K-Word

K-Word #466: Neues aus der Lesbenwelt

29.7.2022 - Babett Peter & Ella Masar haben geheiratet, Deutschland im EM-Finale, „The L Word“-News, Brittney Griner in Moskau vor Gericht, „Princess Charming“, Hayley Kiyoko, coupleontour, „Queer As Folk“-Reboot und weitere neue Serien - und mehr!

Von Karin Schupp

29.7.2022 - Es ist der Sommer der Fußballerinnen-Hochzeiten (s.a. K-Word #459, #462): Letzte Woche heirateten in den USA die Ex-Profis Babett Peter und Ella Masar. Das Paar, das sich beim VfL Wolfsburg kennen lernte, verlobte sich vor genau einem Jahr (K-Word #413) und lebt seit kurzem mit Sohn Zykane (1) in Kansas City. Masar ist dort Co-Trainerin beim Frauenteam Kansas City Current, und auch Peter wird künftig für die Profiliga NWSL arbeiten – wo genau, verriet sie bisher nicht. Die Olympiasiegerin, Welt- und Europameisterin, die zuletzt bei Real Madrid spielte, beendete gerade ihre aktive Karriere und macht im Herbst ihr Diplom im Fach Sportbusiness. Wie sie auf Sportschau.de sagte, sind drei, vier Jahre in den USA eingeplant, danach sieht Peter ihre Zukunft in der deutschen Bundesliga, „wo ich viel Entwicklungspotenzial im Frauenfußball sehe.“ Für Masar ist es die zweite Ehe, von 2015 bis 2019 war sie mit Erin McLeod, Torfrau des kanadischen Nationalteams, verheiratet.

Wer hätte das vor der Fußball-EM gedacht: Deutschland, kein Turnierfavorit wegen der verpatzten WM 2019 und EM 2017, hat's ins Finale gegen England geschafft - und das sehr verdient! Im Wembley-Stadion stehen sich am Sonntag (ARD, 18 Uhr) nicht nur die beiden Torschützenköniginnen Alex Popp und Englands lesbische Starstürmerin Beth Mead gegenüber (jeweils 6 Treffer), sondern auch das länderübergreifende Paar Ann-Katrin Berger und Jess Carter (K-Word #463) - wenn auch vermutlich nicht auf dem Platz, denn beide kamen bisher nicht zum Einsatz. Alle 59 lesbischen, bisexuellen und queeren EM-Spielerinnen  stellen wir hier vor.

Mit dem Finale erfüllt sich auch der Wunsch von Rekordnationalspielerin Anja Mittag: „Gegen den Gastgeber diesen Klassiker vor einem ausverkauften Wembley-Stadion zu spielen, wäre ein absoluter Traum“, sagte sie uns im Interview auf l-mag.de. Darin spricht sie auch über Homosexualität im Fußball („Wir haben einen offeneren Umgang [als die Männer] und respektieren uns gegenseitig.“) und mutmaßt, dass der aktuelle Langhaar-Style der Spielerinnen („Als ich vor 20, 25 Jahren mit dem Fußball anfing, war es völlig normal, dass Frauen kurze Haare hatten.“) damit zusammenhängen könnte, dass Kurzhaarige damals „einen schlechten Ruf als ‚Mannweiber‘ hatten und [sie] sich davon lösen wollten.“

So ein cooles Intro würde ich mir auch im deutschen Fernsehen wünschen: Die BBC kündigte die Lionesses vor dem Halbfinale in einem Clip mit der lesbischen The xx-Sängerin Romy Madley Croft an:

News von The L Word: Generation Q: In Staffel 3 wird Kehlani eine Gastrolle spielen. Die Musikerin, die sich lange als pansexuell bzw. queer identifizierte und sich letztes Jahr als lesbisch outete (K-Word 401), ist mit der queeren Rapperin 070 Shake liiert, die in ihrem aktuellen Video „melt“ mitspielt. Die neuen Folgen der Lesbenserie werden seit Juni in Los Angeles gedreht, einen Starttermin gibt es noch nicht.

Im Fall der seit Februar in Russland inhaftierten Brittney Griner hat die US-Regierung erklärt, dass sie schon vor Wochen angeboten habe, den lesbischen Basketballstar und einen weiteren US-Bürger gegen einen russischen Waffenhändler auszutauschen, der in den USA zu 25 Jahren Gefängnis verurteilt wurde. Das russische Außenministerium hat zuletzt verlauten lassen, dass an Verhandlungen über einen Gefangenenaustausch erst nach dem Urteil - nicht vor Anfang August (K-Word #464) - zu denken sei. In dem Prozess wegen Drogenschmuggels, der im Juli begann, bekannte sich Griner als schuldig, sie habe jedoch nicht das Gesetz brechen wollen. Ihre Anwälte erklärten, dass sie das Cannabisöl, das in ihrem Gepäck gefunden wurde, in Arizona legal erworben habe es gegen chronische Schmerzen verwende. Griner, die am Mittwoch erstmals selbst das Wort hatte, sagte aus, dass sie am Tag ihrer Festnahme weder eine vollständige Übersetzung erhielt noch über ihre Rechte informiert wurde und russische Papiere unterschreiben musste, die sie nicht verstand.

TV-Tipp: Die Comicverfilmung Paper Girls (Amazon Prime, ab 29. Juli) ist eine Zeitreise-Serie, in der vier Schülerinnen aus dem Jahr 1988 (unter anderem) in ihrer eigenen Zukunft landen und herausfinden müssen, wie sie wieder zurück in ihre Gegenwart kommen. Eine von ihnen, KJ (Fina Strazza), erfährt, dass sie als Erwachsene lesbisch lebt, und verliebt sich – zumindest irgendwann in einer späteren Folge der Comicreihe- in die anfangs sehr homophobe Mac (Sofia Rosinsky). Ersteres zeigt auch der Trailer, auf letzteres können wir nur hoffen!

Ab 31. Juli bei Starzplay: Das lang erwartete Queer As Folk-Reboot hat außer dem Namen des Clubs „Babylon“ nichts mit den Vorgängern aus Großbritannien (1999/2000) und USA (2000-2005) gemeinsam. Die acht neuen Folgen spielen in New Orleans, haben einen komplett neuen Cast mit charakterlich anders gestalteten Figuren, die eine viel größere Vielfalt repräsentieren als das damalige komplett weiße und überwiegend schwule Ensemble: Es gibt PoC, auch bisexuelle, trans und nichtbinäre Charaktere, einige von ihnen haben Behinderungen. Und anstatt des klassisch lesbischen Elternpaars im Original gibt's die trans Frau Ruthie (Jesse James Keitel) und ihre nichtbinäre Partner:in Shar (CG), die in Folge 1 Eltern werden, womit sich Ruthie schwerer tut, als sie dachte. *** Achtung, Triggerwarnung***: In Folge 1 wird ein homofeindlicher Terroranschlag gezeigt!

In Staffel 1 von Everything's Gonna Be Okay wurde der schwule Nicholas (Josh Thomas,  Please Like Me) Vormund seiner zwei jugendlichen Halbschwestern, und die Ältere der beiden, die autistische Matilda (Kayla Cromer), erlebte ihr pansexuelles Coming-out mit ihrer Schulfreundin Drea (Lillian Carrier). In Staffel 2 (RTL+, ab 1. Aug.) erkennt Matilda, dass sie doch nicht lesbisch ist, während sich Drea als asexuell outet. Ein Paar bleiben sie aber trotzdem, und man muss wohl alle zehn Folgen schauen, um zu verstehen, wie's zu dieser Hochzeit kommt: 

Princess Charming biegt auf die Zielgerade ein: Nach Folge 7 (unser Episoden-Rückblick) sind nur noch vier Kandidatinnen Rennen um das Herz der Prinzessin, und nächste Woche wird sie wohl ihre beiden Finalistinnen küren (Di, RTL+). Jessi dürfte gesetzt sein, und Nr. 2 könnte Laura werden, die Hanna direkt zum Übernachtungsdate mitnahm. Derweil hält in den sozialen Medien die Kritik an der Staffel und dem Umgang mit einem ungewünschten Kuss in Folge 5 an. Mit einer kurzen, inhaltsaarmen Stellungnahme, die erst knapp zwei Wochen später auf Instagram gepostet wurde, goss RTL+ für viele Userinnen eher noch Öl ins Feuer. Mittlerweile kursiert sogar die Verschwörungstheorie, dass die Staffel extra verkackt wurde, damit man die Show danach einstellen kann, was – sorry – kompletter Quatsch ist. Kein Sender setzt mit Absicht eine Sendung in den Sand, und wenn er sie absetzen will, kann er das auch ganz ohne Begründung tun.

Dramatische Zeiten für das Influencerinnen-Ehepaar Vanessa & Ina, besser bekannt als coupleontour (K-Word #416): Mitte Juli brachte Vanessa ihre gemeinsame Tochter zur Welt, während Ina im Krankenhaus lag (und immer noch liegt): Einen Tag, bevor bei Vanessa die Wehen einsetzten, hatte sie beim Sport einen Schlaganfall erlitten und musste in ein künstliches Koma versetzt werden. Mittlerweile ist sie wieder ansprechbar, aber noch halbseitig gelähmt, bis zu ihrer Genesung werden wohl noch viele Wochen vergehen. Wir wünschen euch dreien alles Gute!

Heute neu: Hayley Kiyokos (K-Word #457) zweites Album „Panorama“ und das Video zum Titelsong. „Nach meinem letzten Album machte ich eine Zeit durch, in der ich mein Selbstvertrauen und mein Selbstwertgefühl verloren hatte“, sagt die lesbische Sängerin im begleitenden Pressetext. „Zum Glück war ich von Freund:innen und meiner Familie umgeben, die mich auf dem Boden der Tatsachen hielten, mich in meinen tiefsten Momenten immer unterstützten und mich daran erinnerten, wer ich bin.“

Musik aus München: Der Song „One Life“ von SEDA, queer und nichtbinär, zitiert Eltern, die mit der Queerness ihres Kindes nicht zurechtkommen, das dazugehörige Video zelebriert die Schönheit von Wahlfamilien. Mehr davon gibt’s auf SEDAs Debütalbum „Somewhere In Between“.

 

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