K-Word

K-Word #544: Neues aus der Lesbenwelt

2.2.2024 - Pansexuelle US-Meisterin im Eiskunstlauf, Lucy Diakovska auf dem Weg zur Dschungelkönigin, mal wieder wird eine Serie mit beliebtem Frauenpaar abgesetzt, queere Grammy-Nominierte, Madonna, Ellen DeGeneres, LUNA - und mehr!

Von Karin Schupp

2.2.2024 - Mit einem dreifachen Axel sicherte sich Amber Glenn am letzten Wochenende als erste offen queere Eiskunstläuferin den Titel der US-Meisterin. Die Texanerin (24), die sich 2019 als bisexuell outete (K-Word #332) und sich mittlerweile als pansexuell definiert, gewann bei den olympischen Winterspielen 2023 Gold im Teamwettbewerb, stand aber seit zehn Jahren - damals gewann sie die US Junior Championships - nicht mehr alleine ganz oben auf dem Treppchen.

Lucy Diakovska gehört zu den fünf letzten Verbliebenen im RTL-Dschungelcamp und nähert sich so langsam der Dschungelkrone, die am Sonntag vergeben wird. Verdient hätte sie sie auf jeden Fall: Immerhin sorgt sie in ihren Prüfungen fürs Abendessen und nervt weder die Camper noch uns. Am Lagerfeuer sprach die No Angels-Sängerin in der letzten Woche darüber, dass sie mit 15 ihr lesbisches Coming-out hatte, sich aber erst mit 23 - per Fax! - bei ihrer Mutter outete und ganze drei Tage auf eine Antwort warten musste (die aber immerhin freundlich ausfiel). Sie erklärte auch, weshalb sie erst nach zwei Jahren bei den No Angels erstmals öffentlich darüber sprach: Sie wollte warten, bis sie es auch ihrem Vater erzählt hatte. Ob der Brief, den sie ins Camp geschickt bekam, von ihrer „situationship“ (K-Word #543) stammt, verriet sie allerdings nicht, nur so viel:  Geschrieben habe ihr „die Frau, die mir am nächsten ist.“

She did it again: Madonna, die noch nie vor einem lesbischen Kuss auf der Bühne zurückschreckte, legte bei ihrem Konzert am Dienstag in New York eine sexy Show mit der bisexuellen Rapperin Tokischa hin. Das gehört wohl zu ihrem Deal: die beiden hatten bereits im Video zum Remix von „Hung up“ (K-Word #476) geknutscht.

Am Sonntag werden die Grammys verliehen, und neben der in neun Kategorien Top-Nominierten SZA (die im letzten Jahr mit L-Gerüchten kokettierte) stehen auch viele offen lesbische/ queere Musikerinnen auf der Liste: die bisexuelle R&B-Sängerin Victoria Monét ist für sieben Grammys nominiert, die lesbische Countrysängerin Brandy Clark, der pansexuelle Popstar Miley Cyrus und das queere Frauentrio boygenius für sechs und ihr Mitglied Phoebe Bridgers (links im Bild mit SZA und dem Rest von boygenius) außerdem für ihren Song mit SZA, „Ghost in The Machine“. In vier Kategorien ist die lesbische Singer-Songwriterin Brandi Carlile nominiert, und auf zwei Grammys können die pansexuelle Musiker:in Janelle Monaé und die bisexuelle Rapperin Ice Spice hoffen.

Die neue Netflix-Miniserie Griselda über die kolumbianische Drogenhändlerin Griselda Blanco (1943-2012) weicht zwar deutlich von der Biografie der echten „Cocaine Godmother“ ab, aber eine Behauptung aus der Serie mit Sofia Vergara  (Modern Family) stimmt tatsächlich: Blanco war bi und feierte wilde bisexuelle Sex-Orgien in Miami. Dass sie - wie eine Partyszene andeutet - Sex mit Marta Ochoa (Julieth Restrepo) vom Medellín-Kartell hatte, ist allerdings nicht verbürgt. In die queere Ahnengalerie wird Blanco aber sicherlich nicht aufgenommen: Sie war nicht nur eine gewissenlose und grausame Mörderin, sondern soll auch Frauen und Männer, die für sie arbeiteten, zum Sex gezwungen haben.

Bald müssen wir uns wohl von einem der beliebtesten Frauenpaare der aktuellen Serienlandschaft verabschieden: In den USA beginnt im März die siebe und letzte Staffel der Seattle Firefighters (K-Word #366) mit dem Ehepaar Maya Bishop (Danielle Savre) und Dr. Carina Deluca (Stefania Spampinato). Ein Grund für die Einstellung der eigentlich erfolgreichen Serie, die im Original Station 19 heißt, wurde nicht genannt, aber es geht dem Sender ABC wohl um Budgeteinsparungen. Die Fans des Grey’s Anatomy-Spin offs wollen das nicht hinnehmen und haben eine Petition gestartet, die schon von über 70.000 Menschen unterschrieben wurde. Erfolg haben solche Unterschriftensammlungen leider selten, wie sich kürzlich auch bei der ZDF-Serie Hotel Mondial zeigte (K-Word #540) – aber wer weiß: immerhin verdankte die queere Kultserie Wynonna Earp seinerzeit ihre vierte (und letzte) Staffel ihren leidenschaftlichen Fans.

Beim Sundance Filmfestival gewann die queere Regisseurin Alessandra Lacorazza den Preis für den besten Spielfilm und die beste Regie. Ausgezeichnet wurde ihr semiautobiografisches Spielfilmdebüt In The Summers über zwei Schwestern, Eva und Violeta, und das Verhältnis zu ihrem Vater, bei dem sie jedes Jahr ihre Sommerferien verbringen. Und nebenbei erlebt Violeta (als Jugendliche von Kimaya Thais und als junge Erwachsene von Lio Mehiel gespielt) ihr lesbisches Coming-out…Wann der Film zu uns kommt, ist noch nicht bekannt.

Für Horror-Fans: Nächste Woche läuft in Berlin das Final Girls Film Festival (7.-11. Feb.), das ausschließlich Produktionen von weiblichen und nichtbinären Regisseur:innen zeigt. Deutschland-Premiere feiert hier etwa der Werwolf-Film My Animal von Jacqueline Castel mit den queeren Schauspieler:innen Bobbi Salvör Menuez und Amandla Stenberg als Liebespaar, und Gruselhäppchen gibt‘s im Kurzfilmprogramm „Queer Horror“. Alle Filme und weiteren Infos stehen hier.

Das feministische Filmkollektiv Generation Tochter, das 2021 mit Hilfe von Crowfunding den gleichnamigen Coming-of-Age-Thriller mit queerer Lovestory drehte (wir berichteten), geht jetzt auf Kinotour. Die Initiative zeigt dort den Spielfilm und wechselnde regionale Kurzfilmen und will auf diesem Weg junge Filmschaffende unterstützen und mit ihrem Publikum zusammenbringen. „Unsere Vision ist es, in Kinos Begegnungsorte zu schaffen, die nicht nur Filme zeigen, sondern auch Raum für Kritik und Diskurs über die deutsche Filmlandschaft bieten“, heißt es in der Presseerklärung. Los geht’s mit drei Terminen in Berlin (4. Feb.: Brotfabrik, 6. Feb: IL Kino, 8. Feb.: B-ware!), Infos und weitere Daten findet ihr auf Instagram.

Portia de Rossi gratulierte ihre Frau Ellen DeGeneres am letzten Freitag auf Instagram zum 66. Geburtstag und schmeichelte ihr mit Bildern, die die rüstige Rentnerin beim Pumpen zeigen. Schlimm sind allerdings viele Kommentare, die darauf anspielen, dass die Ex-TV-Moderatorin auf einer Gästeliste des verurteilten (und 2019 verstorbenen) Sexualstraftäters Jeffrey Epstein stehen soll. Die so genannte „Epstein Island Flight List“ ist jedoch ein Fake, wie das echte Dokument beweist, dass das Gericht Anfang Januar veröffentlichte.

Eine weitere Lesben-Ikone hat heute Geburtstag: Hella von Sinnen wird 65. Die Kölnerin war in den Neunzigern jahrelang die einzige offen lesbische Prominente in Deutschland und gehört zu den Wegbereiterinnen der Ehe-Öffnung (obwohl sie selbst gar nicht heiraten wollte): Mit ihrer damaligen Lebensgefährtin Cornelia Scheel beteiligte sie sich an der bundesweiten „Aktion Standesamt“, die zu einer Verfassungsbeschwerde führte – damals wurde die Klage noch abgewiesen. Als Comedian und Cast-Mitglied der Panel-Show Genial Daneben gewann Hella etliche Preise, und auch als Schauspielerin und Synchronsprecherin war sie zu sehen und hören. Zuletzt ist es ein bisschen ruhiger um sie geworden, aber wer mehr über sie erfahren will: Als Gast in Bettina Böttingers  Podcast Wohnung 17 zeigte sie sich vor zwei Jahren von einer ungewohnt ernsten Seite

In ihrem neuen Song „normal“ singt LUNA - aus eigener Erfahrung (K-Word #541) - über Queerfeindlichkeit und die Ablehnung von allem, was nicht den Genderstereotypten entspricht. Am 24. Mai erscheint das neue Album der lesbischen Sängerin: „25/8“.

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Weiterlesen: K-Word #543: Neues aus der Lesbenwelt

 

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