Euro 2025 in der Schweiz: Tempofußball und neue Rekorde
Das Turnier in der Schweiz war bestens organisiert, die Fanzonen und Fanmärsche zu den Spielorten waren gut besucht. Ein friedliches Miteinander der Fans in den Städten – so sollte Fußball sein.
Bereits die Vorverkaufszahlen deuteten darauf hin, dass die EM in der Schweiz einen neuen Zuschauerrekord aufstellen würde. Vor dem Finale sahen bereits 623.088 Menschen die Spiele in den Stadien, 2022 in England waren es insgesamt 574.875.
Und wo wir gerade bei Rekorden sind: Jess Fishlock schrieb nicht nur Geschichte, weil sie das erste Tor beim EM-Debüt für Wales erzielte (beim 1:4 gegen Frankreich) sondern weil sie mit ihren 38 Jahren jetzt die älteste Torschützin der EM ist (sie und weitere 77 offen lesbische und queere EM-Spielerinnen stellen wir hier vor).
Auch sportlich wird diese Europameisterschaft in Erinnerung bleiben: Tempofußball, viele gut herausgespielte Tore, spannende Entscheidungen, Elfmeter-Krimis und exzellente Einzelleistungen, besonders von den Torfrauen.
Die 16 qualifizierten Nationen in Europa sind leistungsmäßig noch enger zusammengerückt. Der Fußball der Frauen erreicht die Menschen emotional genauso wie kickende Männer: durchschnittlich über 14 Millionen Menschen schauten das Spiel gegen Spanien live in der ARD, das entspricht einem Marktanteil von über 57 %!
Das EM-Finale: Titelverteidigerinnen gegen Weltmeisterinnen
Im Finale trifft Spanien auf England, die Titelverteidigerinnen von 2022. Damit gibt es eine Wiederauflage des WM-Finales von 2023. Die Engländerinnen setzten sich im Halbfinale nur sehr knapp gegen Italien durch. Bis zur 6. Minute der Nachspielzeit konnten die Italienerinnen ihre 1:0-Führung halten, dann traf Michelle Agyemang zum Ausgleich. Ein umstrittener Elfmeter, durch Chloe Kelly im Nachschuss verwandelt, brachte erst in der Verlängerung die Entscheidung. Ob die Spanierinnen den Engländerinnen die EM-Krone entreißen können?
Englands Trainerin Sarina Wiegmann plant bestimmt wieder späte Einwechslungen, um das zu verhindern. Wiegmann könnte bei ihrem Titelgewinn in Folge (2017 mit den Niederlanden, 2022 mit England) mit den Coaches Gero Bisanz und Tina Theune, die jeweils drei EM-Titel mit Deutschland gewannen, gleichziehen. Sonntag um 18 Uhr (live im ZDF) wird das Finale in Basel angepfiffen.
Und so geht's für die DFB-Frauen jetzt weiter
Im Oktober steht die Finalrunde der Nations League auf dem Programm. Deutschland trifft im Halbfinale wieder auf Frankreich (Hinspiel: 24. Okt., Rückspiel: 28. Okt.). Im zweiten Halbfinale stehen sich Spanien und Schweden gegenüber. Im Finale könnte es also zu einer Revanche gegen Spanien kommen. Wenn die derzeit Verletzten, vor allem Giulia Gwinn und Lena Oberdorf, dann wieder an Bord sind und es gelingt, spielerische Momente zum Abschluss zu bringen, ist das Finale zu erreichen und auch Spanien zu schlagen.