Filmfestivals

Aus Freude ins Kino: Queere Filmfestivals 2020

24.9.2020 - Die Saison der queeren Filmfestivals ist eingeläutet. Auch wenn in diesem Jahr alles anders ist, großartige Filme gibt es trotzdem: in dreizehn Städten in Deutschland und der Schweiz. Wir stellen die Highlights vor.Trotz aller Widrigkeiten wagten 2020 die

Die gute Nachricht zuerst: Die meisten queeren Filmfestivals der 
Saison finden statt! Auf die ein oder andere Weise, aber eigentlich 
haben sich alle dafür entschieden, zumindest teilweise analog auch im Kino zu spielen.

Trotz der besonderen Umstände wegen Corona und der bis zu 75 Prozent verkleinerten Kapazitäten in Kinosälen finden immerhin zwölf queere und interessante Filmfestivals ganz unerschrocken und voller Hoffnung auf ihr Gelingen in 13 Städten Deutschlands und der Schweiz statt!

Unterstützt euer Festival und die Kinos eurer Stadt!

Die meisten wagen dabei ein Hybridfestival mit mal mehr, mal 
weniger Filmen im Kino und parallel dazu einigen zusätzlichen Filme, die online verfügbar sind. Auf das, was Festivals sonst so attraktiv macht, muss dieses Jahr aber leider verzichtet werden: Filmdiskussionen, 
Begegnungen mit Macherinnen und Schauspielerinnen, lange Nächte in Filmlounges und auf Festivalpartys. Auf gute Filme aber keineswegs!

Und: Das Festivalpublikum sollte sein Lieblingsfestival in seiner Stadt und auch die jeweiligen Kinos mit dem Ticketkauf unbedingt unterstützen. Denn: Sind die Kinos erst mal pleite und diese so liebevoll gestalteten Festivals einmal ruiniert, kommt so schnell keine neue Infrastruktur dieser Art zustande. 
Gerade die queeren Filmfestivals sind es, die vor allem für ein lesbisches Publikum enorm wichtig sind, als Treffpunkt und als Ort von 
lesbischer Sichtbarkeit und nicht zuletzt guter, filmischer Unterhaltung. 
Deshalb: Support Your Queer Film Festival!

Aufgrund der unvorhersehbaren Lage im Zusammenhang mit der Corona-Krise können sich Hygienebestimmungen für Filmvor­führungen in Kinos jederzeit ändern. Bitte checkt vor dem Festivalbesuch unbedingt die jeweiligen Webseiten der Festivals auf Updates.

Perlen Hannover

Die niedersächsische Hauptstadt überrascht: Die 24. Ausgabe des „Queer Film Festivals Hannover“ wird trotz Einschränkungen live und im Kinosaal ausgerichtet – und dabei sind jede Menge lesbische Filme im Programm. L-MAG präsentiert „Queering the Script“ – eine witzige und informative Doku über lesbische Serienfiguren von „Xena“ bis „The L Word“. Auch der „Queerscope Preis“ (der mit 5.000 € dotierte Preis aller queerer Filmfestivals) wird in Hannover verliehen, diesmal  an den Film „Uferfrauen“ (siehe oben). Außerdem stehen auf der Liste: Marie Kreutzers „Der Boden unter den Füßen“ (unsere Filmkritik), „Game On!” über drei Sportperspektiven (lesbisch, inter und trans) im Kampf gegen Ausschlüsse und Geschlechter-Rollen und die bittersüße philippinische Komödie „Chedeng and Apple“. Last but not least läuft auch hier die erschreckende Doku „Welcome to Chechnya” (siehe oben).


16. bis 24. Oktober, im Künstlerhaus
Perlen Hannover

Pornfilmfestival Berlin

Die Mischung macht‘s! Das war schon immer die Stärke des Berliner   „Pornfilmfestivals“. Selten trifft soviel Diversität aufeinander – LGBT auf Hetero, Porno auf Doku, politische Diskussion auf Sex … 2020 wird das PFF nun ein Hybrid aus Kino und digital. Neun Langfilme und sechs Kurzfilmprogramme werden im Oktober gezeigt. Ein Teil davon steht dann auch zum Streaming  zur Verfügung. Zu sehen sind unter anderem der queer-lesbische Pornofilm „EEG Orgy“ aus Kanada und die aufschlussreiche Doku „Female Ejaculation & Other Mysteries of the Universe“ von Julia Ostertag – ein Film über die Kulturgeschichte der weiblichen Ejakulation. Außerdem wird es ab November (bis zum Festival 2021) jeden Monat einen PFF-Kinoabend im Moviemento geben.

20. bis 25. Oktober, Moviemento, Babylon sowie Online
www.pornfilmfestivalberlin.de

Lesbisch-Schwule Filmtage Hamburg

Die Hamburger Filmtage sind ein Urgestein unter den queeren Festivals. Wurde letztes Jahr noch mit jeder Menge Tamtam das 30. Jubiläum gefeiert, müssen nun neue Ideen ran. Wo sich sonst insgesamt bis zu 15.000 Besuchende tummeln, gelten nun Abstandsregeln und reduzierte Plätze. Doch filmtechnisch bleibt die Hansestadt Vorreiter: Gezeigt werden 15 bis 20 Filme, darunter der georgische Spielfilm „Comets“ (eine Story über zwei Frauen, die sich nach vielen Jahren des Stillschweigens wieder begegnen) und die von L-MAG präsentierte ungarische Doku „Her Mother“ über ein Paar, das im immer konservativer werdenden Ungarn versucht, eine Familie zu gründen und ein Kind zu adoptieren.

20. bis 25. Oktober und 28. Oktober bis 1. November
Kino Metropolis  (2 Filme pro Abend) und online
www.lsf-hamburg.de

Pink Apple, Zürich und Frauenfeld

Länger ist mehr. Wo es bei anderen Festivals kurz und knapp wird, fährt man in der Schweiz genau die gegenteilige Strategie. Vom 20. Oktober bis 15. Dezember finden jeweils dienstags Filmvorführungen im Züricher Kino Arthouse Movie statt. Hinzu kommen im November einige Vorführungen in Frauenfeld, sowie im Januar 2021 eine Retrospektive zum Werk der diesjährigen Pink Apple Festival Award-Gewinnerin Ulrike Ottinger (unser Porträt).

Zürich: 20. Oktober – 15. Dezember
Frauenfeld: 27.–29. November

www.pinkapple.ch

QUEER Filmfest Weiterstadt

Auch in Weiterstadt bleibt man trotz anhaltender Krise standhaft. Das Kommunale Kino lädt Ende Oktober zum QUEER Filmfest. L-MAG präsentiert in der hessischen Stadt: „Wir beide“ (siehe oben) – ein französisches Liebesdrama um die geheimgehaltene Beziehung zweier älterer Frauen mit Barbara Sukowa und Martine Chevallier in den Hauptrollen. Ein filmisches Meisterwerk mit exorbitanten Emo-Faktor, das dringend auf großer Leinwand geschaut werden sollte.

21. Oktober bis 4. November
, im Kommunalen Kino Weiterstadt,
die Klassikerreihe wird in der Kofibar gezeigt
www.queer-weiterstadt.de

Queer-Streifen Regensburg

Seit 2012 hat in Regensburg ein queeres Filmfestival seinen Raum. In Corona-geplagten Zeiten zeigt die Oberpfälzische Stadt neben diversen Kurzfilmen den QueerScope-Debütfilmpreis-Träger 2020, „Uferfrauen – Lesbisches L(i)eben in der DDR“, im Kino. Die einfühlsame und vielseitige Doku von Barbara Wallbraun gibt tiefe Einblicke in das Leben und Lieben von sechs Lesben und ihrer ostdeutschen Biografie, ein Zeitdokument der besonderen Art.

22. – 28. Oktober, in den Kinos im Andreasstadel
www.queer-streifen.de

Frauenwelten Berlin

Das von der Frauenrechtsorganisation Terre de Femmes organisierte Festival, das die Menschenrechtssituation von Frauen weltweit in den Fokus nimmt, zieht 2020 von Tübingen nach Berlin. Dort läuft unter anderem auch Sabine Derflingers Dokumentation „Die Dohnal“ über die Pionierin und Wegbereiterin Johanna Dohnal, die erste Frauenministerin Österreichs. Außerdem steht das vietnamesische Drama „May, die dritte Frau“ von Ash Mayfair auf dem Spielplan,  eine Geschichte über das ländliche Vietnam des 19. Jahrhunderts und den inneren Kampf einer jungen Frau gegen alte Traditionen.

28. Oktober bis 4. November, Kulturbrauerei
www.filmfest-frauenwelten.de

Queersicht Bern

In der Schweizer Hauptstadt lockt im November das LGBT-Filmfestival. Trotz weiterhin ungewisser Lage arbeitet das Team an neuen Konzepten für Kinogenuss der anderen Art. Gezeigt wird auf jeden Fall, der von L-MAG präsentierte Film, „Margen de Error“ (= Fehlerspanne). In der witzige argentinischen Verwechslungskomödie gesteht eine jüngere Frau einer Freundin ihrer Mutter, dass sie sich in eine ältere Frau verliebt hat, und die vertrauensvoll Angesprochene nimmt fälschlicherweise prompt an, es handele sich dabei um sie selbst… Außerdem läuft das Drama „Justine“ (USA), über zwei unterschiedliche Frauen, deren Leben sich wie zufällig kreuzen.

5. – 11. November

www.queersicht.ch

Einige Festivals sind leider schon vorbei - hier stellen wir sie vor.

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