kind adoptieren und im Finale Hochzeit feiern (K-Word #429)!

In Vigil – Tod auf hoher See muss die schottische Kommissarin Amy Silva (Suranne Jones) einen Mordfall an Bord eines Atom-U-Boots untersuchen – bei voller Fahrt, weil die Mission nicht unterbrochen werden darf. Zeit genug um (in Flashbacks) über ihre zahlreichen Traumata und ihre erste Beziehung mit einer Frau, ihrer Kollegin Kirsten Longacre (Rose Leslie), zu sinnieren. Die ist ihre einzige Kontaktperson an Land und ermittelt in einem damit zusammenhängenden Mordfall. Die spannende 6-teilige BBC-Serie läuft ab 13. Januar bei Arte und steht schon jetzt kostenlos in der Arte-Mediathek.

In Yellowjackets muss das Mädchenfußballteam einer Highschool nach einem Flugzeugabsturz 19 Monate in der Wildnis überleben und wird - wie in einer zweiten Zeitebene erzählt wird - auch 25 Jahre nach der Rettung von diesen Ereignissen (Stichworte: Wahnsinn und Kannibalismus!) verfolgt. Zu den Überlebenden gehört auch die ehrgeizige Taissa, die als Teenagerin (Jasmin Savoy Brown) mit Van (Liv Hewson) zusammenkommt und als Erwachsene (Tawny Cypress) eine lesbische Politikerin ist. Auch Christina Ricci, Juliette Lewis und Melanie Lynskey spielen mit. Die Serie startete am 28. Dez. bei Sky und steht auch beim Streamingdienst Sky Ticket.

Die lesbische Schauspielerin Jasmin Savoy Brown spielt nicht nur in Yellowjackets, sondern auch im Horrorthriller Scream 5 eine queere Rolle (Kinostart: 13. Jan.) und moderiert mit Liv Hewson (Tage wie diese), ebenfalls lesbisch und zudem nichtbinär, den neuen Netflix-Podcast The Gay Agenda (ab 10. Jan.). In Folge 1 unterhalten sie sich mit Bex Taylor Klaus (K-Word #385, Tote Mädchen lügen nicht), auf der Gästeliste stehen auch Leo Sheng (Micah in The L Word: Generation Q) und Javicia Leslie, die in Batwoman seit Staffel 2 die lesbische Superheldin spielt.

Javicia Leslie (K-Word #360) könnte Ehrenbürgerin von Augsburg werden - wenn die Initiative von L-MAG-Leserin Miriam Erfolg hat, die die bisexuelle Schauspielerin für diese Auszeichnung vorschlug. Leslie wurde 1987 als Tochter einer in Augsburg stationierten US-Militärfamilie geboren und verbrachte ihre frühe Kindheit dort. „Ich war noch ziemlich jung, aber ich erinnere mich an Kleinigkeiten“, sagte sie in einem Vogue-Interview. „Ich erinnere mich daran, wie unser Wohnzimmer aussah. Ich erinnere mich daran, dass meine Großmutter aus Florida zu uns kam (...). Ich erinnere mich, dass wir einen schwarzen Hund hatten, einen schwarzen Chow, der mich nicht mochte.“ Augsburg statt Gotham? Wir sind dafür!

Jetzt im Kino: In The 355 mit Jessica Chastain, Diane Kruger, Lupita Nyong’o, Penélope Cruz und Bingbing Fan tun sich Spitzenagentinnen rivalisierender Geheimdienste zusammen, um einer bösen, globalen Organisation das Handwerk zu legen. Ein rasanter Actionfilm à la Mission Impossible mit hohem Schauwert und gut aufgelegten Schauspielerinnen, die reihenweise Typen vermöbeln – unverzeihlich ist nur, dass (offenbar) alle Charaktere hetero sind! Lest hier unsere Filmkritik.

A propos Frauen & Action: 3 Engel für Charlie (2019) mit Kristen Stewart steht jetzt bei Netflix (unsere Filmkritik).

Das Kölner Promipaar Irina Schlauch (Princess Charming) und Busenfreundin-Podcasterin Ricarda Hofmann (K-Word #433) hatte nach eigener Aussage „ein bisschen zu viel Zeit über die Feiertage“ und beantwortet in drei Folgen „Frequently Asked Queers“ Fragen wie: Wünschst du dir manchmal, hetero zu sein? Wärst du auch homosexuell, wenn du ein Mann wärst? Und: hast du dich schon mal für eine queere Person fremdgeschämt? Unten seht ihr Folge 1, hier geht's zu Folge 2 und Folge 3. Wer die beiden in echt sehen will: Mai gehen sie mit Princess Charming-Kandidatin Miri (und L-MAG als Medienpartnerin) auf ihre Love is Live-Tour in fünf Städten.

Ex-Navy CIS-Star Maria Bello und die Sterne-Köchin Dominique Crenn feierten letzte Woche den zweiten Jahrestag ihrer Verlobung (K-Word #339). Bello spielte in der Krimiserie (Staffel 15-18) die Psychologin Jack Sloane, Crenn führt ein Drei-Sterne- und ein Ein-Sterne-Restaurant in San Francisco.

An Weihnachten veröffentlichte die queere Singer-Songwriterin Laura Dre (L-Beach 2012) ihr neues Album „Kyoto Dreams“. Und wer hätte das gedacht: Die Songs der deutsch-philippinische Elektromusikerin und –produzentin sind von den Hörspielcassetten ihrer 80er-Jahre-Kindheit inspiriert, wie sie in einem Youtube-Preview-Clip erzählt.

 

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