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Kinotipp „Nico“: Nie wieder Opfer sein!

9.5.2022 - Der preisgekrönte Spielfilm „Nico“ von Berliner Filmstudentinnen zeigt drei Frauen, die sich nicht unterkriegen lassen: Nico, die nach einem rassistischen Überfall den Halt verliert, ihre queere Freundin und eine neue Bekanntschaft an einer Schießbude.

Von Gudrun Fertig

9.5.2022 - Von der Filmhochschule ab ins Kino! Dazwischen liegen unter anderen die Auszeichnung „Bester Schauspielnachwuchs“ für Hauptdarstellerin Sara Fazilat beim Filmfestival Max Ophüls Preis und viele andere Festivalteilnahmen mit dem Film Nico – entstanden aus der Zusammenarbeit der Studentinnen Eline Gehring (Regie), Sara Fazilat (Produktion) und Francy Fabritz (Kamera).

Alle drei studieren an der DFFB (Deutsche Film- und Fernsehakademie Berlin) und wollten einen Film machen, der Frauen, mit denen sie sich identifizieren können, in den Mittelpunkt stellt. So haben auch alle drei zum Drehbuch beigetragen, selbst wenn am Ende Eline als Regisseurin entschieden und „auf den Tisch gehauen hat“. So schildert sie es lachend im Interview mit L-MAG. Der Film thematisiere Sexismus, Rassismus und Feminismus im Alltag der Protagonist:innen, erzählt Eline weiter.

Ausgemacht war das am Anfang nicht, dass aus der Motivation der drei heraus ein Film werden würde, der so eine Welle auslöst. Aus einer vagen Idee während des Studiums wurde ein intensives Projekt über vier Jahre hinweg, das am Ende einen „richtigen“ Film ergab.

Ein rassistischer Angriff hinterlässt nicht nur körperliche Wunden

Nico zeigt die gleichnamige Hauptfigur (Sara Fazilat) in einem flirrenden Sommer in Berlin. Selbstbewusst, frech und lebensfroh wirkt sie, wie sie als Altenpflegerin für ihre Patient:innen da ist oder mit ihrer besten Freundin Rosa (Javeh Asefdjah) durch die Stadt flaniert.

Der Bruch kommt, als sie eines Abends einen rassistischen Angriff erlebt, der sie nicht nur mit körperlichen Wunden zurücklässt.

Sara Fazilat, die bereits viel Erfahrung als Schauspielerin hat, spielt in dieser Szene alle Facetten glaubwürdig und ergreifend von Ungläubigkeit und Erstaunen darüber, was ihr da passiert, bis hin zu dem Moment, in dem sie den Ernst der Lage begreift. Danach ist Nico nicht mehr dieselbe. Sie zieht sich zurück, ist auch für Rosa nicht mehr erreichbar.

Harter Kampfsport und eine Begegnung auf dem Rummel

Erst allmählich arbeitet sie sich aus ihrem Schockzustand und ihrer Hilflosigkeit heraus. Unter anderem fängt sie an, Kampfsport zu trainieren. Der in Berlin bekannte Inhaber einer Kampfsportschule für Jugendliche, Andreas Marquardt, spielt im Film den Trainer Andy, der mit Nico arbeitet – diszipliniert und hart.

Entscheidend ist auch die Begegnung mit Ronny (Sara Klimoska, European Shooting Star 2021), die Nico und Rosa auf einem Rummel kennenlernen. Eigentlich ist ja Rosa erotisch an Ronny interessiert, doch die konzentriert sich voll auf Nico. Warum und wieso sie so eine besondere Beziehung zu Nico aufbaut, stellt sich dann im Laufe des Films heraus.

Nico traut sich, seinen Bildern Zeit zu geben, und fängt viele emotionale Momente ein, die zwischen den Protagonist:innen stattfinden, ohne besprochen zu werden. Obwohl er mit sehr kleinem Budget gedreht wurde, funktioniert die Geschichte und rutscht nie ins Klischeehafte ab.

Dass der Film jetzt „richtig“ ins Kino kommt, ist für alle Beteiligten eine große Freude. Mittlerweile ist er auch in der Vorauswahl für den Deutschen Filmpreis 2022 in der Kategorie „Spielfilm“. „Es hat sich alles wahnsinnig gelohnt“, findet Eline, die bereits wie alle anderen auch an neuen spannenden Filmprojekten arbeitet.

Nico, D 2021, Regie: Eline Gehring, Drehbuch: E. Gehring, Sara Fazilat, Francy Fabritz, mit Sara Fazilat, Sara Klimoska, Javeh Asefdjah u.a.,79 Minuten, Kinostart: 12. Mai

 

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